Feuerwehr nach 10. Fehlalarm im Wahrbrink: „Müssen aufpassen, dass wir nicht abstumpfen“

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Sie rücken in ihrer Freizeit aus und helfen in der Not: die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr. Doch Fehlalarme zehren an ihren Kräften - und können sogar für alle Werner gefährlich sein.

Werne

, 07.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war schon jetzt einer der ärgerlichsten Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Werne des Jahres. Am Donnerstag, 2. Januar, musste sie zu einem Fehlalarm im Gewerbegebiet Wahrbrink ausrücken - der zehnte innerhalb eines Jahres in einem alten leer stehenden Logistik-Gebäude.

„Wir haben uns massiv beschwert“, sagt Brandoberinspektor Bodo Bernsdorf auf Anfrage der Redaktion. „Unsere Ehrenamtlichen müssen am nächsten Morgen arbeiten, werden mitten in der Nacht rausgeklingelt und erleben dann schon wieder einen Fehlalarm“, beschreibt Bernsdorf die Situation - und genau die kann gefährlich werden.

Feuerwehrsprecher warnt vor Auswirkungen der Fehlalarme

„Wir müssen aufpassen, dass wir nicht abstumpfen, weil wir denken, es ist wieder nur ein Fehlalarm“, so Bernsdorf. „Dann nimmt man das eventuell einmal nicht so ernst und dann ist auf einmal wirklich was los und man hat ein großes Problem.“

Verursacher der ärgerlichen Einsätze ist eine defekte Sprinkleranlage in einem alten Logistik-Gebäude im Gewerbegebiet Wahrbrink. Hier komme es immer wieder zu einem Druckabfall, der die Brandmeldeanlage auslöst und für einen Alarm bei der Feuerwehr sorgt.

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Eigentlich ging man bei der Feuerwehr davon aus, dass der Unternehmer die Sprinkleranlage von der automatischen Meldeeinrichtung getrennt habe, denn im betreffenden Gebäudeteil lagern keine Waren. Doch ganz so einfach ist das nicht.

Es können nicht nur Teile der Meldeeinrichtung abgestellt werden und umliegende Hallen, wie etwa die von Hella, sollen weiter Alarm schlagen, wenn etwas ist.

Fehlalarme durch defekte Sprinkleranlage soll ein Ende haben

Von den zehn Einsätzen innerhalb des vergangenen Jahres in der alten Lagerhalle wurden sechs von der defekten Sprinkleranlage ausgelöst. Doch das soll bald ein Ende haben.

Laut Informationen der Feuerwehr soll die Sprinkleranlage am Donnerstag, 9. Januar, repariert werden. „Da hoffen wir jetzt drauf“, sagt Bernsdorf. Die Zahl der ärgerlichen Fehlalarme soll dadurch sinken.

49 aufgeschaltete Anlagen mit Hunderten Meldern haben die Unternehmen in Werne installiert. Sie haben 2019 insgesamt 17 Fehlalarme durch technische Defekte ausgelöst - mehr als jeder Dritte geht dabei auf das Konto der Sprinkleranlage in der leer stehenden Lagerhalle im Gewerbegebiet Wahrbrink.

„Bei Hunderten von Meldern in Werne sind 17 Fehlalarme an sich nicht schlecht. Aber jeder ist natürlich einer zu viel“, sagt Bernsdorf. Hinzu kamen 2019 20 Auslösungen durch äußere Einflüsse wie Reinigung, Schweißen, etc., zwei böswillige Alarmierungen (Druckknopf-Melder ohne Anlass betätigt) und drei Alarme zu einem echten Ereignis.

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