Der bekannte Werner Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Ruhnau ist am Samstag gestorben. © Sylvia vom Hofe (A)
Langes, erfülltes Leben

Bekannter Werner Mediziner Dr. Wolfgang Ruhnau gestorben

Ein bekannter Mediziner aus Werne ist tot. Dr. Wolfgang Ruhnau starb am Samstag, 17. April 2021, im Alter von 94 Jahren nach einem langen und erfüllten Leben. Ein Nachruf.

Der Arzt Dr. Wolfgang Ruhnau war Jahrzehnte in Werne als Allgemeinmediziner tätig. 1961 übernahm er die Praxis an der Alten Münsterstraße, die mittlerweile sein Sohn Christian gemeinsam mit Dr. Hans Piepenbrock führt.

Zum 90. Geburtstag von Dr. Wolfgang Ruhnau im Juli 2016 haben die Ruhr Nachrichten ein Porträt über den bekannten Werner Arzt verfasst, das wir hier in Absprach mit seinem Sohn noch einmal veröffentlichen:

Porträt zum 90. Geburtstag 2016 von Dr. Wolfgang Ruhnau:

Dr. Wolfgang Ruhnau ist ein erfahrener Arzt. Und ein guter dazu, wie seine vielen Patienten sagen. In einem Fall hat er sich aber nachdrücklich geirrt – seinem eigenen. „Eigentlich“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln, „müsste ich längst tot sein“. Ist er aber zum Glück nicht. Am 31. 7. 2016 hat er seinen 90. Geburtstag gefeiert.

Seine überstandenen Krankheiten aufzählen? Damit möchte Ruhnau sich und andere nicht aufhalten. Dafür sind die Lebenszeit viel zu kostbar und der Terminkalender zu voll: Golf spielen in Nordkirchen, Reisen machen, die drei Söhne und sechs Enkel besuchen, lesen. „Nein, Langeweile haben wir nicht“, sagt Ruhnau und nickt seiner Ehefrau zu.

Zwei Söhne traten in seine Fußstapfen

Mit Medizin beschäftigt er sich kaum noch – höchstens, wenn die zwei Söhne, die in seine beruflichen Fußstapfen getreten sind, das Thema anreißen. Und, wenn er einen seiner ehemaligen Patienten in der Stadt trifft. Davon gibt es viele. Denn Ruhnau war in Werne nicht nur als praktischer Arzt tätig, sondern auch als Geburtshelfer. Wie vielen Babys er auf die Welt geholfen hat? Er zuckt die Schultern. „Vielen.“

Wenn er damals bei Hausgeburten half, kannte er in der Regel nicht nur die werdenden Eltern, sondern auch schon deren Eltern und Großeltern, ihre jeweiligen Sorgen und Freuden. Und ihre Wehwehchen. „Anfangs war es ja noch so, dass ich viele Patienten erst traf, wenn sie krank zu Hause lagen“, sagt er. Schließlich seien Autos in den frühen 1960er-Jahren noch nicht selbstverständlich gewesen. „Ich machte jede Menge Hausbesuche, auch nachts.“ Doch dafür musste er sich auskennen.

Schwierige Patienten-Suche in den Bauerschaften

Das war in Zeiten, als man vom Navi nur träumen konnte, gar nicht so einfach. „Gerade in den Bauerschaften waren die Häuser in der Reihenfolge ihrer Fertigstellung nummeriert“, erinnert er: „Die Nummer 2 stand neben der Nummer 38.“ Damit er bei der Suche nach den Patienten keine wertvolle Zeit verlor, nahm Ruhnau Nachhilfe bei einem befreundeten Funkmietwagen-Unternehmer.

Ein Mediziner müsse sich eben zeitlebens weiterbilden, sagt Ruhnau und schmunzelt wieder. Vielleicht, meint er, habe ihm dieses immerwährende Dazulernen – ob über neues technisches Gerät oder alternative Behandlungsformen – auch fit gehalten. Sport ist es zumindest nicht gewesen. „Habe ich nie viel gemacht“, sagt er – gegen den ärztlichen Rat, den er seinen Patienten gab. Insbesondere denen mit Herzproblemen, die er als Mitbegründer der 1987 ins Leben gerufenen und bis heute bestehenden Koronarsportgruppe betreute.

Mittagspause war Wolfgang Ruhnau wichtig

Zeit für Hobbys blieb während der Berufstätigkeit in der 1961 übernommenen Praxis an der Alten Münsterstraße ohnehin wenig. Das machte ihm aber nichts. „Ich war immer sehr zufrieden mit meinem Leben als Arzt“, sagt Dr. Ruhnau. Aber egal, wie viel gerade zu tun war, auf eines hat er stets Wert gelegt: das gemeinsame Mittagessen mit der Familie. Wenn er mal später aus seiner Praxis herauskam, hätten seine Lieben eben warten müssen.

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