Bei den beliebtesten Vornamen für neugeborene Mädchen in Werne gibt es 2020 einen Sieger, der gegen den Strom schwimmt. © Symbolbild Unsplash
Neugeborene

Beliebte Vornamen in Werne: Platz 1 bei den Mädchen tanzt völlig aus der Reihe

Die beliebtesten Mädchennamen in Deutschland haben eine Gemeinsamkeit: ihre Endung. Die erscheint so mächtig, dass kaum jemand dagegen ankommt. In Werne schafft das ein Mädchenname 2020 aber trotzdem.

Waren es 2019 noch Ella und Lina, die von der Spitze der Rangliste mit den beliebtesten Vornamen für neugeborene Mädchen grüßten, gibt es im Jahr 2020 eine alleinige Tabellenführerin in Werne: Marie. Vier Mädchen wurden in der Lippestadt von ihren Eltern im vergangenen Jahr so genannt (Stand 5. Januar 2021).

Und beim Blick in die Hitliste fällt auf: Der Name tanzt durchaus aus der Reihe. Denn: Auf dem zweiten Platz liegen gleichauf mit jeweils drei Nennungen Clara, Emilia, Mila und Pia – alles Namen, die auf „a“ enden. Genauso wie ein Großteil der Werner Mädchennamen, die sich mit jeweils zwei Nennungen Platz 3 teilen, nämlich Anna, Antonia, Ella, Emma, Eva, Louisa und Greta.

Auch in Werne dominieren Namen mit „a“ bei den Mädchen

Das entspricht einem Trend, der deutschlandweit gilt. In der Top-10-Liste der meist vergebenen Mädchennamen 2020 finden sich fast ausschließlich Namen, die ebenfalls auf „a“ enden. Hier liegt Mia gemeinsam mit Emilia auf Platz 1.

In der Lippestadt feiert Marie gewissermaßen ihr Comeback. Während der Name im Ranking 2019, das ebenfalls lediglich Mehrfachnennungen berücksichtigt, gar nicht erst auftauchte, hatte er 2018 noch auf Platz 3 gelegen. Und auch da trug die direkte Konkurrenz bereits Namen wie Ella und Mathilda.

Woher der Drang zum „a“ am Ende kommt, lässt sich nicht genau sagen. Eine Möglichkeit, auf die etwa der Namensforscher Knud Bielefeld hinweist, wäre die Tatsache, dass die Endung -a im Lateinischen meistens zu einem weiblichen Nomen gehörte. Rein statistisch hat der Anteil dieser Mädchennamen seit den 1940er Jahren in Deutschland deutlich zugenommen.

Ein Blick in das alte Standesbuch im Werner Stadtarchiv zeigt: Schon vor mehr als 100 Jahren gab es in der Lippestadt eine starke Tendenz in diese Richtung. Im Jahr 1906 entschloss sich ein Großteil der Eltern dazu, sein Kind Maria zu nennen. Mit 26 Nennungen lag der Name damals auf Platz 1 der Rangliste – gefolgt von Elisabeth. Aber eben auch von Anna, Josephina, Johanna, Antonia und Katharina.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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