Die Allgemeinverfügungen des Kreises Unna haben auch Auswirkungen auf Werne. © Symbolbild picture alliance/dpa
Corona-Pandemie in Werne

Feiern, Sport, Kitas, Schulen: Stadt Werne reagiert auf Allgemeinverfügung

Am Samstag (10. Oktober) hat der Kreis Unna eine zweite Allgemeinverfügung veröffentlicht. Die hat auch Auswirkungen auf Werne. Dazu haben wir mit der Stadt Werne gesprochen.

Am vergangenen Donnerstag hat der Kreis Unna den kritischen Wert von 50 Infizierten auf 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen überschritten. Deshalb hat der Kreis am Samstag innerhalb von drei Tagen eine zweite Allgemeinverfügung veröffentlicht, die beide auch Auswirkungen auf die Stadt Werne haben. Insbesondere was private Feiern, Sport, Schulen und Kinderbetreuung angeht. Diese neuen Regeln gelten bis zum 25. Oktober.

Schon in der vergangenen Woche hatte Werner Kneip vom Werner Ordnungsamt das Anrufaufkommen wegen Fragen rund um private Feiern auf 50 bis 70 pro Tag geschätzt. Dieser Wert hielt sich bis in den Montag hinein, so Kneip.

Mit den Allgemeinverfügungen war es von Freitag auf Samstag noch erlaubt, mit 50 Personen zu einem herausragenden Anlass in öffentlichen Räumen zu feiern. Mit der neuen Verfügung reduzierte sich die Zahl dann am Samstag um 0 Uhr auf 25. In der vorangegangenen Verfügung waren Bürger lediglich im privaten Raum dazu angehalten worden, 25 Personen möglichst nicht zu überschreiten. Nun ist im öffentlichen Raum mit der 26. Person Schluss. Feiern von 25 bis zu 150 Personen sind genehmigungspflichtig.

Eine gemeldete Feier hatte nicht gegen Vorgaben verstoßen

Zum einen habe man Ausrichter solcher Feiern selbst über die Änderungen informiert, so Kneip. Auf der anderen Seite habe es aber auch einige gegeben, die die Feiern selbstständig abgesagt hatten. In einem Fall habe eine Person eine Feier in einem Veranstaltungsraum gemeldet, die ihrer Einschätzung zufolge mehr als 50 Personen umfasse. Das, so Kneip, sei nach einer Prüfung des Ordnungsamtes aber nicht der Fall gewesen. „Wir haben keinen Verstoß festgestellt.“

In Sachen Anrufe wechselte die Themenlage derzeit von privaten Feiern zu Urlauben und Coronatests. Hier sagt Werner Kneip klar: „Hier sind wir der falsche Ansprechpartner.“ Bei Fragen rund um Coronatests ohne Symptome für Urlaubsreisen seien Bürger beim eigenen Hausarzt, der NRW-Corona-Hotline und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KWVL) richtig aufgehoben.

Besonders den Sportbereich haben die Allgemeinverfügungen getroffen: weder Trainings- noch Spielbetrieb ist im Kontaktsport im Kreis und damit auch in Werne erlaubt – das umfasst sowohl Fußball, Basketball, Volleyball und Hockey. Nicht betroffen ist etwa Gymnastik. Noch am Wochenende mussten Spiele abgesagt werden „Für die Mannschaften ist das nicht so schön“, sagt Norbert Hölscher vom Sportdezernat. Insbesondere dann, wenn Auswärtsspiele gegen andere Vereine anstünden, die in der Zwischenzeit weiter trainieren können.

Masken im Unterricht und in den Grundschulen

Im Schulbereich wurden die Grundschulen gebeten zu prüfen, inwieweit eine Mund-Nasen-Bedeckung für die Kinder möglich ist. Dies werde flächendeckend beibehalten, so Schulamtsleiterin Kathrin Kötter – auch in den Ferien. Ebenso weiterhin die festen Betreuungsgruppen. Veranstaltungen und Ausflüge wurden derweil abgesagt. Auch in den weiterführenden Schulen wird eine Maske im Unterricht empfohlen.

Im Kita-Bereich sei zu merken, dass Eltern ihre Kinder bei einem leichten Husten etwa eher zu Hause behielten, so Jugendamtsleiter Maik Rolefs. Eine Kita habe die Elternschaft darum gebeten, ihre Kinder wenn möglich zu Hause zu behalten. Außerdem werde nun empfohlen, Kinder wieder soweit möglich in festen Bezugsgruppen zu betreuen. Darauf habe man schon vorher geachtet, so Rolefs. Nun solle aber auch etwa das gruppenübergreifende Spielen im Sandkasten vermieden werden.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller
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