Salben gegen Juckreiz und Allergietabletten sind in Werner Apotheken stark nachgefragt

dzEichenprozessionsspinner

Viele Werner klagen über die Folgen des Eichenprozessionsspinners. Das sorgt für eine starke Nachfrage bei Arzneimitteln in den Apotheken. Einige Kunden mussten schon vertröstet werden.

Werne

, 29.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Juckreiz, Hautentzündungen oder Atembeschwerden: Viele Werner Bürger klagen zurzeit über die Folgen des Eichenprozessionsspinners. Wer mit den giftigen Brennhaaren der Raupe in Kontakt gekommen ist oder sie eingeatmet hat, kann gesundheitliche Probleme bekommen.

Die Nachfrage nach Heilmitteln wie schmerzlindernden Salben (Beta Galen, Hydrocortison, Monovo-Creme) oder Antiallergika (Cetirizin) ist in Werne aktuell sehr groß. In der Apotheke am Steinhaus etwa mussten Kunden gar zeitweise vertröstet werden, erzählt Michaela Limper, Pharmazeutisch-Technische Assistentin.

Schnelle Nachbestellungen möglich

„Am Montag hatten wir nichts mehr vorrätig. Da mussten wir einige entsprechende Arzneimittel nachordern. Das geht zum Glück innerhalb von zwei bis drei Stunden“, sagt Limper. Nun habe man die Mittel gegen Juckreiz und Hautentzündungen wieder vorrätig da.

Vor allem am vergangenen Wochenende im Apotheken-Notdienst hätten viele Kunden über die Folgen des Eichenprozessionsspinners geklagt, erzählt auch Julia Matlachowsky, Leiterin der Apotheken am Steinhaus und am Solebad.

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Ganze Fahrradgruppe betroffen

Vor allem Menschen, die sich viel in der Natur aufhalten, etwa Sportler oder Radfahrer, seien betroffen. „Wir hatten eine ganze Fahrradgruppe hier, die aussah wie ein Streuselkuchen“, erzählt die Expertin. Neben Salben und Antiallergika helfen laut Matlachowsky auch Umschläge und das Kühlen der betroffenen Körperpartien.

Wer schlecht zur Ruhe kommt, könne außerdem Fenistiltropfen nehmen. In vereinzelten extremen Fällen habe ihr Team auch hochdosierte Kortison-Salben an Betroffene verkauft.

Nachschub geordert

Bei der Behandlung von Kindern sei dies das letzte geeignete Mittel, so Matlachowsky. Hier könnten eher Tinkturen wie bei der Behandlung von Windpocken helfen. Generell könne man sich nur über die Kleidung vor den giftigen Brennhaaren schützen, so die Expertin.

In ihren beiden Apotheken am Steinhaus und am Solebad habe es bislang noch keine Liefer-Engpässe der Arzneimittel gegeben. „Wir konnten zum Glück bis jetzt immer schnell Nachschub vom Großhandel bekommen“, sagt Matlachowsky.

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Extreme Ausmaße

Einige Arzneimittel nachbestellen mussten auch die Kollegen aus der Christophorus-Apotheke in der Steinstraße. „Der Vorrat reichte nicht aus. Wir konnten aber innerhalb eines halben Tages nachordern“, sagt Apothekerin Antje Boos.

Sie erkenne auch eine deutlich höhere Nachfrage nach bestimmten Salben und Antiallergia. In dieser Woche sei es besonders extrem gewesen. „Letztes Jahr war der Eichenprozessionsspinner auch schon ein Thema. Aber längst nicht in dem Ausmaß wie jetzt“, so Antje Boos.

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