Videokameras in Restaurants - ist das erlaubt? Und wie oft wird in Werner Gaststätten geklaut?

dzDiebstahl im Restaurant

Immer wieder wird das Eigentum von Werner Gastwirten gestohlen. Abhilfe könnten Videokameras schaffen - doch dort gibt es Einschränkungen. Wie oft in Werne geklaut wird, verrät die Polizei.

Werne

, 18.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kerzenständer, Pfefferstreuer, Weihnachtsdeko - all diese Dinge verschwinden regelmäßig in Werner Gastronomien. Doch auch größere, wertvollere Gegenstände stecken die Gäste nach dem Besuch einfach ein.

Kürzlich wurde im Stilvoll am Rathaus ein neues Rinderfell entwendet und rund 40 Decken verschwanden dort innerhalb der vergangenen fünf Jahre, wie Andreas Nozar erzählt. Nun überlegt der Inhaber, ob er künftig seine Einrichtung mit Videokameras schützen wird. Doch einfach nach belieben Kameras aufhängen, darf niemand, erklärt die Polizei.

Öffentliche Bereiche zu filmen, ist verboten

„Es ist untersagt, außerhalb des eigenen Bereiches zu filmen. Das heißt, wer privat eine öffentliche Straße filmt, begeht eine Straftat“, erklärt Vera Howanietz von der Polizeipressestelle des Kreises Unna. In der Gastronomie gelten besondere Regeln - dort spielen das Datenschutzgesetz und das Persönlichkeitsrecht zusammen.

„Man will ja schließlich nicht gefilmt werden, wenn man gesellig ein Bierchen trinkt“, so die Pressesprecherin.

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Für den Gastwirt bedeutet das, dass er seinen Eingangsbereich filmen darf, nicht aber seinen Gastraum. Und auch das muss er beispielsweise durch Schilder kenntlich machen. „Gastwirte müssen sich genau schlau machen, ob und wo sie filmen können. Dabei hilft ein Jurist. Sonst drohen deftige Geldstrafen“, so Howanietz. Nozar denkt über Alternativen nach - beispielsweise Klettbänder auf den Bänken, um seine Felle zu sichern. Auch ein Pfandsystem für Decken wäre denkbar - jedoch in der Praxis kaum umsetzbar.

„Ohne Kamera kann ich nicht viel mehr tun, als mich zu ärgern.“
Gastwirt Andreas Nozar

„Kameras an allen Eingängen einzurichten, wäre viel zu aufwändig“, meint Bettina Schriever vom Stadthotel im Kolpinghaus. Dort wurden nicht nur Dekorationsgegenstände sondern auch eine Gärblase und die beiden Standaschenbecher vor der Tür gestohlen.

Sowohl das Stilvoll als auch das Stadthotel haben die Diebstähle in ihrem Hause nicht bei der Polizei angezeigt. „Eine Anzeige führt zu nichts. Ohne Video-Aufnahmen haben wir keine Anhaltspunkte, wer der Dieb sein könnte. Also kann ich nicht viel mehr tun, als mich zu ärgern“, so Nozar.

Werner Diebstahl-Statistik ist zu ungenau

Wie viel in Werner Gaststätten mitgenommen wird, gibt die Statistik der Polizei nicht her. Einerseits werden nur die wenigsten Restaurant-Diebstähle zur Anzeige gebracht. Andererseits erfasst die Statistik nur den Ort des Geschehens und nicht die Person. Zwei Diebstähle in Gaststätten wurden in der jüngeren Vergangenheit gemeldet. Doch ob dabei der Gast oder der Wirt bestohlen wurde, ist in der Statistik nicht angegeben.

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