Eltern erschlagen: Carsten O. muss in die Psychiatrie

WERNE/DORTMUND Mehr als ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod von Anita und Lothar O. in ihrem Haus an der Werner Schottlandstraße hat das Schwurgericht Dortmund am Freitag den 41-jährigen Sohn Carsten O. auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen - eine Haftstrafe bekommt er nicht.

von Von Martin von Braunschweig

, 25.07.2008, 15:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Carsten O. im Gerichtssaal.

Carsten O. im Gerichtssaal.

Gegen das Urteil legte der Rechtsanwalt von Carsten O. , Hans Rostek, noch am Freitag Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe ein. Bis es dort zu einem Termin kommt, kann es noch Monate dauern. Und Carsten O. wird in der geschlossenen Psychiatie auf den Termin warten. Dass der Beschuldigte der Täter war, stand stets fest. Zuletzt hatte er auch im Prozess selbst zugegeben, dass er im Juni 2007 seine schlafenden Eltern mit einem schweren Vorschlaghammer erschlagen habe. „Es war ein absoluter Hass- und Racheakt“, hatte Carsten O. noch am Mittwoch im Prozess erklärt. Dort war der Werner ausgerastet und hatte Richter und Staatsanwaltschaft beschimpft. Richter sehen Carsten O. schuldunfähig

Bestraft werden kann er für die tödlichen Hammerschlägen jedoch nicht. Nachdem Psychiater Bernd Roggenwallner dem 41-Jährigen eine schwere psychische Erkrankung attestiert hatte, erkannte das Schwurgericht auf Schuldunfähigkeit. Carsten O. müsse jedoch auf unbestimmte Zeit in einer geschlossenen Einrichtung therapiert werden, um die Allgemeinheit vor ihm zu schützen.Verteidiger hatte Freispruch beantragt

Verteidiger Holger Rostek hatte dagegen Freispruch beantragt. Seiner Ansicht nach sei eine psychische Erkrankung nicht nachgewiesen. Die Tat sei vielmehr dadurch erklären, dass der Beschuldigte damals mehr als vier Promille Alkohol im Blut gehabt habe.

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