Die Abschlussschüler kehren am Montag in die Schulen zurück. Auch am St.-Christophorus-Gymnasium, hier ein Archivbild, freut man sich über das Ende des Homeschoolings - zumindest für einen Teil der Schüler. © Thorsten Schröer (A)
Schulen in Werne

Homeschooling endet: In Werne kehren nicht alle Abschlussschüler in Schulen zurück

Das Homeschooling geht für viele Abschlussschüler in Werne am Montag (22. Februar) zu Ende. Dann dürfen sie wieder in die Schule zurückkehren. Für manche allerdings gibt es einen Wechselmodell.

Die ersten Schüler kehren nach dem Lockdown am Montag in die Schulen zurück. Für diejenigen, die in diesem Jahr einen Abschluss machen, geht es vom Distanzunterricht wieder in den Präsenzunterricht. Während einige Mädchen und Jungen jeden Tag wieder vor Ort sein werden, gilt für andere ein Wechselmodell. Die Werner Schulen gehen unterschiedlich mit dem Erlass des Schulministeriums des Landes NRW um.

So bleiben an der Marga-Spiegel-Sekundarschule (MSS) in Werne weiterhin einige Abschlussschüler im Distanzunterricht. Je nach Stundenplan wechseln sich die in zwei Gruppen geteilten Zehntklässler jeweils für den Unterricht vor Ort und auf Distanz ab. So ist jeder Schüler bis zu den Osterferien fünf Wochen in der Schule, erklärt Schulleiter Hubertus Steiner.

Jeweils 14 bis 15 Jugendliche würden dann mit großer Distanz und mit Maske im Präsenzunterricht lernen. So würden sich im gesamten Gebäude 80 Schüler aufhalten. Dazu kommen etwa 40 Mädchen und Jungen, die mittlerweile in der Notbetreuung sind oder dem Distanzunterricht von der Schule aus folgen, weil sie daheim nicht die technischen Voraussetzungen vorfinden. Im Herbst noch waren nur wenige Schüler in der Notbetreuung. „Mittlerweile ist die Not einiger Eltern groß“, sagt Hubertus Steiner.

Leih-Tablets an der Marga-Spiegel-Schule verteilt

Für einige Härtefälle, so der Schulleiter weiter, sind die bestellten Tablets angekommen, die nun an die Schüler ausgeliehen wurden für das Homeschooling. Für die Schüler, die im Sommer ihren Abschluss an der MSS machen, gilt bald wieder ein Stück Normalität.

Auf Veranstaltungen allerdings müssen sie verzichten, ebenso auf Klassenfahrten, die bis zu den Sommerferien untersagt sind. „Wir sind erst einmal zufrieden, dass der Unterricht überhaupt zurückkehrt. Es ist wichtig, dass wir wieder in den Schulalltag kommen. Wir müssen die Schüler darin zurückholen“, sagt Steiner.

Bis zu den Osterferien werden die Jugendlichen deshalb keine Klausuren schreiben müssen. „Es muss sich aber keiner Sorgen um seine Benotung machen. Wir haben auch alternative Leistungsbewertungen im Distanzunterricht durchgeführt“, erklärt der Schulleiter, der das Ende des Homeschoolings für die Abschlussschüler herbeisehnt. „Ich freue mich, dass wieder Leben im Haus ist. Die soziale Bindung ist für den Abschlussjahrgang ganz wichtig. Ein persönliches Wort mit den Schülern zu sprechen, ist dann doch was anderes als nur über die Kamera.“

Alle Abschlussschüler zurück am Christophorus-Gymnasium Werne

Am St.-Christophorus-Gymnasium (GSC) kehren alle Abschlussschüler ab Montag wieder in den Präsenzunterricht zurück. Theoretisch wäre dies auch im Klassenverbund möglich. Am GSC allerdings können die Q1- und Q2-Kurse aber getrennt werden. Je zwei nebeneinander liegende Räume haben die Lehrer dafür jeweils zur Verfügung, wie Schulleiter Thorsten Schröer erklärt: „Wenn die Kurse mehr als 20 Schüler haben, können sie in zwei Gruppen geteilt werden. Das ist aber jedem Lehrer selbst überlassen“.

Genügend Platz habe man im Gebäude, sodass jede Jahrgangsstufe sich jeweils auf einer eigenen Etage bewegen kann. Im Erdgeschoss wiederum sind etwa zehn Kinder untergebracht, die in der Notbetreuung oder im Distanzunterricht lernen, weil sie daheim nicht die technischen Möglichkeiten haben.

Für die Abschlussschüler gibt es einen vollen Stundenplan. In den Räumen gelten wieder strenge Hygienemaßnahmen. Dazu zählt auch das Tragen einer Maske während des Unterrichts. „Wir haben den Schülern empfohlen, medizinische oder FFP2-Masken zu verwenden“, sagt Schröer.

Erste Klausuren sollen nicht vor Mitte März geschrieben werden. „Der Klausurplan ist eng getaktet. Aber die Schüler sollen erst einmal wieder drei bis vier Wochen im Präsenzunterricht arbeiten. Dann wird es darum gehen, die Klausuren vernünftig vorzubereiten und sie vor Ort auch noch zu besprechen“, so der Schulleiter weiter.

So müssen die Klausuren in der Q2 bis zu den Osterferien geschrieben sein. Danach kehren die Schüler für 14 Tage wieder in die Schule zurück, um sich gezielt auf das Abitur vorbereiten zu können. „Es geht dann nur noch um die Abi-Fächer. Alle anderen Fächer fallen weg. Das alles ist dann notenfrei“, sagt Schröer.

So groß die Freude und Erleichterung auch ist, dass es zum Teil wieder in den Präsenzunterricht geht, so deutlich geht der Blick auch auf die aktuelle Entwicklung der Infektionszahlen. „Je mehr Schüler wieder in der Schule sind, umso größer ist auch das Risiko von Infektionen“, sagt Schröer. Im Zweifel könnten wie in der Vergangenheit bei Corona-Fällen am GSC erneut Schüler vom Anne-Frank-Gymnasium betroffen sein. Denn einige Kurse finden ab Montag wie gewohnt wieder mit dem AFG gemeinsam statt.

Kurse beim AFG werden aufgeteilt

Auch hier werden alle Schüler der Q1- und Q2-Stufe wieder in die Schule kommen. Die größeren Kurse werden in mehreren Räumen unterrichtet. „Wir haben seit dem letzten Jahr umfangreiche Erfahrungen mit der Einhaltung der Hygienestandards im Präsenzunterricht gemacht. Die modifizierten A-H-A-L-Regeln gelten weiterhin“, erklärt Schulleiter Marcel Damberg. Für die Schüler, die ab dem 23. April ihre Abiturprüfungen absolvieren, wurden bereits Pläne für ihre Vorabiturklausuren – drei bis zu den Osterferien – erstellt.

Marcel Damberg, Schulleiter, bereitet mit seinem Team die Rückkehr der Abschlussschüler am Anne-Frank-Gymnasium in Werne vor.
Marcel Damberg, Schulleiter, bereitet mit seinem Team die Rückkehr der Abschlussschüler am Anne-Frank-Gymnasium in Werne vor. © AFG Werne © AFG Werne

Die Schüler der Einführungsphase (EF) werden weiter im Distanzunterricht bleiben. An Veranstaltungen wird derzeit an keiner der weiterführenden Schulen in Werne gedacht. Das Wichtigste sei jetzt, dass zunächst Unterricht vor Ort stattfinden kann, so der Tenor der Schulleiter. „Ich hoffe, dass uns keine dritte Welle trifft. Auf jeden Fall geht die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen sowie aller Bediensteten vor wagemutigen Aktionen“, sagt Damberg.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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