Salvatore Macculi vor dem Restaurant - und der Baustelle - an der Bonenstraße in Werne. © Spiller
Restaurant in Werne

Corona, Baustelle, Baum: Restaurant La Strada denkt über Wegzug nach

Erst die Coronapandemie, dann die Baustelle, jetzt sollen ein Baum und ein Spielgerät in den Außenbereich des Restaurants La Strada gesetzt werden. Das Restaurant denkt über Wegzug nach.

Salvatore Macculi wirkt etwas ernüchtert, als er an dem schwarzen Tisch in seinem italienischen Restaurant La Strada an der Bonenstraße in Werne platz nimmt. Die Gastronomen auf der Bonenstraße mussten seit Frühjahr 2020 mehrmals zurückstecken, nicht nur wegen der Coronapandemie, wegen der viele Gastronomen monatelang schließen mussten oder Essen nur zum Mitnehmen anbieten konnten. Sondern auch wegen der Baustelle, die eigentlich vergangenen Sommer auf der Bonenstraße vor den Gastronomien La Strada und der Tapas-Bar Mediterraneo aufgerissen werden sollte.

Letztere wurde nach dem Protest der Gastronomen in den Herbst 2020 verschoben und befindet sich dort noch bis heute. Doch auch nach der Baustelle zeichnen sich Probleme ab: In einem Teil der Außenfläche vor dem Restaurant La Strada plant die Stadt Werne, einen Baum zu pflanzen. Die Baumscheibe für den Baum ist schon vorhanden. Und direkt daneben, auf der rechten Seite, soll ein Spielgerät aufgebaut werden.

20 der rund 40 Plätze im Außenbereich könnten wegfallen

Die Folge für das italienische Restaurant: Rund 20 der 40 Sitzplätze im Außenbereich könnten wegfallen. Denn einen von zwei 4 Meter breiten Schirmen wird das Restaurant nicht mehr aufstellen können. Auch die Windschutzwand auf der rechten Seite wird dann wohl wegfallen. Und: Wer will schon unter einem Baum sitzen, von dem Vogelkot herunterfallen könnte, fragt sich Macculi.

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Restaurant La Strada unzufrieden mit Baum

Auch das Spielgerät direkt an der Außenfläche verbinde nicht jeder Gast mit einem entspannten Restaurantbesuch. Ursprünglich waren vor dem Restaurant sogar zwei Bäume geplant. Vor zwei Jahren hatte Macculi die Stadt bereits auf die Problematik hingewiesen. Doch nach Gesprächen mit Bürgermeister Lothar Christ und Adrian Kersting (Abteilungsleiter Straßen und Verkehr) habe nur ein Baum verschoben werden können, so Macculi.

La Strada hatte wenig Mitsprache bei der Planung

Den Restaurantbetreibern gehören die Räume des Restaurants nicht. Entsprechend gab es auch wenig Mitspracherecht bei den Planungen als Mieter. Bürgermeister Lothar Christ habe sich von Anfang an dieser Problematik angenommen, so Salvatore Macculi.

Doch auch er habe am Ende erklärt, dass der Baum und das Spielgerät nun erst einmal gesetzt werden müssten und man dann gucken wolle, wie man mit der Situation umgehe. Auch wenn für Christ, so Macculi, die Situation noch nicht abgeschlossen sei. „Wenn das da steht, dann wird sich nichts mehr ändern“, sagt Macculi.

Restaurant La Strada überlegt, aus Werne wegzuziehen

Eine unzufriedenstellende Situation für den Gastronom. Denn schließlich habe das Restaurant durch die Coronapandemie schon monatelange Verluste verkraften müssen. Dabei gebe es so viele Möglichkeiten, die Bäume an anderen Stellen einzuplanen. Etwa vor den Geschäften auf der anderen Straßenseite, die keine Außenfläche bräuchten, so Macculi. Mittlerweile überlege das Restaurant bereits, wegen der Steine, die dem Restaurant in den Weg gelegt würden, aus Werne wegzuziehen. „Hier ist seit 1970 Außengastronomie. Es ist blöd, wenn das gar nicht mehr stattfinden kann“, so Macculi.

Von Adrian Kersting (Abteilungsleiter Straßen und Verkehr) heißt es dazu auf Anfrage, dass es in dem Außenbereich zuvor sogar zwei weitere neue Bäume habe geben sollen. „Aber aus Gründen der Außengastronomie der Pizzeria und vorhandener Versorgungsleitungen konnte letztendlich nur ein Baum gepflanzt werden.“

Laut Kersting sei im November 2019 gemeinsam mit den Restaurantbetreibern des La Strada und des mediterráneo der Kompromiss geschlossen worden, nur einen Baum zu pflanzen. Ob es eine Ausgleichsfläche für die Gastronomie geben wird, dazu konnte Kersting keine Angaben machen.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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