Die Feuerwehr brachte die Drehleiter in Stellung, um von außen einen Blick in die verschlossene Wohnung zu werfen. © privat
Einsatz im Holtkamp

Drama hinter verschlossener Tür im Holtkamp-Hochhaus

Am späten Sonntagnachmittag rasten Feuerwehr, Rettungssanitäter, Notarzt und Polizei in den Holtkamp. Hinter einer verschlossenen Tür einer Wohnung in einem der Hochhäuser spielte sich ein Drama ab.

Der Alarm ging am Sonntag, 3. Januar 2021, gegen 17 Uhr ein. Ausgelöst hatte ihn offenbar ein Nachbar, der sich über seltsame Umstände in einer Wohnung im 3. Obergeschoss eines Hochhauses im Holtkamp wunderte.

„Wir wurden informiert, dass man einen Mann aus besagter Wohnung seit Tagen nicht mehr gesehen hat“, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage der Redaktion. Weiterer, besorgniserregender Umstand: seit Tagen brannte Licht und die Jalousien waren hoch.

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückten am späten Sonntagnachmittag zu einem Einsatz im Holtkamp aus.
Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückten am späten Sonntagnachmittag zu einem Einsatz im Holtkamp aus. © privat © privat

Da die Tür verschlossen war, wurde die Feuerwehr alarmiert. „Wir rückten mit einer Gruppe des Löschzuges 1 Stadtmitte nach der Alarmierung um 17.17 Uhr an“, sagt Feuerwehr-Sprecher Tobias Tenk auf Anfrage der Redaktion. Einige Wehrleute nahmen sich die Eingangstür vor. Andere ließen sich mit der Drehleiter in die Höhe fahren und schauten von außen durch ein Fenster in die Wohnung.

„Wir mussten die Tür mit Gewalt aufbrechen“, sagt Feuerwehrsprecher Tenk. Die Retter drangen in die Wohnung vor. Doch die Ahnung wurde zur Gewissheit. Der vermisste Mann war tot. „Vermutlich handelt es sich um den Bewohner“, sagt der Polizeisprecher. Doch zu diesem frühen Zeitpunkt der Ermittlungen sei das noch nicht geklärt.

Todesursache ist noch nicht geklärt

Ebenso wenig ist die Todesursache geklärt. Nachdem der Notarzt den Tod bescheinigt hatte, nahm die Kripo die Untersuchungen zu dem Todesfall auf. Es ist zu vermuten, dass der Mann schon länger tot in der Wohnung gelegen hat.

Mit Ergebnissen der kriminalpolizeilichen Untersuchung „ist am heutigen Sonntagabend nicht mehr zu rechnen“, sagt der Polizeisprecher. Es sei ein übliches Verfahren, dass der Notarzt, der in der Regel den Gestorbenen und seine medizinische Vorgeschichte nicht kennt, als Todesursache „unklar“ angibt. Dadurch sei automatisch die Kripo im Spiel, die ermitteln soll, ob es sich um eine natürliche Todesursache, eine Krankheit oder sogar ein Gewaltverbrechen handelt.

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Jörg Heckenkamp

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