Blumen angepinkelt: Hunde auf Werner Wochenmarkt sind zwar erlaubt, aber unter strenger Beobachtung

dzWochenmarkt in Werne

Auf dem Werner Wochenmarkt sind oft Hunde zu sehen. Nicht selten verrichten einige ihre Notdurft zwischen oder an den Ständen. Das ärgert Besucher und Marktbeschicker. Jetzt reagiert die Stadt.

Werne

, 04.02.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Paula schlendert langsam über den Werner Wochenmarkt. Der zehnjährige Hund läuft brav an kurzer Leine neben Susanne Rödig (66) zwischen den Marktständen hindurch. „Ich weiß, dass sie sich benimmt. Deshalb nehme ich sie auch oft mit auf den Markt“, sagt Rödig, die schon seit Jahren regelmäßig auf den Hund ihrer Bekannten aufpasst.

Für die Wernerin ist es ganz selbstverständlich, dass sie den Hund an kurzer Leine hält und ihn nicht am Gemüse- oder Obststand schnüffeln lässt, geschweige denn an einen Stand pinkeln lässt. Doch das gilt nicht für alle Hundebesitzer, die mit ihrem Vierbeiner auf den Wochenmarkt in Werne gehen.

Hundehalter auf Fehlverhalten hinweisen

Demnach gibt es schon seit längerer Zeit immer mal wieder Hinweise von Marktbeschickern, die sich über einige Hundehalter ärgern. Das gilt zum Beispiel für Blumenhändler. „Da wird schon mal an den Blumen, die auf dem Boden stehen, Wasser gelassen“, erzählt Marktmeister David Ruschenbaum von Werne Marketing.

Das soll sich ändern. Deshalb haben Ruschenbaum und Verantwortliche aus dem Ordnungsamt sich dafür stark gemacht, die Marktbesucher für das Thema zu sensibilisieren. Dafür werden Hinweisschilder an den Eingängen der Fußgängerzone aktualisiert.

Blumen angepinkelt: Hunde auf Werner Wochenmarkt sind zwar erlaubt, aber unter strenger Beobachtung

Schnüffeln ist für Paula erlaubt, allerdings nicht an den Marktständen. © Andrea Wellerdiek

Künftig soll darauf hingewiesen werden, dass Hunde an kurzer Leine über den Wochenmarkt zu führen sind und darauf zu achten ist, dass sie nirgendwo hinpinkeln.

Kein absolutes Hunde-Verbot

Ein Hunde-Verbot soll es auf dem Wochenmarkt also nicht geben, erklärt Ruschenbaum. „Wir möchten keine Hunde verbieten. Das ist immer schwierig. Denn viele Kunden kommen ja gerne mit ihrem Hund auf den Markt. Und wir wollen natürlich keinen Kunden abschrecken“, sagt Ruschenbaum.

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Aber die Verantwortlichen möchten für das Thema sensibilisieren. „Es steht noch nirgendwo etwas zum Umgang mit Hunden auf dem Wochenmarkt. Das weiß noch keiner. Aber es muss ja alles geregelt werden“, erklärt Jürgen Menke aus dem Ordnungsamt.

An Gemüse schnüffeln oder an Blumen pinkeln

Weil es sich um kein Hunde-Verbot handelt, muss auch kein Bußgeld verhängt werden. Doch möchte man die Besucher des Wochenmarktes auf mögliches Fehlverhalten stärker hinweisen.

Auch die Beschicker selbst sollen Hundehalter ermahnen, wenn der Hund am Gemüsestand schnüffelt oder über den Blumen das Bein hebt. „Man hofft immer, auf die Vernunft der Hundehalter. Aber eigentlich ist es selbstverständlich, dass die Ware nicht angepinkelt wird“, so Menke.

Blumen angepinkelt: Hunde auf Werner Wochenmarkt sind zwar erlaubt, aber unter strenger Beobachtung

Susanne Rödig passt regelmäßig auf Paula auf. Wenn es ein Hunde-Verbot für den Markt geben würde, wüsste die Wernerin gar nicht, wo sie den Vierbeiner unterbringen könnte, während sie ihre Erledigungen macht. © Andrea Wellerdiek

Verbote gibt es in Olfen und Münster

In anderen Städten hingegen geht man weniger locker mit dem Thema um. In vielen Städten Deutschlands gilt ein absolutes Hunde-Verbot auf dem Markt. Aus hygienischen Gründen darf kein Hund mitgeführt werden - eine Ausnahme sind allerdings Blindenhunde.

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Auch in Olfen und Münster gilt ein absolutes Hunde-Verbot auf den Wochenmärkten. Wer dabei erwischt wird, dem droht sogar ein Bußgeld. In Überlingen am Bodensee sind es 500 Euro, die für die Ordnungswidrigkeit fällig sind.

Paula geht immer an kurzer Leine

Susanne Rödig aus Werne kann solche Verbote gut nachvollziehen. „Man muss den Hund natürlich an kurzer Leine halten. Nicht jeder mag Hunde. Und Paula hat zum Beispiel genau die richtige Größe, um am Gemüse zu schüffeln oder an einem Brötchen in der Hand eines Kindes“, sagt die Rentnerin, die aber nur Lob für den Hund hat: „Sie macht das gut und benimmt sich. Aber man muss immer aufpassen. Denn Paula ist schon verfressen.“

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Paula benimmt sich gut auf dem Wochenmarkt, erzählt Susanne Rödig. © Andrea Wellerdiek

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