Per Post, digital, durch das Fenster oder in der Turnhalle: Die Schulen in Werne gehen unterschiedliche Wege bei der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse. © Optik Martin Klose
Schulen in Werne

Durchs Fenster, per Post oder E-Mail: So werden die Zeugnisse in Werne verteilt

Per Post, per Mail, digital oder vor Ort: Jede Schule in NRW darf selbst entscheiden, wie sie die Zeugnisse an die Schüler im Homeschooling verteilt. In Werne geht man ganz unterschiedliche Wege.

Ein Halbjahr mit besonderen Herausforderungen geht an den Schulen in Nordrhein-Westfalen zu Ende. Die vergangenen Wochen haben die Schüler im Homeschooling verbracht. Auch die Halbjahreszeugnisse werden mit Abstand nun verteilt. Dabei gab es keine Vorgaben vom Schulministerium des Landes NRW. Die Schulen dürfen selbst entscheiden, wie sie ihre Zeugnisse unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen an die Schüler verteilen. In Werne geht man ganz unterschiedliche Wege.

Der Tag, an dem es Zeugnisse gibt, ist vor allem für jüngere Schüler ein ganz besonderer. Zu den Halbjahreszeugnissen für das Schuljahr 2020/21 allerdings müssen sie sich darauf einstellen, dass die Lehrer die Unterlagen nicht unbedingt persönlich übergeben können.

Zeugnis durch das Fenster überreicht

An der Uhlandschule in Werne allerdings übernehmen das wie gewohnt die jeweiligen Klassenlehrer. „Die Kolleginnen werden die Zeugnisse durchs Fenster an die Schüler der dritten und vierten Klasse überreichen“, erklärt Schulleiterin Eleonore Neumann. Mit gewissem Abstand werden am Donnerstag (28. Januar) von 8 bis 10 Uhr die Fenster geöffnet, um die Kopien der Zeugnisse zu verteilen. Tags darauf können die von den Eltern unterschriebenen Kopien wieder an die Lehrkräfte zurückgegeben werden.

„Die Lehrerinnen stehen in der Schule und die Schüler auf der anderen Seite draußen auf dem Schulhof. Wir haben also eine Schutzwand dazwischen. Es besteht keine Gefahr“, sagt die Schulleiterin. Die Zeugnisausgabe sei ein formaler Akt, der an der Uhlandschule deshalb nicht per Post erfolgen sollte, erklärt Eleonore Neumann. Einen Sprechtag könne man vor Ort dieses Mal nicht anbieten, allerdings wurden die Eltern und Schüler vorab über die Noten informiert.

Post aus der Kardinal-von-Galen-Schule in Werne

An der Kardinal-von-Galen-Schule werden einige Zeugnisse hingegen in dieser Woche per Post überreicht. Die 36 Drittklässler finden ihre Noten dann in kopierter Version im Briefkasten. Das Original-Zeugnis soll es dann geben, wenn die Schüler wieder im Präsenzunterricht sind, erklärt Cordula Stamm, kommissarische Schulleiterin. Das kann jedoch noch dauern.

„Falls Eltern das Original-Zeugnis doch eher haben möchten, können wir einen Termin vereinbaren oder das gleichzeitig mit einer Material-Ausgabe an der Schule erledigen. Da sind wir flexibel“, sagt Stamm.

Die 63 Viertklässler, die für die Anmeldung an den weiterführenden Schulen die Original-Unterlagen sofort benötigen, bekommen ihre Zeugnisse am Freitag an der Schule. In verschiedenen Zeiträumen werden die Klassenlehrerinnen an unterschiedlichen Eingangstüren die Zeugnisse überreichen. Zunächst gibt es da auch die kopierte Version.

„Die Eltern haben dann aber die Möglichkeit, das kopierte Zeugnis direkt vor Ort zu unterschreiben und bekommen dann gleich auch die Original-Version. Dann müssen sie nicht extra zweimal zur Schule kommen“, erklärt Stamm. Die Mütter und Väter seien darüber informiert worden und seien mit dem Prozedere einverstanden gewesen. Beratungsgespräche seien bereits im Vorfeld erfolgt, könnten auf Wunsch jedoch auch am Freitag noch stattfinden, so Stamm weiter.

Zeugnisse per Post sind eine Kostenfrage

Die Zeugnisse per Post zu verschicken, kommt hingegen an der Marga-Spiegel-Sekundarschule nicht in Frage. „Da müsste man für 850 Schüler die Zeugnisse eintüten und sie für jeweils 1,55 Euro Porto rausschicken. Das Ganze ist eine Kostenfrage. Ich kann mir andere Dinge vorstellen, wie man das Geld sinnvoller einsetzt“, sagt Schulleiter Hubertus Steiner.

Die Zeugnisse gibt es am Freitag deshalb für die Zehntklässler vor Ort. Im Fünf-Minuten-Takt kommen die Schüler zwischen 7.45 Uhr und 11.15 Uhr in die Schule, um ihre Zeugnisse bei den Klassenlehrern abzuholen. „Sie wurden aufgefordert, dass sie zeitversetzt und mit Abstand zur Schule kommen und sich danach nicht treffen“, sagt Steiner. Für die Schüler aus den Klassen 5 bis 9 gibt es die Zeugnisse digital über den eigenen Messengerdienst „schoolFox“.

Eine Beratung wird es bei der Zeugnisausgabe nicht geben, wie Steiner erklärt. „Die Schüler kennen ihre Noten sowieso schon vorher. Es gibt da keine Überraschungen. Wir begleiten die Schüler schon die ganze Zeit, indem wir sie beraten und ihnen Tendenzen aufzeigen“, so der Schulleiter weiter. Wer dennoch eine zusätzliche Beratung wünscht, bekäme die telefonisch.

Denn generell gilt: Die im Zusammenhang mit der Zeugnisvergabe bestehenden Beratungspflichten, vor allem in der Grundschule, bleiben weiter bestehen, heißt es aus dem Schulministerium des Landes NRW.

Zeugnisübergabe an den Gymnasien vor Ort

Eine Zeugnisausgabe vor Ort gibt es am Anne-Frank-Gymnasium. Bereits am Freitag (22. Januar) haben die Schüler der Q2 ihre Zeugnisse abgeholt. Jeweils zehn Schüler haben sich dafür in einem Zeitfenster von etwa 30 Minuten in der Schule eingefunden. „Die Schüler haben uns versichert, dass sie sich nicht auf dem Schulhof treffen, sondern entsprechend Abstand halten. Das hat reibungslos geklappt“, erzählt Thorsten Kluger, stellvertretender Schulleiter.

Die Schüler haben sich dann im Einbahnstraßen-System in der Schule bewegt, um sich ihre Zeugnisse abzuholen. Genauso wird es auch mit den anderen der insgesamt etwa 200 Oberstufenschülern der Q1 und EF geregelt, die am Freitag ihre Unterlagen abholen können.

Zeugnis per E-Mail oder über den Server

Für die circa 450 Schüler der Klassen 5 bis 9 hingegen wird es anders laufen: Hier habe es eine Einverständniserklärung der Eltern gegeben, die Noten auf digitalem Wege zu überreichen. „Die Eltern können entscheiden, ob das Zeugnis per E-Mail verschickt oder auf unserem Cloud-Server, auf dem man nur die Unterlagen des eigenen Kindes einsehen kann, hochgeladen werden soll“, erklärt Kluger.

Wer das aus Datenschutzgründen nicht möchte, könne das Zeugnis vor Ort mit einem Termin abholen. Die meisten Eltern hätten sich aber für die digitale Übermittlung ausgesprochen, so Kluger weiter. „Man merkt schon, dass man jetzt mehr über die Sicherheit seiner Daten im Netz nachdenkt. Aber der Weg per Mail oder über den Server ist normalerweise unproblematisch und zu 99,9 Prozent sicher“, erklärt Kluger.

Beratungsgespräche finden generell zu einem späteren Zeitpunkt am AFG statt. Entweder dann, wenn die Schüler wieder zum Präsenzunterricht kommen dürfen oder bei Bedarf auch vorher telefonisch. „Das ist vor allem dann wichtig, wenn es um eine Gefährdung geht, wenn man sieht, dass man mit den aktuellen Noten nicht versetzt werden würde. Dann gibt es entsprechende Lern- und Förderempfehlungen für die Schüler, um sich zu verbessern“, sagt Kluger.

Zeugnis in der Aula, Mensa oder Turnhalle

Auch nebenan am St.-Christophorus-Gymnasium holen sich die Schüler ihre Zeugnisse vor Ort ab. In der Zeit von 8 bis 14 Uhr werden die Mädchen und Jungen klassenweise zur Schule kommen. Dort gibt es dann entweder in der Aula, Mensa oder Turnhalle die Zeugnisse.

„Die einzelnen Klassen werden sich dabei gar nicht begegnen. An diesem Morgen geht es um die reine Ausgabe von Dokumenten ohne unterrichtliche Veranstaltung“, teilen die Verantwortlichen um Schulleiter Thorsten Schröer im Elternbrief mit. Mit den Zeugnissen erhalten die Schüler auch die Klassen- und Projektarbeiten zurück, die in die Halbjahresnote eingeflossen sind.

Am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg bekommen die Schüler, die ihre Halbjahreszeugnisse für Bewerbungen benötigen, ihre Unterlagen am Freitag vor Ort ausgehändigt. Über den Tag verteilt kommen die Schüler in Klassen zur Schule, wo sie im Sekretariat ihre Zeugnisse abholen können, erzählt Schulleiter Helmut Gravert. Alle anderen Schüler bekommen auf demselben Weg in der kommenden Woche ihre Zeugnisse.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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