Grundschulen in Werne bereiten sich auf „Normalbetrieb“ ab Montag vor

dzGrundschulen in Corona-Krise

Ab Montag (15. Juni) sollen der Landesregierung nach alle Grundschüler zurück in ihre Klassen kehren. Wie das in Werne an den drei Grundschulen auch in der Betreuung umgesetzt wird, lesen Sie hier.

Werne

, 10.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Grundschüler in NRW solle ab Montag (15. Juni) für zwei Wochen bis zum Beginn der Sommerferien wieder in ihre Klassen zurückkehren. So sieht es der Plan der Landesregierung vor. Bekannt gegeben wurde das am vergangenen Freitag (5. Juni).

Wenig Zeit, findet Liane Jäger, Leiterin der Abteilung Bildung, Kultur und Sport bei der Stadt Werne. Den drei Grundschulen bleiben nun wenige Tage, um sich darauf einzustellen, dass alle Grundschüler am Montag wieder an ihren Pulten in den Klassenräumen sitzen werden. So, wie es auch vor Ausbruch der Corona-Pandemie der Fall sein wird. „Das wird in Gänze nicht so gut umsetzbar sein“, sagt Jäger. Und auch nicht im vollen Umfang.

So wollen die Grundschulen in Werne wieder an den Start gehen

Die Eckpunkte, auf die sich Schulaufsicht und Schulleitungen verständigt haben: Ab Montag werden die Grundschüler zwar an allen Schultagen, aber nur in den jeweils ersten vier Stunden zwischen 8 und 12 Uhr in ihren Klassen unterrichtet. Eine Masken- und Abstandspflicht besteht im Klassenverbund - also zwischen den Schülerinnen und Schülern einer Klasse im eigenen Klassenraum - nicht. Anders sieht das auf den Flächen aus, wo sich die Klassen mischen: etwa auf den Fluren, auf dem Pausenhof oder in den Toiletten. „Grundsätzlich gilt das Abstandsgebot“, sagt Liane Jäger. Nur da, wo ein Abstand nicht eingehalten werden kann, gilt die Mund-Nasen-Schutzpflicht.

Weitere Ideen sind etwa, die Klassen zu gestaffelten Pausen auf den Pausenhof zu entlassen. An einer Grundschule stehe derzeit die Idee im Raum, ein Extra-Ankunftsfenster für Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen oder von ihren Eltern gebracht werden, einzurichten. Denn eine gestaffelte Ankunft der „Buskinder“ sei nicht umsetzbar, so Jäger.

Parallel zum Unterricht wird auch das Betreuungsangebot - Frühbetreuung, Übermittagsbetreuung und Offener Ganztag - an den Schulen wieder hochgefahren. Klar ist, dass alle Betreuungsangebote wieder stattfinden. Wie das im Einzelnen umgesetzt werde, daran werde derzeit mit Hochdruck gearbeitet, so Jäger. Gerade die Betreuungsangebote seien es, bei denen man nun in die Feinabstimmung gehen müsse. Denn hier warten einige Herausforderungen.

Zum einen nutzen zwangsweise Kinder verschiedener Klassenverbunde die Angebote. Zum anderen gehört ein Teil des Betreuungspersonals seinem Alter nach zur Risikogruppe. „Da haben wir das Problem, dass wir unter Umständen nicht auf das volle Personal zurückgreifen können. Das macht es nicht einfacher“, sagt Liane Jäger.

Jetzt lesen

Betreuungsangebote: „Da haben wir noch keine Planungssicherheit“

Um ein Gefühl für den aktuellen Bedarf der Betreuungsangebote zu bekommen, befragen die Träger derzeit die entsprechenden Eltern, ob ihre Kinder das Angebot nutzen werden oder nicht. „Da haben wir noch keine Planungssicherheit“, sagt Jäger. Denn würden nun 200 Kinder die Angebote wieder in Anspruch nehmen - wozu sie das Recht haben, so Jäger - dann wäre das eine „riesen Hausnummer“. „Da muss man nochmal besondere Vorkehrungen treffen, zum Beispiel beim gemeinsamen Mittagessen.“ Wie das alles im Einzelnen umgesetzt werde, sei noch unklar und Gegenstand der Arbeit dieser Tage.

„Es ist nachvollziehbar, dass das Land so schnell wie möglich in den Regelbetrieb zurück will. Nichtsdestotrotz gibt es da Skepsis von Eltern, Schulen und Schulträgern. Es stellt alle Beteiligten vor eine große Herausforderung. Wir haben jetzt eine Woche Zeit, um das umzusetzen. Viele müssen den freien Tag dafür nutzen, um entsprechende Umsetzungen zu machen. Ich glaube, wir sind da auf einem guten Weg, es kann gelingen, aber es ist eine große Herausforderung“, sagt Liane Jäger. Am 26. Juni beginnen die Sommerferien für die NRW-Schüler. „Dann wird man sehen, wie sich das Virus entwickelt.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt