Betreiber der Nachtschicht erhält Finanzspritze, sorgt sich aber um Disko

dzVeranstaltungsbranche in Corona-Krise

Die Zukunft der Disko „Nachtschicht“ in Werne ist wegen der Corona-Krise weiter ungewiss. Der Betreiber kann sich zwar über eine Finanzspritze freuen, richtig aufatmen kann er dennoch nicht.

Werne

, 08.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Muss die „Nachtschicht“, die einzige Diskothek in Werne, für immer geschlossen bleiben? Diese Frage lässt sich in der Corona-Krise nur schwer beantworten. Klar ist, dass Betreiber Markus Buchwald (38) weiter um die Zukunft der Nachtschicht bangen muss. Ein bisschen Hoffnung bringt nun die Zusage für eine Finanzspritze des Landes NRW.

Gleich als das Verfahren am Freitag, 27. März, eröffnet wurde, hat Markus Buchwald seinen Antrag für die finanzielle Förderung beantragt. Über die sogenannte Soforthilfe NRW bekommen Selbstständige sowie Unternehmen in der Corona-Krise eine Finanzspritze, um ihre Existenz zu sichern und finanzielle Engpässe zu überbrücken.

Schnelle Zusage für die Finanzspritze des Landes

Schon einen Tag später, bekam Buchwald die Zusage. Er bekommt einen einmaligen Zuschuss von 9000 Euro aus dem Programm. Mit dem Geld kann er gleich planen. Denn schon drei bis vier Tage nach der Zusage war das Geld auch auf seinem Konto verfügbar. „Ich war positiv überrascht, dass es so schnell ging. Die haben echt Gas gegeben“, sagt Buchwald.

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Der Betreiber der Nachtschicht ist dankbar für die finanzielle Unterstützung in Zeiten der Corona-Krise. Aufatmen kann er dennoch nicht. Denn die Finanzspritze bedeutet zunächst nur einen Zeitgewinn. „Wir müssen versuchen, so weit wie möglich damit zu wirtschaften. Wir müssen jeden Groschen nutzen, solange es noch geht“, sagt der 38-Jährige, der gemeinsam mit seiner Frau Nicole die Disko seit 2016 führt.

Zwei bis drei Monate würde er mit der Finanzspritze des Landes auskommen, um laufende Fixkosten zu bezahlen, schätzt er. Zumal die 9000 Euro zu einem späteren Zeitpunkt auch noch zu versteuern sind. Um Kosten zu sparen, hat Buchwald „alles auf Null“ gestellt, sprich die fixen Betriebskosten herunter gefahren.

In der Nachtschicht in Werne wird kein Umsatz erwirtschaftet

Auf der anderen Seite wird aktuell kein Umsatz erwirtschaftet. Deshalb sei es nur eine Frage der Zeit, bis die Finanzspritze auch aufgebraucht ist, so Buchwald. Beim Gang durch die Diskothek hat er zusätzliche weitere Verluste verzeichnet.

Etwa 3000 bis 4500 Euro verliert er, weil die gekauften Getränke nicht abgenommen werden. Deshalb habe er Softdrinks und Säfte seinen Mitarbeitern überlassen. Das Bier, das sich noch in den Leitungen befand, ist nicht mehr verzehrbar, aber natürlich ein weiterer Kostenpunkt, erklärt Buchwald.

Die Zukunft der Nachtschicht ist weiter ungewiss. Der Betreiber hat die fixen Kosten möglichst reduziert.

Die Zukunft der Nachtschicht ist weiter ungewiss. Der Betreiber hat die fixen Kosten möglichst reduziert. © Bernd Warnecke (A)

Ob in der Nachtschicht die Kunden jemals wieder ein Bier und einen schönen Abend genießen können, ist weiter ungewiss. „Das Schlimme ist, dass man kein Datum hat, an dem man sich festhalten könnte, weil man dann weiß, dass es dann weitergeht. Wir müssen immer von Woche zu Woche gucken, solange es noch geht“, sagt Markus Buchwald.

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