Gelsenwasser rät: Wasserzapfen zu einer bestimmten Tageszeit

dzWasserknappheit

Duschen, Pool auffüllen, Gartenbewässerung: Besonders an heißen Tagen wird viel Wasser gezapft. Gibt es deswegen eine Wasserknappheit in Werne? Der Versorger äußert sich dazu.

Werne

, 18.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit mehreren Wochen bewegen sich die Temperaturen in Werne bei um die 30 Grad Celsius. Um sich abzukühlen, füllen viele Personen ihre Pools auf oder duschen mehrmals täglich. Auch die Pflanzen im Garten brauchen Wasser. Gibt es deswegen einen Wassermangel in Werne?

„Es ist genug Wasser da“, versichert Heidrun Becker, Pressesprecherin von Gelsenwasser, die die Lippestadt mit Wasser versorgt. Die Werner müssten sich keine Sorgen machen, da die verantwortlichen Talsperren Haltern und Hullern noch zu 68 Prozent gefüllt seien.

Im Frühling bei 100 Prozent

Der Wert ist allerdings vom Mittwoch, 12. August. In der vergangenen Woche folgten daraufhin noch mehrere, sehr heiße Tage. „Auch wenn in der Zeit viel verbraucht wurde, sind ein paar Prozent weniger kein Problem“, sagt die Pressesprecherin. Im Winter, wenn es mehr regne, würden die Vorräte aufgefüllt. Im April, Ende Mai eines Jahres seien sie in etwa bei 100 Prozent.

Die starken Regenfälle in Werne am vergangenen Wochenende (15. und 16. August) hätten die Speicher nicht sehr viel aufgefüllt. „Das waren oft nur lokale Schauer. Damit die Vorräte für Werne aufgefüllt werden, muss es im Münsterland regnen“, erklärt Becker. Dort käme das Wasser her, das die für Werne verantwortlichen Wasserwerke Echthausen und Halingen versorge.

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„Im Grundwasser ist von den Wassermengen der vergangenen Tage nicht viel angekommen. Eher wurden die Talsperren gefüllt“, sagt die Gelsenwasser-Vertreterin. Dazu habe es im trockenen Frühjahr 2020 deutlich seltener geregnet. 30 Prozent des Niederschlags der vergangenen Jahre sei in dem Zeitraum gemessen worden.

Bereits in den Jahren 2018 und 2019 habe es zu wenig geregnet. Dazu sei der private und landwirtschaftliche Wasserverbrauch in diesen Jahren fast auf das Niveau von vor 20 Jahren gestiegen, als Bergbau und Industrie in dieser Region noch große Mengen Wasser benötigt hätten.

Ruhrgebiet profitiert von Industrie

Besonders abends würde der Verbrauch an heißen Sommertagen steigen. Um das Rohrnetz zu entlasten und mögliche Ausfälle zu verhindern, appelliert Becker an die Menschen: „Wir können alle mithelfen, das System zu entlasten, wenn am Morgen der Pool gefüllt wird oder die Blumen gegossen werden.“

Insgesamt sei das Ruhrgebiet aber in einer komfortablen Situation, da es durch die nicht mehr vorhandene Industrie in der Region noch ein gutes Netz gebe, dass dem steigenden Verbrauch standhalte.

Wenn es nicht regnet, müssen die Blumen mit dem Gartenschlauch gegossen werden.

Wenn es nicht regnet, müssen die Blumen mit dem Gartenschlauch gegossen werden. © dpa (Symbolbild)

Die Pressesprecherin rechnet aber damit, dass der Klimawandel die Unternehmen während hoher Abgabezeiten in den kommenden Jahren vor mehr Probleme stellen werde. Obwohl wegen der Corona-Pandemie mehr Personen zuhause seien, ließen sich davon dagegen noch keine Folgen für den Wasserverbrauch ableiten.

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