Wird das Garbe-Gelände in Werne eine weitere Zufahrt von der Umgehungsstraße bekommen? Und wer bezahlt diese? Darüber beriet der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung. © Garbe Industrial Real Estate
Politik in Werne

Garbe-Gelände in Werne: Wird es eine Zufahrt von der Umgehungsstraße geben?

Die CDU-Fraktion befürchtet einen zunehmenden Lkw-Verkehr auf der Straße Wahrbrink in Werne. Sie fordert eine neue Zufahrt zum „Garbe-Gelände“. Die Gespräche dazu könnten schwierig werden.

In der Politik wächst die Sorge rund um eine Überlastung der Straße Wahrbrink in Werne. „Zu der Zeit, als das Garbe-Gelände noch von der Firma Amazon genutzt wurde, hat sich deutlich gezeigt, dass die Straße Wahrbrink völlig überlastet war und in diesem Zusammenhang auch ziemlich zerstört wurde”, so formulierte es die CDU-Fraktion in ihrem Antrag zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung am Dienstag (15. Juni 2021).

Da dort nun wieder mehrere Logistiker angesiedelt werden, befürchtet man eine erneute Überlastung der Straße. Daher beantragte die CDU die Aufnahme von Gesprächen mit Straßen NRW und der Firma Garbe mit der Zielsetzung, von der Umgehungsstraße eine neue Zufahrt auf das „Garbe-Gelände“ zu errichten.

Gespräche über Zufahrt zum Garbe-Gelände in Werne

„Ich kann den Antrag nur unterstützen”, so Artur Reichert von der FDP. Der Wahrbrink würde sonst überfrachtet. Vonseiten der Verwaltung gab es allerdings wenig Optimismus. „Die Aussicht auf Erfolg bei den Gesprächen mit dem Landesbetrieb Straßen NRW sind gering”, so Adrian Kersting, Abteilungsleiter Straßen und Verkehr bei der Stadt Werne. Der Investor Garbe Industrial Real Estate hatte sich bereits gegenüber dieser Redaktion zu den Plänen geäußert. Eine zusätzliche Grundstückszufahrt sehe er nicht als Problem an, so Geschäftsführer Jan Dietrich Hempel. Eine zusätzliche Erschließung müsse allerdings von der heimischen Politik entschieden und finanziert werden.

Verkehrsgutachten beschränkt Lkw-Verkehr

Grünen Ratsmitglied Klaus Schlüter warf ein, ob man als Ausschuss-Gremium nicht „gepennt” habe, wenn nun der Lkw-Verkehr so stark zunehme und sich weder Investor noch Straßen NRW für die Übernahme der Kosten verantwortlich fühlten. „Haben wir gedacht, das regelt sich von alleine?” Angesichts der Befürchtung, dass der Lkw-Verkehr stark zunehmen könnte, erklärte Baudezernent Ralf Bülte, dass die Baugenehmigung für den Investor Garbe ein Verkehrsgutachten beinhalte, das festlege, welche Lkw-Verkehrszahlen eingehalten werden müssen. Dieses habe auch geregelt, was passiere, wenn der Gebäudekomplex abgerissen und neu gebaut würde, so wie es jetzt der Fall sei.

Grundsätzlich dürfe es nicht mehr Lkw-Verkehr werden als zuvor bei Amazon. An dieses Verkehrsgutachten habe sich der Investor zu halten. „Derzeit wird das Potenzial aber bei Weitem noch nicht ausgenutzt”, so Bülte.

Das Transport- und Logistikunternehmen Hellmann Worldwide Logistics, das auf dem Gelände ein Zentrallager für den Pumpenhersteller Wilo einrichtet, betonte gegenüber dieser Redaktion bereits, dass man nicht für „deutlich mehr Traffic” sorgen werde.

Am Ende stimmte der Ausschuss mit einer Enthaltung für den Antrag der CDU.

Dorsten am Abend

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