Nach großem Fischsterben durch Gülle-Unfall: Endlich wieder Leben in der Horne

Gülle-Unfall

Ein Gülle-Unfall tötete im April 2018 fast alle Fische in der Horne. Jetzt geht es aufwärts, denn der Angelsportverein sorgt für neues Leben in der Horne. Doch damit ist es nicht getan.

Werne

, 06.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Nach großem Fischsterben durch Gülle-Unfall: Endlich wieder Leben in der Horne

Es herrscht wieder Leben in der Horne. © Mario Bartlewski

Es war ein grausamer Anblick, den Werner im April 2018 an der Horne machten. Das Wasser: trüb. Hunderte Fisch-Leben wurden in kürzester Zeit ausgelöscht. Qualvoll waren sie verendet und trieben an der Oberfläche. An der Holzbrücke hinter der Saline blieben sie hängen – am Gestrüpp, an den Steinen, an den Ästen, die im Bachlauf lagen.

Ein Gülle-Unfall hatte für das massive Fischsterben gesorgt. Seit Donnerstag, 6. Juni, gibt es endlich wieder reichhaltiges Leben in der Horne. 700 Quappen hat der Angelverein Lippetal in die Horne eingesetzt, um das Bild, das vor dem Unfall herrschte, nach und nach wieder herzustellen.

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„Das Ökosystem hat sich wieder erholt“, sagt Werner Zicke vom Angelsportverein Werne-Lippetal. Gemeinsam mit seinen zwei Vereinskollegen hat er die Quappen am Donnerstag von einer Aufzuchtstation am Möhnesee abgeholt und in die Horne eingesetzt. Die Kosten für die Aktion trage der Landesfischerei-Verband, so Zicke.

Mit der Aktion geht man einen ersten Schritt in Richtung alter Vitalität. Dafür möchte man auch 2020 und 2021 jeweils weitere 700 Quappen in die Horne einsetzen - denn die Zahl der Quappen, die letztlich überlebt, ist erstaunlich gering.

Nach großem Fischsterben durch Gülle-Unfall: Endlich wieder Leben in der Horne

700 dieser Quappen hat der Angelverein Lippetal in die Horne eingesetzt. © Mario Bartlewski

„Wenn 100 der 700 Quappen überleben, wäre das schon gut“, sagt Zicke. Das entspräche einer von sieben Quappen. Wie hoch die Zahl tatsächlich ist, soll im Herbst bei einer Elektrofischung ermittelt werden.

Damit die Voraussetzungen möglichst gut sind, hat Zicke die Quappen in kleinen Gruppen in die Horne eingesetzt. Nur so kann er sicherstellen, dass der Lebensraum mit den für sie wichtigen Steinen ausreicht. Ansonsten könnten sich die Quappen im schlimmsten Fall auch gegenseitig fressen.

Fast 90 Prozent der Fische durch Gülle-Unfall getötet

Fast 90 Prozent der Fische sind beim Gülle-Unfall 2018 in der Horne gestorben. Durch einen undichten Gülletank war damals Gülle ausgetreten und in die Horne gesickert.

Vor dem Gülle-Unfall habe sich der Fischbestand in der Horne in den vergangenen Jahren gut entwickelt, bestätigte Fischereiberater Michael Prill kurz nach dem Vorfall. Das habe man durch jährliche Zählungen gut überblicken können, bestätigt Zicke.

Nach großem Fischsterben durch Gülle-Unfall: Endlich wieder Leben in der Horne

Die Quappen wurden nach und nach an das Wasser der Horne gewöhnt. © Mario Bartlewski

So soll sich die Fisch-Population auch in Zukunft wieder in der Horne entwickeln. Im besten Fall sollen sich neben den Quappen auch weitere Fischarten aus der Lippe wieder in der Horne ansiedeln.

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