Bahnstrecke wieder frei - und schon gibt’s die ersten Verspätungen

dzEurobahn fährt wieder

Zehn Monate war es für die Menschen der Region nicht möglich, mit dem Zug nach Münster oder Dortmund zu fahren. Die Strecke ist nun wieder freigegeben. Trotzdem gab es Verspätungen.

Werne, Dortmund, Lünen, Nordkirchen, Ascheberg

, 10.10.2020, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob für eine Shoppingtour nach Dortmund, zum Studieren nach Münster oder einfach nur zur Arbeit in der Umgebung: In den vergangenen Monaten war das eine wahre Herausforderung für alle, die den Zug ab Werne nehmen wollten. Das war aufgrund von Schienenarbeiten zwischen Davensberg und Lünen nur eingeschränkt möglich. Stattdessen mussten sie sich mit dem Schienenersatzverkehr zufriedengeben.

Menschen warten am Bahnhof in Werne, um mit dem Zug nach Münster oder nach Dortmund zu fahren. Seit Samstag ist das wieder durchgängig möglich.

Menschen warten am Bahnhof in Werne, um mit dem Zug nach Münster oder nach Dortmund zu fahren. Seit Samstag ist das wieder durchgängig möglich. © Sophie Godelmann

An diesem Samstag, 10. Oktober 2020, dem ersten Tag der Wiedereröffnung, warten zwar nicht viele Menschen am Werner Hauptbahnhof. Die da sind, scheinen sichtlich erleichtert zu sein, dass die Strecke zwischen Münster und Dortmund wieder befahrbar ist. Lediglich zwischen 22.30 und 5.30 fährt noch bis 26. Oktober der Bus als Ersatzverkehr.

„Ich sehe den Zug zum ersten Mal“

Die 15-jährige Leonie besucht eine Schule in Kamen und ist erst im Sommer nach Werne gezogen. „Bisher bin ich immer mit dem Bus zur Schule gefahren. Eineinhalb Stunden habe ich immer dafür gebraucht“, sagt sie. Für sie sei das Ganze jedoch nicht teurer gewesen. Mit dem Flashticket könne sie in ganz NRW kostenlos mit Bus und Bahn fahren. „Ich sehe heute zum ersten Mal den Zug hier im Bahnhof“.

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Für Oliver Rosendahl war sein Weg zur Uni mit Schienenersatzverkehr lang: „Ich studiere in Bonn und fahre alle zwei Wochen dorthin. In den letzten Monaten bin ich immer in Kamen umgestiegen und habe rund dreieinhalb Stunden bis zur Uni gebraucht. Ohne diesen Umstieg dauert es ab jetzt immerhin noch drei Stunden“, schlussfolgert Rosendahl. Er sei aber sehr froh, dass die Strecke jetzt wieder offen ist. Auch er musste für den etwas längeren Weg nicht in die Tasche greifen, da er ein Semesterticket hat.

Bus pünktlicher als Bahn

Schon schnell stellt sich für die wartenden Menschen an diesem Eröffnungssamstag heraus, dass sich das Klischee von der unpünktlichen Bahn schon am ersten Tag nach Freigabe der Strecke bereits erfüllt hat. Der Zug nach Münster verspätet sich um zehn Minuten, beim Zug nach Dortmund ist es sogar eine halbe Stunde. Nicht alle Menschen sind darüber amüsiert.

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Für einen Pendler, der an diesem Tag beruflich nach Lünen fährt, bedeutet dies aber keinen zusätzlichen Stress. „Mein Chef hat da eigentlich viel Verständnis“. Er habe in den letzten Monaten den Bus zur Arbeit genommen, der sogar pünktlicher als die Bahn gewesen sei.

„In den Sommermonaten bin ich dann auch mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. 15-20 Minuten hat der Weg immer gedauert. Da ich sowieso in der Nähe vom Bahnhof wohne, war es für mich keine große Umstellung. Es ist aber schön, dass ich jetzt wieder mit dem Zug fahren kann.“

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