Buchhändler Hubertus Waterhues hat mit seiner Buchhandlung Bücher Beckmann einen Preis gewonnen. © Anke B. Schwarze
Preis für Bücher Beckmann

Buchhändler Waterhues über Auszeichnung: „Endlich haben wir es geschafft“

Die Werner Buchhandlung Bücher Beckmann gehört zu den Gewinnern des Deutschen Buchhandlungspreises. Das millionenschwere Preisgeld fließt aber nicht komplett in die Lippestadt.

„Mein erster Gedanke war: Endlich! Endlich haben wir es geschafft“. So äußert sich Hubertus Waterhues (57) rund eine Woche nach der guten Nachricht, dass er und sein Team von „Bücher Beckmann“ zum ersten Mal zu den Preisträgern des Deutschen Buchhandlungspreises gehören. Seit sieben Jahren wird der Preis mit einer Gesamtsumme von einer Million Euro von der Bundesregierung bundesweit an Buchhandlungen ausgeschüttet.

Jahr für Jahr hat sich Waterhues seitdem beworben, erstmals in diesem Jahr in geforderter digitaler Präsentation. Bei seiner ersten Bewerbung vor sieben Jahren war das noch in Papierform mit einem Umfang von rund 200 Seiten. „Das war schon ein Buch“, spielt er den Aufwand an. Jetzt, im verflixten siebten Jahr, hat er sich mit seiner hochwertigen digitalen Bewerbung endlich unter den Preisträgern etablieren können.

Waterhues verfolgt die Preisverleihung im Juli nur online

Bei der offiziellen Preisverleihung am 7. Juli in Erfurt durch Kulturstaatsministerin Monika Grütter wird er nur online dabei sein. Dennoch überwiegt der Stolz, denn bundesweit wurden aus 366 Bewerbungen nur 118 Buchhandlungen mit einem Preisgeld, gestaffelt in drei Kategorien, belohnt. „Sie reden allerdings nicht mit einem frischgebackenen Millionär. Von der Gesamtsumme erhalten wir 7000 Euro für unsere Buchhandlung“, relativiert Waterhues die gewaltige Fördersumme von einer Million Euro.

Der Grund für die Auslobung des Preises durch die Bundesregierung liegt einige Jahre zurück. „Damals sah es nicht gut aus mit dem örtlichen Buchhandel. Die Bundesregierung wollte uns damit fördern und auch fordern“, schränkt Waterhues ein, der vor fast 14 Jahren von seinem Lehrherrn Jürgen Zimmermann die Buchhandlung übernommen hat.

Es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die inhabergeführte Leitung ist vielleicht das wichtigste Kriterium für die Bewerbung. Außerdem muss nachgewiesen werden, dass man eine zukunftsfähige Marktstrategie verfolgt, das kulturelle Leben der Stadt bereichert und sich auch aktiv an der örtlichen Leseförderung beteiligt. Das sind nur einige der Kriterien für eine Bewerbung.

Keine einzige Buchhandlung in Münster hat in diesem Jahr den Deutschen Buchhandlungspreis bekommen. „Wir sind eine von 21 preisgekrönten Buchhandlungen in NRW. Ganz herzlichen Dank auch an die Bundesregierung, die mit so einem langen Atem durch Zuckerbrot unsere Branche stützt“, ergänzt Waterhues. Am Mittwoch (9. Juni) geht es bei Bücher Beckmann um 19.30 Uhr ebenfalls um Unterstützung – im Rahmen eines Doppelvortrags über Bildhauer und Schriftsteller in Simbabwe.

Über die Autorin
Freie Journalistin
Elvira Meisel-Kemper ist freie Kunsthistorikerin und Journalistin. Sie hat Erfahrung als Autorin, Kunstvermittlerin, Projektbegleiterin und in der Fotografie. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten liegt in der Kunstszene des Münsterlandes.
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