Drogen- und Waffenbesitz: Angeklagter kämpft um Bewährungsstrafe, wird aber vom Virus ausgebremst

Landgericht Dortmund

Ein 30-jähriger Angeklagter aus Werne kämpft seit Montag vor dem Dortmunder Landgericht um eine Bewährungsstrafe. Das Coronavirus bremst seine Bemühungen jedoch vorerst aus.

Werne

, 16.03.2020, 16:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bei einer Durchsuchung der Wohnung eines 30-jährigen Mannes aus Werne stellte die Polizei im Januar 2019 neben Drogen und Bargeld auch ein ganzes Waffenarsenal sicher: Eine Softairpistole, ein Softairgewehr, ein Schlagstock und eine Dose mit Reizgas lagen in der Küche des Mannes griffbereit. Das Amtsgericht verurteilte ihn später zu 20 Monaten Haft ohne Bewährung. Eine Strafe, die der 30-Jährige jedoch nicht akzeptieren möchte.

Am Montag, 16. März, begann vor dem Dortmunder Landgericht die Berufungsverhandlung. Und um gleich guten Willen zu zeigen, gab der Angeklagte auf Anraten seines Verteidigers Timo Meyer alles zu: „Wir legen ein volles Geständnis ab“, sagte Meyer. So sollen die Hoffnungen genährt werden, am Ende doch noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen.

Jetzt lesen

Dann aber zeigte sich, dass die Coronakrise natürlich auch vor den Gerichten nicht mehr halt macht. Richter Michael Hammeke musste Folgendes mitteilen: Ein wichtiger Zeuge habe ihn am Morgen angerufen und erklärt, er habe über das Wochenende Kontakt zu einer Person gehabt, die jetzt auf das Virus getestet werden müsse. „Ich habe ihn dann natürlich sofort abgeladen“, so Hammeke. „Ich will niemanden hier sitzen haben, der eventuell selbst das Virus in sich trägt.“ Weil ohne den Zeugen nichts geht, wird nun ein neuer Termin angesetzt.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt