Bis zu 14 Intensivbetten - Werner Krankenhaus kann für Corona-Patienten aufstocken

dzCoronavirus in Werne

Das St.-Christophorus-Krankenhaus in Werne kann im Ernstfall bis zu 14 Intensivbetten für Corona-Patienten bereitstellen. Wir haben mit Standortleiter Ludger Risse über die aktuelle Lage im Krankenhaus gesprochen.

Werne

, 15.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast in allen Städten des Kreises Unna haben die Zahlen der mit dem Coronavirus infizierten Personen in den letzten Wochen zugenommen. Am Dienstag (13. Oktober) war die Zahl der Infizierten im Kreis gerechnet auf 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage (7-Tages-Inzidenz) zwar von 70.59 am Vortag auf 69.83 gefallen. Doch noch immer ist der Grenzwert von 50 überschritten, der Kreis gilt weiterhin als Risikogebiet.

Zeitgleich ist auch die Zahl der mit Covid-Patienten belegten Krankenhausbetten kreisweit leicht gestiegen: von 19 am Montag auf 21 am Dienstag. Auch im St.-Christophorus-Krankenhaus in Werne werden Covid-Patienten und -Verdachtsfälle seit Ausbruch der Pandemie behandelt, die die Rettungsdienste auf die umliegenden Krankenhäuser verteilen. „Im Moment haben wir fast kontinuierlich 2 bis 5 Verdachtsfälle“, sagt Ludger Risse, Standortleiter des Krankenhauses, das zum Katholischen Klinikum Lünen-Werne gehört. In den letzten Wochen habe es dann aber auch mal wieder keine neuen Patienten gegeben.

Schwere Atemwegserkrankung versus Covid 19

Dass ein Patient schon mit einer Covid-Erkrankung (ausgelöst durch eine Corona-Infektion) in ein Krankenhaus eingeliefert würde, sei aber eher selten, so Risse. Viel häufiger sei es der Fall, dass Infektionen durch Testungen im Krankenhaus bestätigt würden. So würden beispielsweise auch Personen positiv auf Corona getestet, die eigentlich wegen ganz anderer Anliegen oder elektiver Operationen - also solche, deren Termine flexibler sind als die anderer - ins Krankenhaus kommen. Diese werden dann, sofern es sich um keinen Notfall handelt, nicht aufgenommen.

In Sachen Intensivpatienten, die ein Beatmungsgerät aufgrund einer Covid-Erkrankung benötigen, schwanke die Zahl durchgehend zwischen 0 bis maximal 3, sagt Risse. Das seien mal mehr, mal weniger. „Wenn wir jemanden mit einer schweren Atemwegssituation reinbekommen, dann tun wir so, als hätte diese Person Covid“, sagt Risse. Erst, wenn eine Infektion ausgeschlossen ist, wird diese anderweitig isoliert. Die Spitze an Corona-Patienten habe das Krankenhaus mit 3 bis 4 Patienten im Mai erreicht, davon wurden zwei Intensiv betreut.

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Mit Beginn der Pandemie hat das St.-Christophorus-Krankenhaus zwei zusätzliche Intensivbetten für Corona-Patienten bereitgestellt. Insgesamt könnte das Krankenhaus relativ schnell von 4 auf 14 der insgesamt 18 Intensivbetten zu Covid-Intensivbetten umfunktionieren. Letztendlich könne so eine ganze Corona-Station geschaffen werden. Beatmungsgeräte gibt es in dem Krankenhaus insgesamt 18, von denen einige seit Ausbruch der Pandemie durch Landesmittel gefördert und angeschafft werden konnten. Auf den Intensivzimmern befinden sich immer zwei Betten. Der Bereich könnte durch einen Zimmermann mit einer Holzwand jeweils abgetrennt und erweitert werden.

Zusätzlich geschulte Mitarbeiter können die Intensivpfleger entlasten

Covid-Patienten haben ein Pflegeteam von ein bis zwei Mitarbeitern, die sich nur in diesem Bereich aufhalten. Im Zweifel werde Material in diesen Bereich reingereicht, so Risse. Bis heute seien die zusätzlichen Betten aber nicht benötigt worden. Mitarbeiter der zentralen Notaufnahme oder der Intensivstation wurden während der Pandemie so eingearbeitet, dass diese im Bedarfsfall die Intensivpflegekräfte für die Corona-Patienten durch assistierende Tätigkeiten unterstützen und entlasten können.

Zeitgleich wurde die Operationskapazität am Krankenhaus in Werne erhöht, sodass auch elektive Operationen vermehrt durchgeführt werden können. Natürlich unter den nach wie vor strengen Sicherheitsvorkehrungen. „Allgemein sind wir deutlich mehr ausgelastet, auch mit regulären Patienten“, so Risse.

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