Die Firma Goldmann beseitigte an einem Haus am Marktplatz am Donnerstagmorgen mithilfe eines Hubsteigers zahlreiche Eiszapfen. © Jörg Heckenkamp
Schnee- und Eis-Gefahren

Dachdecker in Werne beseitigen Gefahren durch den Wintereinbruch

Der so leicht wirkende Schnee kann ungeahnte Kräfte entfalten. In Bielefeld etwa ist ein Hallendach unter der Last eingestürzt. Doch es gibt noch eine andere Gefahr. Werner Dachdecker sind im Einsatz.

Eigentlich ist Schnee ja eine federleichte Angelegenheit. Doch wenn er in Mengen fällt, so wie am vergangenen Wochenende, kann er zur gefährlichen Last auf Dächern, vor allem Flachdächern, werden. So stürzte am Mittwochabend beispielsweise in Bielefeld das Hallendach eines Industriebetriebes ein. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Das Problem kennen Werner Firmen auch. „Wir sind gerufen worden, um ein Flachdach eines Industriebetriebes vom Schnee zu befreien“, sagt Günther Goldmann, Inhaber des gleichnamigen Dachdeckerbetriebes, auf Anfrage der Redaktion. Durch Verwirbelungen habe sich eine rund 40 Zentimeter dicke Schneeschicht gebildet. Es sei sicherer, diese Last vom Dach zu nehmen.

Schön, aber mit Gefahrenpotenzial: Eiszapfen.
Schön, aber mit Gefahrenpotenzial: Eiszapfen © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Der Dachdeckerbetrieb Buse hatte bereits am Sonntag, als es noch heftig schneite, seinen ersten Einsatz in Sachen Dach-Räumung. Auf einem privaten Flachdach habe sich so viel Schnee angesammelt, dass der Besitzer Sorge um die Standfestigkeit gehabt habe. „Wir sind dann raus und haben uns das angeschaut“, sagt Chefin Anke Beckhaus-Buse. Das Dach hielt stand.

Doch auch eine weitere Winter-Gefahr müssen die örtlichen Dachdecker-Betriebe beseitigen: große Eiszapfen. So war Goldmann am Donnerstagmorgen zum Gebäude der Adler-Apotheke am Marktplatz gerufen worden, wo sich an der Dachkante und an einem Sims zahlreiche Eiszapfen gebildet hatten. „Man mag sich gar nicht ausmalen, was passiert, wenn so ein Zapfen von oben gerade herunter und jemandem auf den Kopf fällt“, sagt Günther Goldmann.

Mit Hubsteiger zu den Eiszapfen

Für die Eiszapfen, die zu hoch für eine Leiter hingen, rückten die Experten mit einem großen Hubsteiger an und hatten die Gefahr dann schnell beseitigt. „Bisher war das unser dritter Wintereinsatz an Gebäuden in Werne“, sagt Goldmann. Und er rechnet mit weiterer solcher Aufträgen. „Denn wenn es, wie vorhergesagt, am Sonntag und Montag tagsüber taut, später wieder friert, dann bilden sich schnell neue Eiszapfen.“

Allein schon der Unterschied zwischen Sonne und Schatten kann zur Bildung von Eiszapfen führen: Die Sonne scheint aufs Dach, der Schnee schmilzt, läuft über eine Kante, die im Schatten liegt – schon friert das Tauwasser zu Zapfen.

Auch Anke Beckhaus-Buse geht davon aus, dass sie in den kommenden Tagen noch weitere derartige Einsätze fahren: „Solange es nicht richtig taut, wird das noch weitergehen.“

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Jörg Heckenkamp

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