Grundschulen starten: Strenges Händewaschen und Desinfektionsmittel für Lehrer

dzGrundschulen in Corona-Krise

Ab dem 4. Mai kehren die Viertklässler in ihre Grundschulen zurück. In Werne bereitet man sich explizit vor. Doch wie kann gewährleistet werden, dass sich Zehnjährige an die Hygieneregeln halten?

Werne, Stockum

, 27.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach den weiterführenden Schulen sollen ab Montag, 4. Mai, die Grundschulen in NRW in der Corona-Krise geöffnet werden. Zunächst kehren die Viertklässler in ihre Schulen zurück. In Werne gab es am Donnerstag, 23. April, dazu eine Ortsbegehung in den drei Grundschulen.

Liane Jäger aus dem Schulamt der Stadt hat sich mit Verantwortlichen des Kommunalbetriebs und der Schulen einen Überblick über die Hygienemaßnahmen verschafft. An allen Schulen sei man gut gewappnet für den Wiederbeginn. Dazu gehört etwa die Vorbereitung der Klassenräume, um den Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern einzuhalten, erklärt Jäger.

Desinfektionsmitteln nur für die Lehrer

In allen Räumen gibt es Waschbecken, die mit genügend Seife und Einmalhandtüchern ausgerüstet werden können. Auch Desinfektionsmittel stellt die Stadt als Träger zur Verfügung. Allerdings nur für die Lehrer. „Es wird in den Grundschulen nicht frei zugänglich sein. Schließlich ist Desinfektionsmittel ein Gefahrenstoff und wir wollen nicht, dass es missbraucht wird. Deshalb wird die oberste Prämisse das Händewaschen sein“, erklärt Jäger.

Und das werde verstärkt kontrolliert. „Es wird ein Lern- und Erziehungsprozess sein“, so Jäger. Das gilt auch für die Regel, dass sich immer nur ein Kind auf der Toilette befinden darf. Und wenn es eine Warteschlange gibt, dann müssen sich die Schüler an einen Abstand halten. Entsprechende Markierungen wird es auf den Fußböden geben.

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Das gilt auch für geplante Einbahnstraßen-Regelungen. Schilder und Markierungen mit Pfeilen sollen die jungen Schüler an die Regeln erinnern. Für alle neuen Regeln gilt: „Die Einweisung durch die Lehrer wird sehr wichtig sein. Die Lehrer werden verstärkt darauf achten, dass alle Hygienemaßnahmen eingehalten werden“, erklärt Liane Jäger.

Alles ist nicht kontrollierbar

Solange sich die Schüler in den Klassen an ihren personalisierten Tischen aufhalten, wird es weniger Probleme mit dem Einhalten des Sicherheitsabstandes geben - „auch wenn es den einen oder anderen Zappelphilipp gibt“, so Jäger. Außerhalb der Klassen werde es verstärkte Aufsichten geben.

Alles lässt sich aber nicht kontrollieren. „Auch an den weiterführenden Schulen ist es schwierig. Wenn sich die älteren Schüler lange nicht mehr gesehen haben, können wir nicht verhindern, dass sie sich vielleicht im Schulbus in den Armen liegen“, so Jäger.

226 Viertklässler in Werne

An den Grundschulen wird der Wiederbeginn ab dem 4. Mai in jedem Fall eine besondere Herausforderung sein. Wie und wie lange der Unterricht für die insgesamt 226 Viertklässler in Werne stattfinden wird, ist noch unklar. Auch ob für die Schüler das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken verpflichtend ist, ist noch ungeklärt.

Da warten die Verantwortlichen auf weitere Informationen aus dem Schulministerium. Einen Mensa- oder OGS-Betrieb kann sich Jäger allerdings nur schwer vorstellen. Zu groß sei dort die Infektionsgefahr.

Mensa als Unterrichtsort?

Auszuschließen ist auch nicht, dass die Mensa künftig als Unterrichtsort genutzt werden muss. Wenn sukzessive neben den Viertklässlern die Schüler aus den unteren Klassen wieder zur Schule gehen, kommen die Werner Schulen an ihre Kapazitätsgrenzen, wie Jäger erklärt.

Denn wenn die Schüler weiter in einem Abstand von eineinhalb Metern in den Klassen sitzen sollen, müsste man jede Klasse auf zwei Räume teilen. „Keine Schule hat aber so viele Räume. Im Ganzbetrieb muss man also über einen Schichtbetrieb nachdenken“, so Jäger weiter.

Sprich: Ein Teil der Schüler könnte beispielsweise von 8 bis 11.30 Uhr zur Schule kommen, der andere danach. Dazwischen werden die Tische und Handkontaktflächen gereinigt, so Jäger. Schon jetzt, wenn nur die Viertklässler in die Schulen zurückkehren, werden die Tische und Kontaktflächen laut Jäger täglich desinfiziert.

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