Nach Umzug der Wiehagenschule: Eltern fürchten Gefahr für Kinder durch Verkehr auf Horster Straße

dzHorster Straße

Mit dem Umzug der Wiehagenschule von der Horster zur Stockumer Straße hat sich auch die Verkehrsregelung an der Horster Straße geändert. Eltern sorgen sich seither um die Sicherheit ihrer Kinder.

Werne

, 06.02.2020, 14:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Felix Kauke steht mit seinem Fahrrad an der Horster Straße - direkt gegenüber der ehemaligen Wiehagenschule. Der Mittwoch ist für den Siebenjährigen ein besonders sportlicher Tag. Und zwar in mehrfacher Hinsicht: Vom Tennistraining in der WTC-Halle an der Wiebecke geht es über die Straße Dornberg direkt zum Judo-Training in die Sporthalle an der früheren Wiehagenschule. Ein enges aber machbares Zeitfenster. Wenn man denn nicht minutenlang an der Horster Straße warten müsste, um sie sicher überqueren zu können.

Seit dem Umzug der Wiehagenschule zur Stockumer Straße ist das nämlich gar nicht mehr so einfach, sagen Felix und seine Mutter Anke Kauke (37). Denn mit dem Umzug änderte sich auch die Verkehrsregelung. Hier an der Horster Straße galt bis dahin noch Tempo 30. Außerdem gab‘s eine Ampel. Inzwischen ist beides weg. Hat sich mit der Wiehagenschule also auch die sichere Straßenquerung vom Ex-Standort verabschiedet?

„Das ist hier eine Einladung zum Rasen.“
Anke Kauke

„Die Autos fahren hier schon ganz schön schnell, viel schneller als früher“, sagt Felix. Seine Mutter hat für die Situation nur noch ein Kopfschütteln übrig: „Das ist hier eine Einladung zum Rasen. Ich weiß nicht, was sich die Stadt dabei gedacht hat. Zumal die Sporthalle der alten Wiehagenschule ja noch von vielen Leuten genutzt wird.“

Wer die Horster Straße überqueren möchte, der findet die nächste Gelegenheit erst rund 250 Meter weiter an der Einmündung zum Holtkamp. Dort gibt es inzwischen einen Zebrastreifen samt Tempo-30-Zone. Die erstreckt sich allerdings lediglich auf eine Länge von gut 30 Metern.

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„Das ist in der Tat ein bisschen kurz. Vielleicht besteht da zumindest die Möglichkeit, das Schild etwas weiter vorzuziehen. Das können wir aber nur nach Absprache mit dem Kreis tun“, sagte Adrian Kersting, Tiefbauamtsleiter der Stadt Werne, auf Anfrage unserer Redaktion.

Keine Notwendigkeit für Ampel und Co.?

Was die Regelung des Verkehrs auf der Horster Straße betrifft, sind der Stadt zwar nicht die Hände gebunden - doch nach Belieben Schalten und Walten kann sie dort nicht. Der Grund: Es handelt sich um eine Straße, für die der Kreis Unna zuständig ist. Man habe da zwar ein Wörtchen mitzureden, doch treffe die finale Entscheidung letztlich der Kreis, wie Kersting erklärte.

Und der habe an der Horster Straße auf Höhe der ehemaligen Wiehagenschule nun mal keine Notwendigkeit mehr für eine Querungshilfe gesehen. Erst recht nicht für eine Ampel - die im Unterhalt alles andere als günstig sei.

Abgesehen von der Kostenfrage hängt die Begründung laut Kersting vor allem mit dem veränderten Schulweg zusammen. Denn die Kinder, die auf ihrem Weg zum neuen Standort der Wiehagenschule die Horster Straße queren müssen, täten das eher auf Höhe Holtkamp als auf Höhe des alten Schulstandorts. Deswegen habe man dem Kreis den Vorschlag gemacht, den Übergang dort zu installieren.

Mit dem Umzug der Wiehagenschule hat sich auch die Querungshilfe an der Horster Straße verschoben. Jetzt gibt es einen Zebrastreifen samt 30er-Zone auf der Höhe Holtkamp. Wer zur Sporthalle der alten Wiehagenschule gelangen möchte, muss also sicherheitshalber einen Umweg von gut 250 Metern in Kauf nehmen.

Mit dem Umzug der Wiehagenschule hat sich auch die Querungshilfe an der Horster Straße verschoben. Jetzt gibt es einen Zebrastreifen samt 30er-Zone auf der Höhe Holtkamp. Wer zur Sporthalle der alten Wiehagenschule gelangen möchte, muss also sicherheitshalber einen Umweg von gut 250 Metern in Kauf nehmen. © Felix Püschner

„Wenn sich jemand unsicher fühlt, ist das natürlich nie gut. Wir haben aber bisher keine Meldung bekommen, dass es auf Höhe der ehemaligen Wiehagenschule Probleme gibt“, so der Tiefbauamtsleiter. Er könne sich vorstellen, dass die Situation in diesem Bereich wieder in den Fokus rücke, wenn mit dem Bau des Wohnquartiers durch die WBG Lünen auf dem ehemaligen Wiehagengelände begonnen wird. Die Fertigstellung ist derzeit für 2021 geplant.

Zu spät, findet Anke Kauke. Warten könne keine Lösung sein. Schließlich gehe es um die Sicherheit der Kinder - und auch der anderen Turnhallennutzer: „Kaum jemand, der die Halle nutzt, fährt oder geht extra bis zum Holtkamp, um die Straße zu überqueren. Man kann doch jetzt nicht einfach warten, bis ein Unfall passiert. Dann ist es definitiv zu spät.“

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