Grüne: „Wer Klimaschutz ernst meint, kommt an Verboten nicht vorbei“

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Die Kommunalwahlen rücken näher. Höchste Zeit, bei den Werner Parteien mal nachzuhaken, warum der Wähler gerade ihnen seine Stimme geben sollte. Das haben wir auch Benedikt Striepens von den Grünen gefragt.

Werne

, 05.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Werner Bürger schreiten am 13. September 2020 zur Wahlurne. Dann entscheidet sich auch, wie stark die einzelnen Parteien im Stadtrat vertreten sein werden. Aber wofür stehen die Parteien überhaupt? Welche Probleme wollen sie angehen? Und noch wichtiger: Wie wollen die Politiker diese Probleme eigentlich lösen?

Benedikt Striepens ist Fraktionsvorsitzender der Grünen in Werne, kandidiert zudem für den Bürgermeisterposten. Und wenn es nach Striepens geht, dann soll die Stadt in Zukunft an der ein oder anderen Stelle deutlich konsequenter agieren und strengere Auflagen erteilen als bislang. Man wolle nicht grundsätzlich die „Partei der Verbote“ sein. Aber ein bisschen eben schon. Zumindest wenn‘s ums Klima geht, wie der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Interview erklärt.

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Kommunalwahl in Werne: Das wollen die Grünen ändern

„Wir sind in Werne die Partei, die Klimaschutz und Klimaanpassung wirklich ernst nimmt - ohne Wenn und Aber. Wir möchten keinen Konjunktiv Klimaschutz“, betont Striepens. Als die politischen Parteien in der Vergangenheit erläutert hätten, wie sie sich den Klimaschutz in der Lippestadt vorstellen, hat aus Sicht der Grünen dabei stets die letzte Konsequenz gefehlt. Statt klarer Kante gab es eher Empfehlungen unter Vorbehalt.

„Es hieß dann immer: ‚Unter Beachtung der Wirtschaft vor Ort möchte man keine Reglementierungen und Bevormundungen haben.‘ Aber wenn man Klimaschutz ernst meint, kommt man an Geboten und Verboten nicht vorbei“, so Striepens weiter.

Der Rhein als Vorbild für die Lippestadt

Als Beispiel nennt er den Rhein. Der sei „vor 30 oder 40 Jahren noch die Kloake überhaupt“ gewesen - und heute einer der saubersten Flüsse. Und das habe man nun mal nicht durch einfache Appelle erreicht, sondern durch strikte Vorgaben. Bei der Entwicklung eines umfassenden Klimaschutzkonzeptes für die Lippestadt wollen die Grünen laut Striepens „eng mit den Bürgerinitiativen zusammenarbeiten, die viel Expertise mitbringen“.

Bei einem solchen Konzept gehe es auch - aber eben nicht nur - darum, Blühstreifen und Blühwiesen anzulegen. Eine Überlegung wäre, den Stadtsee mit verschiedenen Maßnahmen ökologisch aufzuwerten. Zudem will Striepens in Sachen Energie klarere Vorgaben machen.

„Wenn man Baugenehmigungen ausspricht, dann sollte man zusehen, dass die Energiestandards eingehalten werden, um Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit zu sichern“, so der Grünen-Fraktionsvorsitzende. Das gelte sowohl für private Haushalte als auch für Gewerbe-Neuansiedlungen.

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