„Das ist eine Schweinerei“: Spaziergänger ärgern sich über wilde Müllkippen

dzMüllentsorgung in Werne

Christina Kiefernagel hat ihren Augen nicht getraut, als sie 20 volle Mülltüten am Wegrand fand. Für sie kein Einzelfall. Laut der Stadt Werne seien wilde Müllkippen aber kein Problem.

Werne

, 07.09.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich dachte, ich sehe nicht richtig“, sagt Christina Kiefernagel. Als sie am 25. August mit ihrem Lebensgefährten und Hund am Schieferkamp in Werne entlang läuft, sieht sie circa 20 Plastiktüten am Wegrand stehen. Alle mit Fliesen, Bauschutt und Laminatresten gefüllt.

„Ich gehe viel mit meinem Hund an Feldern und Wäldern vorbei. Da habe ich schon öfter beobachtet, dass Müll am Rand steht. Dieses Mal war es aber extrem“, sagt die gebürtige Wernerin, die mittlerweile in Kamen wohnt. Kiefernagel meldet den Fund bei der Stadt und ist davon so verärgert, dass sie ein Bild in eine Werner Facebook-Gruppe hochlädt. Viele Nutzer reagieren ähnlich genervt.

Auch neben einem Mülleimer in der Nähe lag viel Müll.

Auch neben einem Mülleimer in der Nähe lag viel Müll. © Christina Kiefernagel

Auch der Lebensgefährte der 31-Jährigen verstehe das Verhalten mancher Menschen nicht. „Das ist eine Schweinerei“, sagt Dominique Fabris (37). Aber etwas stößt bei ihm besonders auf Unverständnis: „Da standen fast 20 Tüten. Die kosten alle Geld. Für das Geld, dass die Tüten gekostet haben, hätte man die Sachen auch bei einer Deponie abgegeben können.“

Laut Michele Bachara von der Abteilung Straßen und Verkehr der Stadt Werne würde es gar nicht so viele wilde Müllkippen geben. „Es gab in diesem Jahr bis jetzt sechs bis sieben Meldungen. Der Fall am Schieferkamp ist ein Einzelfall. So viel wird selten abgestellt.“

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Vor allem Spaziergänger mit Hunden würden in der Natur immer mal wieder wilde Müllkippen aus Sperrmüll oder Autoreifen melden. Ein bis zwei Säcke würden in der Statistik aber nicht immer erfasst werden. Viele Personen hätten während der Corona-Pandemie Sperrmüll angemeldet.

Nicht alles wird als wilde Müllkippe definiert

Detlef Bruns vom Baubetriebshof Werne habe auch während der Corona-Pandemie keinen Anstieg von wilden Müllkippen verzeichnet. „Die treten in Werne das ganze Jahr gleichmäßig verteilt auf.“ Wie viel Geld für die Beseitigung jährlich in Werne ausgegeben werde, konnte Bruns nicht genau sagen, da die Kosten nicht einzeln erfasst und noch andere Bereiche in das Jahresbudget einfließen würden.

Nicht jede Art von Müll werde als wilde Müllkippe bezeichnet. „Wenn einzelner Müll an einem Wegrand oder neben dem Mülleimer liegt, dann zählt das für uns nicht als wilde Müllkippe. Als wilde Müllkippen wird die großflächige unerlaubte Abfallentsorgung definiert.“

Bruns sei dankbar für jede Meldung über Müll. Dafür gebe es einen Mängelmelder der Stadt Werne, wo Bürger Verschmutzungen melden könnten. „Es gibt eine extra Kolonne, die sich nur mit dem Aufräumen von Müll in der Natur beschäftigt. Die entdeckt viel und fährt mehrere Bereiche ab, wo häufig Müll entsorgt wird, aber die findet auch nicht alles. Deswegen sind wir auf Hinweise angewiesen.“

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