Seitdem Heinrich Möllmann nach dem Lockdown seinen Laden wieder öffnen durfte, verzeichnete er eine vermehrte Nachfrage an Fahrrädern bei den Wernern. © Anne Schiebener
Wirtschaft in Werne

Corona-Krise bringt den Fahrrad-Boom auch nach Werne

Immer mehr Deutsche steigen auf das Fahrrad um. Befeuert hat den Umschwung nicht nur die Klima-Krise, sondern auch Corona. Wie steht es um den Fahrradmarkt in Werne?

Für die Fahrradbranche sind März und April die wichtigsten Monate. In diesem Jahr mussten Radhändler deutschlandweit zu genau dieser Zeit ihre Läden schließen. Das bedeutet schwere Umsatzeinbußen in der Radbranche. Seit den Lockerungen im Einzelhandel Mitte April, wurden die Fahrradläden im Land jedoch regelrecht überrannt.

Ähnliches berichtet Heinrich Möllmann, Inhaber des Fahrradgeschäfts Zweirad Möllmann in Werne. „Als wir wieder öffnen durften, ging der Fahrradverkauf verstärkt los“, sagt Möllmann. Dieses Phänomen lässt sich in ganz Deutschland beobachten.

Fahrrad statt Urlaub

Dafür könnte es mehrere Gründe geben. „Viele Werner fahren dieses Jahr nicht in den Urlaub und investieren ihr Geld deswegen in ein neues Fahrrad“, beobachtet Möllmann. Ebenfalls geht der Ladenbesitzer davon aus, dass die Leute dieses Jahr ihre Freizeit anders gestalten. Auf dem Fahrrad gibt es keine Maskenpflicht, in der Natur keine Hygiene-Vorschriften. Ebenfalls ist die Fortbewegung mit dem Rad in Zeiten von Home-Office eine willkommene Abwechslung.

Seit Mitte April ist Zweirad Möllmann für seine Kunden in Werne wieder geöffnet - und profitiert von der Corona-Krise.
Seit Mitte April ist Zweirad Möllmann für seine Kunden in Werne wieder geöffnet – und profitiert von der Corona-Krise. © Anne Schiebener © Anne Schiebener

Einen weiteren Grund für die ansteigende Fahrrad-Nachfrage vermerkt der ADAC gegenüber der Deutschen-Handwerks-Zeitung: die Corona-Vorschrift im öffentlichen Nahverkehr. Dort herrscht noch immer Maskenpflicht auf allen Strecken. Deshalb gehe der ADAC davon aus, dass das Fahrrad neben dem Auto immer mehr an Bedeutung für den Individual-Verkehr gewinne.

Fahrrad-Trend in ganz Deutschland

Aber nicht nur die Corona-Krise ist Auslöser für den Fahrrad-Boom. Bereits 2019 stieg laut Zweirad-Industrie-Verband der Umsatz in der Radbranche um rund 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ausschlaggebend waren vor allem die hochpreisigen E-Bikes. Möllmann verzeichnet die Nachfrage im Fahrradladen in Werne nicht nur bei den elektrischen Fahrrädern, sondern in allen Bereichen.

Dazu geführt haben könnte das wachsende Klimabewusstsein der Deutschen. Das bemerkt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in seinem Wirtschaftsreport. Anhaltende Diskussionen über den Klimaschutz führen zu einer Veränderung im Mobilitätsverhalten.

Engpässe bei den Herstellern

Die Fahrrad-Nachfrage geht nicht unbemerkt an den Radläden vorbei. Zweirad Möllmann verzeichnet Engpässe bei einigen Lieferanten. Viele Hersteller kommen mit der erhöhten Nachfrage und der coronabedingten Herstellungspause nicht hinterher.

Während des Shutdowns im März und April hat Zweirad Möllmann ausschließlich Fahrrad- und E-Bike-Reparaturen für die Werner angeboten.

Über die Autorin
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In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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