Die Golfplatzbetreiber Ute und Franz Ludwig Schulze Kersting vom Golfplatz Werne an der Lippe setzen sich dafür ein, dass Golfsport während Corona in NRW in 2er Flights wieder erlaubt wird. © William Veder (A)
Corona-Lockdown

Golfen im Lockdown: Golfplatz Werne wendet sich an Landesregierung

Die Betreiber der Golfanlage Werne wehren sich gegen die neuen Corona-Regelungen. In einem offenen Brief an die Landesregierung in NRW haben sie darum gebeten, den Golfsport wieder zu genehmigen.

Die Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen, die am 16. Dezember (Mittwoch) in Kraft getreten ist, bringt weitere Einschränkungen für den organisierten Sport – unter anderem sind auch die Golfspieler in Werne davon betroffen. Denn einschließlich bis zum 10. Januar ist auch der Individualsport auf öffentlichen und vereinseigenen Sportanlagen verboten.

„Golfen ist sicherer als Spazieren“

Die Betreiber des Golfplatzes Werne an der Lippe, Ute und Franz Ludwig Schulze Kersting, verstehen den Umgang der Landesregierung NRW mit dem Golfsport während des Lockdowns nicht.

In einem offenen Brief mit dem Motto „Golfen ist sicherer als Spazieren“ an die Landesregierung NRW, legen die Inhaber ihren Standpunkt zu der momentanen Lage dar.

Die Intention des Briefes ist, Golfen als Individualsport auf den Sportanlagen im Freien wieder zu ermöglichen. So, wie es auch im „Lockdown-Light“ Anfang November der Fall war.

Golfplatzbetreiber schreiben offenen Brief an Landesregierung

„Bei diesem Individualsport werden immer genügend Sicherheitsabstände eingehalten, es entstehen keine Ansammlungen von Menschen, man bewegt sich unter freiem Himmel“, heißt es in dem Brief.

Zudem legen die Betreiber dar, dass die Ansteckungsgefahr im öffentlichen Raum vermutlich nirgendwo geringer sei als beim Ausüben des Golfsports.

Außerhalb der Anlagen sei es immer noch möglich, zu fünft aus zwei verschiedenen Haushalten zusammentreffen. Das Golfen in 2er Flights (zwei Personen) hingegen biete weniger Gelegenheiten zu Kontakten, als es die offiziellen Regelungen gestatten würden.

Trotz eingehaltener Regelungen müssen Golfplätze schließen

Die Golfplatzbesitzer beteuern, dass sie die Corona-Pandemie von Beginn an ernst genommen haben. Alle Hygiene- und Infektionsschutzkonzepte für Golfanlagen seien umgesetzt, die Spielergruppen begrenzt, die Clubhäuser, die Gastronomie und letztlich die Golfplätze geschlossen worden.

„Wir wollen aber vermeiden, dass wir wenig sinnvolle Regelungen befolgen müssen, die uns und unseren Mitgliedern eher schaden als nützen“, sagt Schulze Kersting. Es gebe im Sinne des Infektionsschutzes mehr Gründe für das Golfen als dagegen, führt sie fort.

Oberverwaltungsgericht Münster lehnte Eilantrag bereits ab

Bisher haben die Betreiber des Golfplatzes noch keine Rückmeldung der Landesregierung auf ihren Brief bekommen.

Jedoch habe das Oberverwaltungsgericht Münster am 23. Dezember (Mittwoch) einen Eilantrag eines Golfspielers abgelehnt. Begründung dafür war, dass sich viele Mitglieder eines Golfvereins kennen würden. Das könne den Anlass zu Gesprächen und Kontakten bieten.

Für die Betreiber des Golfplatzes Werne ist diese Begründung nicht nachvollziehbar.

Auf ihrem Golfplatz ginge es den Golfspielern in Zeiten von Corona um das Ausüben ihres Sports „den sie seit Jahren betreiben, den sie kennen und lieben, für den sie ausgerüstet sind — und nicht um das Pflegen ihrer Vereins-Kontakte auf der Anlage“, sagt Schulze Kersting.

Golfplatz Werne verfasst Online-Petition

Am 28. Dezember (Montag) hat da Ehepaar Schulze Kersting eine Online-Petition gestartet. Mit dieser will es erreichen, dass der Golfsport in 2er Flights in NRW erlaubt wird.

Einige Unterschriften und Kommentare sind bereits eingegangen.

An der Online-Petition an die Landesregierung NRW: „Golf während Corona in NRW in 2er Flights erlauben“ kann man unter folgendem Link vier Wochen teilnehmen: https://www.openpetition.de/petition/online/golf-waehrend-corona-in-nrw-in-2er-flights-erlauben

Über die Autorin
Freier Mitarbeiter
Neben dem Journalistik-Studium unterstützt Charlotte Schuster die Redaktion in Werne. Im Sommer 2020 hat sie ein Praktikum bei den Ruhr Nachrichten absolviert, welches ihr die schönen Seiten des Lokaljournalismus gezeigt hat.
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Charlotte Schuster

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