Denkmal in Werne

Gammelhaus an Südmauer 27 in Werne: Kanzlei legt juristische Schritte vor

Das Haus an der Südmauer 27 soll nicht länger ein Schandfleck in Werne bleiben. Deshalb prüft die Stadt nun mit externer Expertise rechtliche Schritte gegen den Eigentümer, um bald eine Lösung zu finden.
Für das verfallene Fachwerkhaus an der Südmauer 27 in Werne soll es bald eine Lösung geben. Nun werden rechtliche Schritte gegen den Eigentümer, der das Gebäude seit Jahren verfallen lässt, geprüft. © Andrea Wellerdiek (A)

Schon lange ärgern sich Bürger und Politiker über das verfallene Fachwerkhaus an der Südmauer 27 in Werne. Der Eigentümer lässt das Gebäude seit mehreren Jahren einfach verfallen. So soll es nicht weitergehen. Darin waren sich die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung in ihrer Informationsveranstaltung per Videokonferenz am Dienstagabend (26. Januar) einig.

Der entsprechende Antrag der SPD-Fraktion wurde erneut untermauert. Darin hatte Ulrich Höltmann die Verwaltung noch einmal darum gebeten, alles Erdenkliche zu tun, um eine Lösung zu finden. Und die soll es bald geben, erklärt Baudezernent Ralf Bülte: „Der Antrag und das Haus beschäftigt uns schon länger. Es ist aber sehr schwierig, einzugreifen. Im Moment können wir nur etwas tun, damit das Haus nicht noch mehr verfällt“.

Welche rechtlichen Schritte gegen den uneinsichtigen Eigentümer, der nur das Allernötigste am Haus unternimmt, möglich sind, werde nun geprüft. Eine entsprechende Auflistung aller Möglichkeiten wünschte sich Artur Reichert (FDP) von der Stadtverwaltung. Dazu werde man sich nun externe Expertise von einer erfahrenen Kanzlei einholen, so Bülte.

Baudezernent: „Politik ist bereit, richtig Geld auszugeben“

Eine Enteignung sei, so der Baudezernent, aber das letzte Mittel. Zuvor könnte man durch Ordnungsmaßnahmen dafür sorgen, dass der Eigentümer das Gebäude saniert oder instand hält. Sollte dies nicht zum Erfolg führen, könnte die Stadtverwaltung das Haus mit der denkmalgeschützten Fassade kaufen. „Die Politik ist bereit, richtig Geld auszugeben“, sagt Bülte und weiter: „Ich habe aber auch gesagt, dass das eine fünfstellige Summe werden kann“.

Wie genau die Stadt mit dem Gammelhaus an der Südmauer 27 verfahren wird, darüber sollen die Mitglieder des Ausschusses in der nächsten Sitzung abstimmen. Eine Entscheidung darüber darf nicht via Videokonferenz erfolgen. Rechtlich verbindlich und rechtssicher wird sie erst, wenn sie anschließend in Form einer Dringlichkeitsentscheidung durch den Bürgermeister und den Ausschussvorsitzenden oder ein Ratsmitglied umgesetzt wird.

Denkmalprojekte in Werne schreiten voran

In der Informationsveranstaltung berichtete Ralf Bülte darüber hinaus über drei weitere Denkmalprojekte der Stadt. In der Kirche des Kapuzinerklosters, die umfangreich saniert wird, ist man auf den Zielgeraden. Nur wenige Restarbeiten wie etwa das Aufstellen der Kirchenbänke stünden noch aus.

In großen Schritten komme man auch bei dem Haus an der Bonenstraße 8 voran. Derzeit laufen dort Arbeiten am Dach, bevor im Februar die Dachfenster eingebaut werden können. „Und auch im Gebäude passiert gerade ganz viel. Mit der Ausfachung des Fachwerks und den neuen Balken entsteht da etwas richtig Tolles“, sagt Bülte.

Veränderungen im und am Gebäude wird man künftig auch beim Karl-Pollender-Stadtmuseum erkennen. Dort beginnt nun ein Architekt mit der Schadenskartierung. In der Außenfassade gehören laut Bülte etwa Risse und abgebröckelter Putz dazu. Das Dach sei bereits erneuert worden, aber auch im Gebäude sei einiges zu tun.

In Absprache mit Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer werde man im Detail schauen, wo Handlungsbedarf besteht. Im nächsten Schritt könnten die Gesamtkosten schließlich beziffert werden. Klar ist, dass es Fördermittel von Bund und dem Land NRW in Höhe von 50.000 Euro für die Sanierung gibt.

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