„Haufenweise Ratten“: Ursula Holtrup ärgert sich über benachbarte Denkmal-Ruine an der Südmauer

dzWerner Stadtruine

Eine Nachbarin verzweifelt. Ursula Holtrup (68) lebt neben einer Bauruine mitten in der Werner Innenstadt. Das ist nicht nur ein unschöner Anblick, sondern auch ein beunruhigendes Gefühl.

von Nawid Nabisada

Werne

, 03.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Fast 16 Jahre wohnt Ursula Holttrup schon an der Südmauer 29. Nicht immer waren das Nachbarhaus und der damit verbundene Garten so verkommen. Die 68-Jährige erzählt von einem schönen Garten und einem gepflegten Äußeren in den ersten Jahren nach ihrem Einzug.

Im Zuge von großräumigen Bauarbeiten habe sich die Situation damals verschlechtert. „Sowohl die Mauer als auch der Garten wurden eingerissen. Es wurden Bäume gefällt und dabei ist ein Bagger in das Gebäude gekracht.“ Darüber hinaus hätte es wohl keine Anstalten gegeben, die Schäden zu beheben, sagt die genervte Nachbarin.

Holtrup: Haufenweise Ratten

Besonders ärgert sie sich über die Situation vor ihrem Küchenfenster. Die Sträucher, die gut und gerne bis zu zwei Meter hoch ragen, verhindern nicht nur den Sonneneinfall. Ursula Holtrup könne nicht einmal mehr das Fenster öffnen. Nicht nur die Pflanzen beunruhigen die Rentnerin, große Sorgen machen ihr vor allem die Ratten, die sich laut ihrer Aussage haufenweise dort bewegen.

„Haufenweise Ratten“: Ursula Holtrup ärgert sich über benachbarte Denkmal-Ruine an der Südmauer

Der Blick aus dem Fenster. Es ist zugewuchert. © Nawid Nabisada

„Haufenweise Ratten“: Ursula Holtrup ärgert sich über benachbarte Denkmal-Ruine an der Südmauer

Der Blick aus dem Fenster. Es ist zugewuchert. © Nawid Nabisada

Die Stadt Werne kann ihr in der Angelegenheit nicht weiterhelfen: „Jeder kann mit seinem Grundstück machen, was er will.“ So lautete die offizielle Antwort auf die Beschwerde. Der einzige Weg für sie wäre, einen Anwalt einzuschalten und mit einer privaten Klage gegen den Nachbarn vorzugehen.

Gesprächsversuche mit dem Nachbarn sind Jahre her

Dies wäre jedoch mit Kosten verbunden, die sie nicht tragen möchte. Auf die Frage, wie private Gesprächsversuche mit dem Nachbarn verliefen, antwortet sie nüchtern: „Was der Nachbar mit dem Gebäude vorhat, weiß ich nicht. Mein letztes Gespräch mit dem Besitzer ist Jahre her, ich sehe ihn ja nie“.

Neben den optischen Unannehmlichkeiten leidet die Wernerin unter den Folgen der jahrelangen Vernachlässigung des Hauses. „Der Regen fällt von der verstopften Regenrinne vor meine Tür und auch der Geruch ist unangenehm“.

Grüne Plane an der Rückseite

Bei einem Besuch vor Ort bestätigt sich der Eindruck. Die Rückseite des Gebäudes ziert eine grüne Plane, die es kaum vermag, das etwa drei mal vier Meter große Loch zu verdecken. Das erste Stockwerk ist aufgrund des meterhohen Unkrauts kaum zu erkennen.

„Haufenweise Ratten“: Ursula Holtrup ärgert sich über benachbarte Denkmal-Ruine an der Südmauer

Die grüne Plane hinter der Stadtruine. © Nawid Nabisada

Die unter Denkmalschutz stehende Ruine nervt nicht nur Nachbarin Ursula Holtrup. Jeder, der von der Kurt-Schumacher-Straße auf den Parkplatz Auf dem Berg zufährt, sieht das verwahrloste Haus. Keine gute Visitenkarte für die Werner Innenstadt.

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