Ab sofort: Pfarrer Thomas Hein (56) verlässt Kirchengemeinde Werne auf eigenen Wunsch

dzEvangelische Kirchengemeinde Werne

Mit sofortiger Wirkung verlässt Pfarrer Thomas Hein die Evangelische Kirchengemeinde Werne. Das hat der Kirchenkreis Hamm bestätigt. Ob und wie die Stelle nachbesetzt wird, ist noch unklar.

Werne, Stockum, Herbern

, 15.04.2019, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pfarrer und Seelsorger Thomas Hein verlässt die Evangelische Kirchengemeinde Werne – und das ab sofort. Auf eigenen Wunsch hat der 56-Jährige, der seit September 1998 in der Gemeinde tätig ist, um eine Versetzung gebeten. Diesem Wunsch konnte der Kirchenkreis Hamm in Abstimmung mit der Landeskirche nun entgegenkommen. Bereits zum Montag, 15. April, übernimmt Thomas Hein einen Vertretungsdienst im Kirchenkreis Bielefeld.

„Das Presbyterium stellt es jedem Pfarrer frei, einen solchen Versetzungsantrag zu stellen. Bei Pfarrer Hein ist das auf persönliche Umstände zurückzuführen“, erklärt Pfarrer Dr. Tilmann Walther-Sollich vom Kirchenkreis Hamm. Häufig kämen solche Anträge im hiesigen Kirchenkreis laut Walther-Sollich nicht vor.

Zweite vakante Pfarrstelle

Thomas Hein, der bereits seit knapp einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im Dienst des Pfarrbezirks 3 (Stockum und Herbern) ist, reißt mit seinem freiwilligen Abschied eine neue Lücke in die Evangelische Kirchengemeinde in Werne. Bereits seit Juli 2017 ist die Pfarrstelle im Pfarrbezirk 1 nach dem Abschied von Pfarrer Kai-Uwe Schroeter vakant.

Dr. Hans Lohmann besetzt die Stelle an der Martin-Luther-Kirche im sogenannten Pastoralen Dienst im Übergang (PDÜ). Seine Aufgabe ist es, ein Konzept aufzustellen, um den Weg für einen neuen Pfarrer vorzubereiten.

Verlängerung für Pfarrer Lohmann beantragt

Bis Ende Juni ist sein Vertrag befristet. Ein Antrag auf Verlängerung ist bereits beim Kirchenkreis Hamm eingegangen. „Der Vertrag wird voraussichtlich verlängert. Wir wissen aber noch nicht, wie lange“, sagt Walther-Sollich. Maximal zwei Jahre lang kann Lohmann im PDÜ in der Werner Gemeinde bleiben.

Nun gilt es, auf den Abschied von Pfarrer Thomas Hein zu reagieren. „Wir vertreten Pfarrer Hein schon seit längerer Zeit. Wir werden das weiterhin so machen. Bislang haben wir das alles gut aufgefangen, auch wenn man kein gleichwertiges Angebot anbieten kann mit einer Person weniger“, erklärt Alexander Meese, Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Werne.

Schnelle Lösung gewünscht

Er übernimmt mit Lohmann die Gottesdienste, zudem hat Meeses Ehefrau Carolyne Knoll ihre Probedienststelle von 50 auf 75 Prozent aufgestockt. Ob und wie die Stelle von Thomas Hein besetzt wird, ist noch unklar.

Derzeit prüfen die Zuständigen aus der Kirchengemeinde, des Kirchenkreises und der Landeskirche verschiedene Modelle, erzählt Meese. „Wir hoffen, dass wir schnell eine Lösung finden werden“, sagt er.

Pfarr-Schlüssel ist entscheidend

Pfarrer Dr. Tilmann Walther-Sollich vom zuständigen Kirchenkreis Hamm weist in diesem Zusammenhang auf den Pfarrstellen-Schlüssel im Kirchenkreis hin. Demnach kommt auf 2750 Gemeindemitglieder eine Pfarrstelle. „Für Werne würden das 2,86 Pfarrstellen bedeuten.“

Aktuell seien es mit den Pfarrstellen von Alexander Meese und Hans Lohmann (im Pastoralen Dienst im Übergang) und der 75-prozentigen Probedienststelle von Carolyne Knoll 2,75 Stellen. Man müsse darüber hinaus beobachten, wie sich die Mitgliederzahlen künftig weiter entwickeln. „Im Moment ist man in der Kirchengemeinde Werne gut aufgestellt. Dort wird eine sehr gut Arbeit geleistet“, sagt Walther-Sollich.

Dort ist der Wunsch auf eine Versetzung des Pfarrers seit Anfang des Monats bekannt, erzählt Meese. „Wir legen ihm keine Steine in den Weg und wünschen ihm alles Gute. Ich hoffe, dass er woanders einen guten Start bekommt. Das gönnen wir ihm. Er hat hier schwere Zeiten durchgestanden“, sagt Meese.

Über die genauen Beweggründe für den Versetzungswunsch von Thomas Hein ist bisher nichts bekannt. Er selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Pfarrerin sagt Stelle in Werne ab

Völlig unerwartet: Pfarrerin zieht Bewerbung zurück

Seit Juli 2017 ist die Pfarrstelle in der evangelischen Martin-Luther-Gemeinde verwaist. Vor sechs Wochen kürte das Leitungsgremium eine Kandidatin. Die hat nun völlig unerwartet ihre Bewerbung zurückgezogen. Von Jörg Heckenkamp

Lesen Sie jetzt