Schweinekopf auf dem Fahrersitz: Unbekannte legen abgetrennten Schädel in Werner Auto

dzBizarrer Einbruch ins Auto

Unbekannte zerschmetterten die Seitenscheibe und legen einen Schweinekopf und ein Foto auf dem Fahrersitz. Die Betroffenen sind in Aufruhr - die Polizei stellte das Verfahren ein.

Werne

, 27.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der Brevingstraße seitlich vom Köttersberg wurde in der Nacht vom 16. auf den 17. September in einem Opel Astra Cabriolet ein Schweineschädel auf dem Fahrersitz gelegt. Der unbekannte Täter schlug erst die Scheibe ein und legte dann den abgetrennten Schweinekopf auf den Fahrersitz. Daneben ein Foto, welches die Nachbarsfamilie von hinten zeigt.

Die Polizei stellte im Dezember in Ermangelung von Beweisen das Verfahren ein. Die betroffene Nachbarin, die auf dem beiliegenden Foto zu sehen ist, sucht nun nach Zeugen, um den Fall doch noch aufzuklären.

Nachbarn sind in Aufruhr

„Das lässt einem überhaupt keine Ruhe“, berichtet die Betroffene Birthe Straschewski. „Da schläft man nicht mehr gut. Ich habe jetzt noch Angst um meine Familie“, erzählt die Anwohnerin. „Mein Mann hat am Morgen des 17. Septembers ein Foto in unserer Einfahrt gefunden. Das Foto zeigte unsere Familie von hinten. Der Kopf meines Mannes war eingekreist“, berichtet sie.

Schweinekopf auf dem Fahrersitz: Unbekannte legen abgetrennten Schädel in Werner Auto

Dem Schweinekopf lag ein Foto bei, welches die Straschewskis zeigt. © Birthe Straschewski

„Wir fanden das reichlich seltsam, dachten uns aber nichts dabei. An dem Foto klebte eine Flüssigkeit - da ahnten wir nicht, dass das Schweineblut sein könnte.“ Als Straschewski mit ihrem um die Ecke geparkten Auto zur Arbeit fuhr, bekam sie einen Anruf von einer besorgen Nachbarin, die berichtete, dass sie das Auto eines Nachbarn mit eingeschmissener Scheibe vorgefunden habe. Auf dem Fahrersitz: Ein abgetrennter Schweinekopf und ein ähnliches Foto wie in Straschewskis Einfahrt.

Kameras sollen nun Haus und Familie schützen

Der Nachbar, dem das Auto gehörte, war zu der Zeit mit seiner Freundin im Urlaub. Das Foto in der Einfahrt der Straschewskis gelangte vermutlich durch einen Windzug aus dem Auto in die Einfahrt und wurde nicht absichtlich dort drapiert, mutmaßt Straschewski. „Über den Fund des Schweinekopfes waren wir alle schockiert. Ich war so besorgt um meine Familie, dass ich meine Tochter jeden Tag zum Schulbus gebracht und nachts kaum ein Auge zugetan habe“, erzählt sie.

Deshalb bestellte Straschewski einen Sicherheitsdienst, welcher Kameras im Wert von 700 Euro rund um ihr Haus anbrachte.

Schweinekopf begann bereits, sich zu zersetzen

Da es im September noch sommerlich warm war, begann der Schweinekopf vor Eintreffen der Polizei bereits, sich zu zersetzen. Das Auto stank laut Angaben Straschewskis bestialisch - die Aufbereitung des Wagens kostete 750 Euro. Weitere Vorfälle dieser Art habe es seither nicht mehr gegeben - die Sorge bliebe jedoch. Auch der Nachbar montierte privat in seiner Mietwohnung eine Kamera und parke seither weit entfernt.

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Wer den Schweinekopf in das Auto gelangt hat und was die Straschewskis damit zu tun haben, bleibt unklar. Weder die Straschewskis noch der Eigentümer des Fahrzeuges haben laut Straschewskis Angaben „Feinde“, die für die Tat verantwortlich sein könnten. Lediglich Parkplatzprobleme sorgten in der letzten Zeit häufiger für Diskussionen in der Nachbarschaft - Straschewski bezweifelt, dass dort der Grund für den Kopf auf dem Fahrersitz läge.

Suche nach Hinweisen über Facebook

Nun bittet Straschewski auf Facebook um Hinweise zum Täter. „Vielleicht weiß ja jemand, wo der Täter den Kopf herhaben könnte oder hat ihn sogar bei der Tat beobachtet“, hofft die besorgte Anwohnerin. Die Polizei wurde umgehend über den Fall informiert.

Der Fahrzeugbesitzer bewahrte den Schweinekopf während der laufenden Ermittlungen in seiner Kühltruhe auf - weitergeholfen hat dieses Beweismittel jedoch nicht. Vor rund zwei Wochen wurde das Verfahren eingestellt, da es keine Hinweise auf den Täter gab. Laut Straschewski ging die Polizei von einem Einbruchsdelikt aus - der Fahrzeugbesitzer und Straschewski gehen davon aus, dass mehr dahinter steckt. Gestohlen wurde aus dem Auto nichts.

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