Betrug an Vertrauenskasse ist nur eine Form der Kriminalität auf dem Hof Schulze Blasum

dzLandwirtschaft in Werne

Der Ärger über den Betrug an der Vertrauenskasse auf dem Hof Schulze Blasum ist immer noch groß. Betrug sei nicht die einzige Form der Kriminalität. Verdächtige Personen werden deshalb beschattet.

Werne, Stockum

, 19.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ponyreiten und Tombola für die Kleinen, Spargel und Erdbeeren für die Großen. Der Blasumer Hoftag ist ein Fest für die ganze Familie. Wenn die Familie Laurenz als Inhaber im Sommer auf den Hof Schulze Blasum in Stockum einlädt, sollen sich die (Stamm-)Kunden einfach nur wohlfühlen. Doch es gibt vermeintliche „Kunden“, die etwas ganz anderes auf dem Hof Schulze Blasum wollen: etwas klauen.

Dabei nutzen sie offenbar die große Besucherzahl und den Trubel auf dem Hof aus. „Wenn der Hofladen mit Leuten voll ist, dann fällt es nicht auf, wenn man eine Prosecco-Flasche mitgehen lässt“, sagt Johannes Laurenz (34). Es ist ein Problem, das er seit dem ersten Hoffest 2016 beobachtet.

Beschattung auf dem Hoffest

Es sei ein gewisses Klientel, von dem diese Kriminalität ausgeht. Es sei eine Gruppe von 10 bis 15 Personen, die sich immer wieder auf dem Hof Schulze Blasum aufhält und etwas mitgehen lässt. Johannes Laurenz greift deshalb zu drastischen Maßnahmen.

Auf dem Hoffest lässt der Landwirt diese Gruppe „beschatten“. „Ich stelle extra zwei meiner Spargelhelfer ab, die diese Leute beobachten“, erklärt Laurenz. Es sei auch dieselbe Gruppe, die an anderen Stellen für Ärger sorgt.

Wenn der Hofladen beim Hoffest gut besucht ist, nutzen das Kriminelle aus, um Waren zu stehlen.

Wenn der Hofladen beim Hoffest gut besucht ist, nutzen das Kriminelle aus, um Waren zu stehlen. © Andrea Wellerdiek (A)

Auf dem Erdbeeren-Selbstpflückfeld würden diese Bürger sich nicht nur „die Bäuche vollschlagen“, sondern auch einige Pflanzen einfach „kaputt trampeln“, wie Laurenz berichtet. „Die sind stundenlang auf dem Feld und bezahlen am Ende zwei 500-Gramm-Schalen“, ärgert sich der Landwirt. Und wenn Laurenz sie darauf anspricht, dann würden sie sich „kaputt lachen“. Er habe einfach keine Handhabe gegen dieses Verhalten, moniert der Landwirt.

Betrug an der Vertrauenskasse

Das gilt auch für die Vorfälle in der Selbstbedienung auf dem Hof Schulze Blasum. Jüngst hatten Unbekannte dort die Vertrauenskasse geprellt. Auch hier stimmte der Betrag in der Kasse nicht mit der verkauften Ware überein. Mindestens einmal im Jahr werde die Kasse sogar aufgebrochen.

Johannes Laurenz ärgert sich über die dreisten Betrüger, die in der Selbstbedienung nicht ehrlich zahlen. In der Vergangenheit wurde die Kasse auch mehrfach aufgebrochen. Der Schaden ist immens.

Johannes Laurenz ärgert sich über die dreisten Betrüger, die in der Selbstbedienung nicht ehrlich zahlen. In der Vergangenheit wurde die Kasse auch mehrfach aufgebrochen. Der Schaden ist immens. © Andrea Wellerdiek

„Das alles geht einem fürchterlich auf die Nerven. Man überlegt schon, ob man das Ganze einstellt. Aber es gibt so viele Leute, die Spaß daran haben, Erdbeeren zu pflücken“, sagt Johannes Laurenz. Und den Stammkunden möchte er weder das Angebot des Selbstpflückens noch die Selbstbedienung an Kartoffeln und Freiland-Eiern nehmen. Die Stammkunden bezahlen schließlich auch ehrlich.

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Um gegen die Kriminalität vorzugehen, befürchtet Laurenz, dass er irgendwann auf eine Video-Überwachung zurückgreifen muss. Obwohl das immer ein unangenehmes Gefühl für die Kunden bedeuten würde.

Vielleicht werde er aber auch künftig ein Stück weit „Selbstjustiz“ betreiben. „Die Hunde schlagen an, wenn ungebetener Besuch auf dem Hof ist. Vielleicht lasse ich die Hunde ja mal laufen“, so Laurenz. Hinnehmen will er diese Dreistigkeit jedenfalls nicht mehr lange.

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