Gen-Mais: Denkbarer Ausstieg nur Verschleierungstaktik?

WERNE Der amerikanische Konzern Monsanto verkündete am Montag, er überlege die umstrittenen Gen-Mais-Versuche in Werne einzustellen. Die Aussage des Unternehmens ließ jedoch keinen Gentechnik-Gegner vor Freude jubeln. Vielmehr vermutet die Werner Interessengemeinschaft hinter dem Vorstoß Monsantos einen geschickten Schachzug, die wahren Ziele des Unternehmens zu verschleiern.

von Von Rudi Zicke

, 30.07.2008, 12:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Genmais-Felder in Werne haben viele Bedenken und Ängste geweckt.

Die Genmais-Felder in Werne haben viele Bedenken und Ängste geweckt.

„Es ist noch zu früh, den Sekt kalt zu stellen, geschweige denn ihn zu trinken.“ Das sagt der Sprecher der Interessensgemeinschaft gentechnikfreies Werne, Clemens Overmann, zu dem möglichen Ausstieg des Agrarkonzerns Monsanto aus den Gen-Mais-Versuchen in Werne.

Keine klare Aussage

Wie berichtet hatte Monsanto auf Anfrage erklärt, es sei nicht sicher, dass in der Lippestadt weitere Testreihen durchgeführt würden; eine Entscheidung werde erst vor der nächsten Maisaussaat im kommenden Jahr fallen.

Die bisherigen Versuche seien trotz der dreimaligen Zerstörung des Feldes in Schmintrup erfolgreich abgeschlossen worden, ob neue Tests unter anderen Fragestellungen erfolgen, würde noch geprüft.

Das Feld sei zu wertvoll

Overmann und die Interessensgemeinschaft vermuten hinter den Äußerungen des Monsanto-Sprechers Dr. Andreas Thierfelder eher eine „Verschleierungstaktik“.

Der US-Konzern, fürchtet Clemens Overmann, werde sich zweimal überlegen, ob er tatsächlich das einzige Gen-Maisfeld im bevölkerungsreichsten Bundesland aufgeben werde.

Gegner bleiben wachsam

Die IG, der laut Overmann immer mehr Vereine und Institutionen beitreten, werde auf jeden Fall wachsam bleiben, und ihre Aktivitäten weiterhin durchführen.

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