Der Sommer hat kaum begonnen, schon verderben die ersten Nester des Eichenprozessionsspinners (EPS) die Freiluftlaune. Trotz aller Gegenmaßnahmen: Es wird nicht besser. Ganz im Gegenteil.

Werne

, 07.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Kaum sind die ersten warmen Juni-Tage ins Land gegangen, trudelten bei der Stadt Werne die ersten Meldungen über den höchst unwillkommenen Sommerbegleiter ein: Der Eichenprozessionsspinner macht sich an verschiedenen Stellen der Stadt wieder breit.

Deshalb kommt es in diesem Tagen zu ersten Sperrungen beziehungsweise Warnungen auf einzelnen Straßenabschnitten. Burkhard Klinkhammer, bei der Stadtverwaltung für Grün-Angelegenheiten zuständig, hat ein ungutes Gefühl: „Ich befürchte, dass es in diesem Jahr noch schlimmer wird als im vergangenen.“

Schädling ist in diesem Jahr in Werne noch viel lästiger - mehr Sperrungen drohen

Wie schon im vergangenen Jahr sind Bäume am Fußgweg längs des Christophorus-Gymansiums befallen. © Jörg Heckenkamp

Am Donnerstag, 6. Juni, habe er 14 Warnschilder abgeholt und sie beim Bauhof abgeladen. Dessen Mitarbeitern „sollen am heutigen Freitag oder spätestens nach Pfingsten“ die ersten Warnhinweise aufstellen. Betroffen sind zunächst:

  • Zugang zum Stadtwald von der Selmer Straße aus (Vogelschießplatz)
  • Wendehammer an der Lohstraße (Containerstandort)
  • Fußweg für der Fischerhofbrücke über die Lippe
  • Funnenstraße
  • Stockumer Straße ab Einfahrt Brede

Zu letzterer Stelle merkt Klinkhammer an: „Dort ist schon richtiger Kahlfraß zu sehen“. Der Autor dieses Artikels entdeckte beim Abendspaziergang am Donnerstag, 6. Juni, an altbekannter Stelle ein neues Nest: am Fußweg parallel zum Christophorus-Gymnasium Richtung Krankenhaus-See. Den Bereich hatte die Stadt im vergangenen Jahr wochenlang sperren müssen.

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Der städtische Grünexperte meint denn auch im Gespräch mit der Redaktion: „Ich denke mal, die 14 Schilder werden dieses Jahr auf keinen Fall reichen. Es wird wohl schlimmer in diesem Jahr.“

Und das trotz einiger Vorbeugungsmaßnahmen, etwa durch die Herberner Schädlingsbekämpfungsfirma Angelkort. Die war es auch, die am Donnerstagvormittag am Grote-Dahl-Weg die unwillkommenen und gefährlichen Sommergäste von einigen Bäumen abgesaugt hat.

Frohsinn-Schützenball war vom Schädling bedroht

Grund: In dem Bereich will der Schützenverein Frohsinn 07 am Sonntagabend, 9. Juni, ab 20 Uhr seinen großen Festball anlässlich des Pfingstschützenfestes feiern.

Gerd Muck, Sprecher von Frohsinn 07 bestätigt: „Die Firma Angelkort hat etwa ein halbes Dutzend Bäume im Bereich des Parkplatzes am Sportzentrum Grote-Dahl-Weg abgesaugt.“ Auf dem Parkplatz steht das Festzelt der Schützen. Gerd Muck ist froh: „Jetzt können wir dort in unserem Festzelt feiern.“

Allerdings seien im weiteren Verlauf des Grote-Dahl-Wegs offenbar noch viele weitere Bäume gefallen.

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Tipps vom Kreis Unna Da die giftigen Brennhaare der Raupen Entzündungen oder allergische Reaktionen bei Mensch und Tier auslösen können, rät der Kreis: „Abstand halten zu Eichen, in denen die Tiere ihre Nester gebaut haben. Besonders beliebt sind bei den haarigen Insekten freistehende Eichen sowie Eichen, die in der Sonne stehen.“ Außerdem rät Amtsarzt Dr. Roland Staudt bei Kontakt mit den Brennhaaren möglichst bald duschen zu gehen und die Kleidung bei 60 Grad zu waschen. Geht das nicht, sollte man betroffene Hautstellen zumindest mit kühlem Wasser waschen und trocken tupfen. Durch rubbeln können die giftigen Härchen noch tiefer in die Haut eindringen, so der Arzt.
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