Einer der neu gestalteten Räume behandelt die Themen „Infrastruktur und Medien“ zwischen 1900 und 1932. © Michael Falkenstein
Museum in Werne

Gleisausbau und Medien spielen im Werner Stadtmuseum bald größere Rolle

Das Obergeschoss des Stadtmuseums in Werne wird völlig neu gestaltet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Bezügen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein Vorgeschmack.

Man kann sich heutzutage über viele Dinge aufregen, auch abseits der Auswirkungen der Corona-Krise. Zum Beispiel darüber, dass im Fernsehen nur noch Mist gezeigt wird. Oder über soziale Medien, die einerseits zwar den schnellen digitalen Kontakt zu Mitmenschen ermöglichen, andererseits aber auch Raum für Fake News, Shitstorms und weitere eher asoziale Dinge bieten. Von dem Schneckentempo bei der Digitalisierung und Breitbandausbau mag man gar nicht erst reden. Viel langsamer geht es eigentlich nur noch beim Thema zweites Gleis voran.

All diese Themen – so unterschiedlich sie auch sind – haben etwas Gemeinsames: Sie sind das, was auf der einen Seite der imaginären Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart steht, wenn die Besucher des Stadtmuseums nach der Umgestaltung des Obergeschosses den Raum mit dem Oberthema „Infrastruktur und Medien“ betreten werden. Der dort abgebildete historische Zeitraum erstreckt sich ungefähr auf die Jahre 1900 bis 1932 – und steht sozusagen auf der anderen Seite der Brücke.

Kino, Radio und Co. werden massentauglich

Werne blüht auf – der Slogan, unter dem zuletzt gut 70 farbenfrohe Blumenampeln den historischen Stadtkern verschönerten und Raum für Bienen bieten sollten, gilt für die Lippestadt auch Anfang des 20. Jahrhunderts. Auch da blüht Werne auf – allerdings in erster Linie wirtschaftlich. Zeche und Solebad haben den Motor angekurbelt, die Bevölkerung ist gewachsen.

Und das ermöglicht der Stadt die Umsetzung mehrerer Großprojekte. Dazu gehören, wie es im neuen Museumskonzept heißt, „der Anschluss an das Fernverkehrsnetz zunächst über die Kleinbahntrasse der Zeche und dann 1928 endlich über den eigenen Bahnhof. Zudem gelingen über mehrere Zwischenschritte die Elektrifizierung der Innenstadt und die Gründung der Stadtwerke 1920.“

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Museum in Werne: Im Obergeschoss gibt’s nichts mehr

Bereits im Jahr 1901 werden die ersten vier Telefonanschlüsse in Werne eingerichtet, 1913 wird das Gersteinwerk in Stockum gebaut. „Die Zeit ist zudem von einem wachsenden Medienkonsum geprägt: Kino, Zeitung und Radio werden massentauglich und bestimmen das gesellschaftliche und politische Geschehen mit. Dies wird vor allem für die Weimarer Republik ab 1918 von Bedeutung sein“, heißt es weiter.

Zu den Kernthemen dieses Ausstellungsbereiches gehören folglich:

  • Anbindung an den Fernverkehr über Kleinbahn und Reichsbahn, Mobilität
  • Elektrifizierung des Alltags, Bau des Gersteinwerkes
  • Haushaltstechnik und Hygiene, Veränderung des Alltags
  • Technik verändert die Kommunikation, zunehmende Bedeutung der Medien

Für diese Unterthemen stehen verschiedene Exponate bereit. Fest eingeplant sind hier:

  • Bahnhofsmodell
  • Modell „Pengel Anton“
  • Kasse des letzten Bahnschalters von Werne
  • Einladung zur Eröffnung der Kleinbahn
  • Menü Bahnhofseröffnung 1928
  • Petroleumlampe Jahrhundertwende
  • Kronleuchter aus dem alten Rathaus
  • Ampairemeter aus dem alten Krankenhaus
  • Batteriegerät für Weidestrom 1930er
  • Waschschüssel auf Gestell
  • Wäschezuber zum Rühren
  • Waschmaschine mit Kurbel
  • Hydraulische Wäschepresse
  • Telefon aus Bakelit
  • Stereoskop
  • Epidiaskop
  • Zeitungsartikel der Weimarer Republik

Der Blick ins Museum – Bürger können mitgestalten

  • Wir stellen die geplanten neuen Räume des Stadtmuseums im Zuge einer kleinen Serie vor.
  • Bürger haben nach wie vor die Möglichkeit, an der Neugestaltung des Museums mitzuwirken – und zwar im Zuge eines Workshops auf der Homepage der Stadt Werne. Dort ist das gesamte Konzept inklusive der bislang vorgesehenen Exponate aufgeführt. Wer möchte, kann Anregungen geben und beispielsweise anmerken, welche Exponate ihm besonders wichtig sind oder auch persönliche Anekdoten zu den Ausstellungsthemen mitteilen.
  • Es gibt auch eine Druck-Version. Diese kann auf der Museums-Homepage heruntergeladen sowie in der Christophorus-Kirche oder auf Anfrage im Museum abgeholt werden (Tel. 02389780773).
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Redakteur
Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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