Diebe stehlen Handy, Milch-Döschen und Toilettenpapier aus dem Krankenhaus

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Wer ins Krankenhaus geht, hat in der Regel schon genug Sorgen. Manchmal kommt eine hinzu - wenn unbekannte Diebe auf den Stationen zuschlagen. Die Dunkelziffer der Taten ist hoch.

Werne

, 08.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Mit Schmunzeln erinnert sich Melanie Schneider an einen besonderen Fall vor etlichen Jahren. „Da haben die Mitarbeiter einen Dieb erwischt“, erzählt die Pflegedienstleiterin des Christophorus-Krankenhauses in Werne: „Bis zum Eintreffen der Polizei haben sie den Verdächtigen in ein Dienstzimmer gesperrt.“

Krankenhaus spricht verdächtige Besucher direkt an

Ab und an komme es vor, dass Mitarbeiter Personen auf den Stationen sehen, die ihnen verdächtig vorkommen. „Wir sprechen die Leute dann an.“

Im Vergleich zu anderen Häusern sind die polizeilichen Zahlen für Werne vergleichsweise gering. In 2017 gab es gerade mal zwei Anzeigen wegen Diebstahls im Krankenhaus, im vergangenen Jahr waren es sieben. Melanie Schneider meint denn auch: „Das hält sich bei uns noch in Grenzen.“

Diebe stehlen Handy, Milch-Döschen und Toilettenpapier aus dem Krankenhaus

Das Krankenhaus St. Christophorus weist mit Flyer die Patienten auf ungebetene Besucher hin und gibt Tipps für die Wertsachen. © Sylvia vom Hofe (A)

Das Krankenhaus lege jedem Geschädigten nahe, Anzeige zu erstatten. Doch Schneider vermutet, dass vielen Diebstahls-Opfern der Weg zur Polizei zu lästig ist. Die offiziellen polizeilichen Zahlen sind daher das eine, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

Das Werner Christophorus-Krankenhaus setzt auf Aufklärung. „Wir haben extra Flyer für die Patienten angefertigt, in denen wir auf die Diebstahlsgefahr hinweisen. Wir geben Verhaltenstipps und Hinweise auf den separat abschließbaren kleinen Safe in jedem Patienten-Schrank.“

Krankenhaus sagt: Wertsachen am besten zuhause lassen

Die beste Maßnahme, so Schneider, sei allerdings, seine Wertsachen möglichst zuhause zu lassen. „Doch diese Vorsichtsmaßnahmen werden all zu oft missachtet, sagt Andre Faßbender vom Landeskriminalamt: „Die Täter haben oft leichtes Spiel.“

Da ist das Handy, dass in der Leseecke auf dem Tisch liegen bleibt, weil der Besitzer nur mal eben auf die Toilette geht. Oder die Brieftasche, die im unverschlossenen Krankenzimmer liegt, während der Patient beim Röntgen ist.

Diebe stehlen auch Dinge wie Toilettenpapier und Milch-Döschen

Die Täter haben es nicht nur auf Wertsachen abgesehen. Zumindest im Werner Krankenhaus lässt sich immer wieder mal ein Schwund an kleineren Dingen feststellen. „Die Diebe lassen Toilettenpapier, Zeitschriften oder kleine Milchdöschen für Kaffee mitgehen“, sagt Melanie Schneider.

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Und dann gibt es da noch ein verwandtes Thema, das den Krankenhäusern Probleme bereitet: der Diebstahl von medizinisches Geräten oder Hilfsmitteln. In Werne waren Faltklapp-Rollstühle begehrt. Die konnten die Diebe „mal eben schnell in den Kofferraum ihres Autos legen“, sagt Pflegedienstleiterin Schneider. Konsequenz: „Wir benutzen nur noch starre Stühle, die man nicht zusammenklappen kann.“

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