Tricks zum Fasten: Fastenleiterin Annette Alfermann weiß, wie man durchhält

dzFasten im Kloster

Etwas Gutes für Körper und Geist tun: Das ist die Idee hinter dem Heilfasten, das es seit mehr als 20 Jahren im Kloster Werne gibt. Wie man durchhält, weiß Fastenleiterin Annette Alfermann.

Werne

, 28.03.2019, 12:44 Uhr / Lesedauer: 3 min

Entschlacken, den Körper regenerieren und die Sinne auf das Wesentliche richten – all das ist mit dem Heilfasten möglich. Zum 21. Mal bietet die geprüfte Fastenleiterin Annette Alfermann im Kapuzinerkloster Werne das Heilfasten an. Dieses Mal gilt es, acht Tage lang auf gewisse Speisen und Getränke zu verzichten. Doch wie hält man überhaupt durch und für wen ist Heilfasten geeignet? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Heilfasten.

? Wieso fasten die Menschen?

Die meisten möchten etwas Gutes für den Körper und die Seele tun. Es geht um das eigene Wohlbefinden. Mit dem Fasten können die Sinne geschärft werden. „Man riecht und schmeckt intensiver“, weiß die Fastenleiterin Annette Alfermann. Die 62-Jährige stellt klar: „Fasten ist keine Methode zum Abnehmen. Es können gewisse Ernährungsgewohnheiten umgestellt werden, die dazu führen, dass man abnimmt. Aber das steht ganz klar nicht im Fokus“, sagt sie. Es sei eher ein Nebeneffekt. Ein Teilnehmer habe schon einmal fünf Kilogramm in zehn Tagen Fasten abgenommen.

? Für wen ist das Heilfasten geeignet?

Das Heilfasten nach Buchinger ist Fasten für Gesunde. Es ist geeignet für Männer und Frauen im Alter von 18 bis 75 Jahren. „Wer Medikamente nehmen muss, muss das Fasten vorher mit dem Arzt absprechen“, sagt Fastenleiterin Annette Alfermann. Ein ärztliches Attest muss auch für die rechtliche Absicherung vorgelegt werden. Der Verzicht muss freiwillig geschehen, „ansonsten passieren aufgrund der Hormone andere Dinge im Körper, die etwa Stress verursachen“, so Alfermann.

? Welche Speisen sind während der Fastenzeit erlaubt?
Auf feste Nahrung sollten die Fastenden für acht bis zehn Tage verzichten. Normalerweise nimmt man täglich ein Viertel Liter Gemüse- oder Obstsäfte zu sich und selbst gekochte Brühe. Dazu zwei bis drei Teelöffel Honig – am besten in einem Tee – zuführen. „Die ganz schlanken Personen müssen zusätzlich Eiweiß zu sich nehmen. Das geht zum Beispiel mit 200 bis 250 Gramm Joghurt oder Quark. Das sättigt auch schon ganz gut“, erklärt Alfermann.

? Man soll während der Fastenzeit nicht hungern. Gelingt das denn auch in der Praxis?

„In der Regel klappt es“, sagt Alfermann. Es sei generell wichtig, zwischen Hunger und Appetit zu unterscheiden. „Die meisten essen gar nicht, weil sie Hunger haben, sondern aufgrund ihres Essverhaltens: weil es 12 Uhr ist, weil gerade etwas lecker riecht.“ Wer aber wirklich während der Fastenzeit über Magenschmerzen oder Knurren im Bauch klagt, könne kleine Mengen Joghurt oder Haferflocken essen, so die Fastenleiterin.

? In welchen Momenten wird das Fasten besonders schwierig?

Vor allem die ersten zwei bis drei Tage sind schwierig, weil man sich erst an die neue Situation gewöhnen muss. Das ist nicht immer ganz leicht. Aber es gibt Tricks, wie Annette Alfermann weiß. Wer etwa über Kaffee-Entzug und dann über Kopfschmerzen klagt, kann sich schon einige Tage vorher mit verdünntem Kaffee einstellen. Einige hätten auch generell Probleme, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Zwei bis drei Liter täglich sollten es sein. „Das fällt manchen ganz schön schwer. Das muss man üben“, erklärt Alfermann.

? Haben schon Teilnehmer das Fasten abbrechen müssen?

Ja, vereinzelt ist das in den 21 Jahren des Heilfastens im Kloster passiert. Das hatte aber immer gesundheitliche Gründe: zu niedriger Blutdruck oder ein Infekt. „Es hat noch niemand abgebrochen, weil er es psychisch nicht geschafft hat. Das finde ich toll und bemerkenswert“, sagt Alfermann.

Tricks zum Fasten: Fastenleiterin Annette Alfermann weiß, wie man durchhält

Annette Alfermann, ärztlich geprüfte Fastenleiterin, begleitet wieder Interessenten beim Heilfasten im Kapuzinerkloster Werne. © Bernd Warnecke (A)

? Wie viele Personen machen dieses Mal beim Heilfasten im Kapuzinerkloster mit?

Das Publikum ist ganz unterschiedlich. Es sind aber eher jüngere Bürger dabei. Zum Info-Abend kamen mehr als 60 Personen, erzählt Alfermann – darunter etwa ein Drittel Männer. Es sind auch einige Erstfaster dabei. Die Fastenleiterin erkennt seit einigen Jahren einen Trend hin zum Fasten. Seitdem wissenschaftliche Studien belegen, dass der Verzicht nachweislich positive Auswirkungen auf den Körper hat, sei das Thema wieder in aller Munde. „Früher wurde Fasten stark belächelt und kritisiert. Das hat sich stark geändert“, sagt Annette Alfermann.

? Wann geht das Heilfasten im Kloster los und kann man noch mitmachen?

Mit dem gemeinsamen letzten Abendessen am Freitag, 29. März, 19.30 Uhr beginnt das Heilfasten im Kapuzinerkloster. Regelmäßige abendliche Treffen mit spirituellen Anregungen, Austausch, Körperübungen und Ernährungstipps für den Alltag stehen in dieser Zeit auf dem Programm. Fastenleiterin Annette Alfermann und Pater Wolfgang Drews begleiten die Fastenden. Anmeldungen sind noch kurzfristig im Kloster möglich unter Tel. (02389) 989660.

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