Erst Mirabella (l.), dann Adelina und jetzt Liliana: Alle drei Töchter von Lydia Kolepp (35) und Artur Savitskiy (33) sind im Geburtshaus in Werne zur Welt gekommen. Dabei kommt die Familie aus dem mehr als 200 Kilometer entfernten Bad Nauheim. © Artur Savitskiy
Geburtshaus in Werne

Im „Geburtsurlaub“: Mutter aus Hessen entbindet auch drittes Kind in Werne

Alle drei ihrer Töchter brachte Lydia Kolepp im Geburtshaus in Werne zur Welt. Ganz bewusst hat sich die Frau aus dem gut 200 Kilometer entfernten Bad Nauheim wieder für eine Geburt in Werne entschieden.

Tochter Eins, Zwei und Drei – alle Kinder von Lydia Kolepp sind im Geburtshaus Werne zur Welt gekommen. Und das, obwohl Kolepp im mehr als 200 Kilometer entfernten Bad Nauheim in Hessen wohnt. Immer wieder hat sie sich ganz bewusst für das Geburtshaus in Werne entschieden. Auch dieses Mal. Am 19. Januar erblickte Tochter Liliana hier das Licht der Welt.

„Was einmal gut funktioniert hat, funktioniert auch ein zweites und drittes Mal gut“, sagt Artur Savitskiy (33), der Vater der drei Kinder, mit einem Schmunzeln. Als seine Frau Lydia Kolepp schwanger wurde, hat das Paar nicht lange überlegt, wo die Entbindung stattfinden soll.

Sofort die Hebamme in Werne über Schwangerschaft informiert

„Nachdem meine Frau einen Schwangerschaftstest gemacht hat, hat sie zuerst mir ein Foto von dem Ergebnis geschickt. Das zweite Foto ging direkt an Edina Lippe-Borrmann“, erzählt Artur Savitskiy. Wie bei den beiden ersten Töchtern Mirabella, geboren am 12. Februar 2014, und Adelina, geboren am 21. September 2016, sollte auch das dritte Kind von der erfahrenen Hebamme und Leiterin des Geburtshauses in Werne zur Welt gebracht werden.

Aber warum ausgerechnet die Geburt im entfernten Werne – mitten im Lockdown der Corona-Krise? Obwohl es mehrere Möglichkeiten auch in Bad Nauheim, „die Stadt der vielen Kliniken“ (O-Ton Savitskiy), gegeben hätte, haben sich Lydia Kolepp und ihr Mann Artur Savitskiy erneut für eine Geburt in der Lippestadt entschieden.

Schon beim ersten Kind hatten sie sich mehrere Geburtshäuser und Kliniken angeschaut, bis sie auf das Geburtshaus in Werne und der Möglichkeit der Wassergeburt gestoßen sind. Weil man dort so gute Erfahrungen gesammelt hat, sollte auch die dritte Tochter in Werne zur Welt kommen – wenn es in der Pandemie möglich ist. Doch das war kein Problem. Denn auch in der Corona-Zeit ist eine Geburt nicht an einen Standort gebunden.

„Das ist einfach ein unglaubliches Erlebnis“

Gut zwei Wochen nach der Entbindung ist klar, dass es wieder genau die richtige Entscheidung war. „So persönlich, wie wir es erlebt haben, ist das einfach einmalig“, erzählt Artur Savitskiy. Wie bei den ersten beiden Töchtern hat er auch Liliana sofort in seinen Händen gehalten. „Ich war dabei. Ich habe alle drei Kinder in den ersten Sekunden ihres Lebens empfangen. Das ist einfach ein unglaubliches Erlebnis“, sagt der Vater.

Zum dritten Mal hat Lydia Kolepp per Wassergeburt entbunden. Weil man sich im Geburtshaus in Werne darauf spezialisiert hat, sollte auch Tochter Nummer Drei hier zur Welt kommen. „Die Geburtshäuser und Kliniken bei uns in der Nähe haben zwar auch alle eine Wanne. Das ist dort aber nicht der häufigste Geburtsweg“, sagt Artur Savitskiy.

Vor allem die Möglichkeit der Wassergeburt im Geburtshaus in Werne hat Lydia Kolepp und Artur Savitskiy für die Geburten ihrer drei Töchter überzeugt. Hebamme Edina Lippe-Borrmann verhalf auch der kleinen Liliana auf die Welt.
Vor allem die Möglichkeit der Wassergeburt im Geburtshaus in Werne hat Lydia Kolepp und Artur Savitskiy für die Geburten ihrer drei Töchter überzeugt. Hebamme Edina Lippe-Borrmann verhalf auch der kleinen Liliana auf die Welt. © Helga Felgenträger © Helga Felgenträger

Für ihn und seine Frau ist dies der natürlichste Weg einer Geburt. Neben der Möglichkeit der Wassergeburt spielte aber auch die Umgebung des Geburtshauses in Werne eine Rolle. „Wir haben eine ganz spezielle und persönliche Beziehung zu Edina Lippe-Borrmann. Wir stehen auch privat in Kontakt und versuchen, sie zu besuchen, wenn wir in Werne sind. Wir wollen ihr ja auch zeigen, was aus unseren Töchtern, die sie zur Welt gebracht hat, geworden ist“, erzählt der Vater.

Ferienwohnung zur Geburt gemietet

Immer wieder kommt die Familie aus Hessen in die Lippestadt, auch eine Sim-Jü-Kirmes haben sie schon einmal miterlebt. „Werne ist richtig schön. Wir haben schöne Erinnerungen an die Stadt“, sagt Artur Savitskiy. Für die Geburt des dritten Kindes haben sie sich wieder eine Ferienwohnung in der Lippestadt gemietet. Eigentlich, so Artur Savitskiy, wollten er und seine Frau es wie bei den ersten beiden Geburten machen: drei Wochen in Werne bleiben. Der errechnete Geburtstermin liegt immer in der Mitte des Zeitraums.

Jetzt allerdings kam es anders als geplant. Weil die Ferienwohnung erst ab dem 14. Januar frei wurde, reiste die Familie erst an diesem Tag an. Tochter Liliana sollte am 20. Januar auf die Welt kommen. Dann kam sie jedoch einen Tag früher als errechnet. Bis zum 6. Februar wollte die Familie dann auch in Werne bleiben. „Doch jetzt haben wir eigentlich schon alles durch im Wochenbett“, sagt Artur Savitskiy am 1. Februar (Montag).

So machte sich das Paar mit ihrem Neugeborenen bereits Tags darauf auf den Weg nach Hause. Dort warteten dann Großeltern und die beiden großen Schwestern gespannt auf den Nachwuchs. Die beiden größeren Töchter waren aber fast die ganze Zeit auch mit in Werne. Kurz vor der Geburt wurden sie dann aber von den Großeltern abgeholt.

So konnte sich das Paar ganz auf die Entbindung konzentrieren. „Wir sind hier immer wie in einem Geburtsurlaub. Wir wollen uns ganz explizit von unserem häuslichen Stress zuhause entfernen. Hier in Werne geht es uns dann wirklich nur um die Geburt“, erklärt Artur Savitskiy.

Bild nach der Geburt der zweiten Tochter Adelina Ende September 2016: Die größte Tochter Mirabella, mittlerweile schon fast sieben Jahre alt, kam genauso wie ihre Geschwister im Geburtshaus Werne zur Welt.
Bild nach der Geburt der zweiten Tochter Adelina Ende September 2016: Die größte Tochter Mirabella, mittlerweile schon fast sieben Jahre alt, kam genauso wie ihre Geschwister im Geburtshaus Werne zur Welt. © Edina Lippe-Borrmann (A) © Edina Lippe-Borrmann (A)

Aber schon zuvor, für alle Voruntersuchungen, ist das Paar in die Lippestadt gekommen – trotz der mehr als 200 Kilometer Entfernung zum eigenen Wohnort. Dass Lydia Kolepp sich erneut bewusst für das Geburtshaus in Werne entschieden hat, ist auch ein großes Lob für die Arbeit von Edina Lippe-Borrmann, Hebamme und Leiterin des Geburtshauses in Werne. „Sie fühlen sich einfach wohl hier. Bei uns gibt es eine Eins-zu-Eins-Betreuung. Diese persönliche Nähe und diese Individualität hat sie sonst nirgendwo gefunden“, sagt Lippe-Borrmann.

Und vielleicht sind sie ja in Zukunft noch einmal in Werne zu Gast. „Ein viertes Kind ist noch offen“, erzählt Edina Lippe-Borrmann. „Da fragen Sie am besten den Vater. Aber wenn es so weit sein sollte, dann werden sie wieder nach Werne kommen.“

Das kann Artur Savitskiy nur bestätigen. „Wir haben uns drei Kinder gewünscht. Aber die Tatsache, dass es drei Mädels sind, spricht dafür, dass man sich vielleicht noch einen Jungen wünscht. Aber mal sehen.“ Und dann würden sie wieder einen „Geburtsurlaub“ in Werne buchen. So wie schon bei den Töchtern Nummer Eins, Zwei und Drei.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
Zur Autorenseite
Andrea Wellerdiek

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.