Autofahrer aus Werne filmt sich täglich am Steuer - und bringt andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr

dzAutofahren in Werne

Jeden Tag filmt sich ein Werner in seinem Auto. Das Problem: Er sitzt mit dem Handy am Steuer, macht Aufnahmen fürs Internet und gefährdet andere. Besonders eine Sache schockiert die Polizei.

Werne

, 04.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Entspannt fährt er durch Werne, die Musik ist laut aufgedreht und das ganze Internet ist dabei. Nahezu jeden Tag filmt sich ein Werner bei Instagram selbst, während er in seinem Auto am Steuer sitzt.

Mal morgens um 5.15 Uhr auf dem Weg zur Arbeit, mal auf der Autobahn und am nächsten Tag mitten im Stadtverkehr. Das Smartphone ist ständiger Begleiter - und damit auch die Gefahr für alle anderen Verkehrsteilnehmer.

„So ein Phänomen habe ich hier in der Umgebung vorher noch nie gesehen“, sagt Polizeihauptkommissar Bernd Pentrop über den filmenden Autofahrer, den auch die Polizei kennt. „So etwas kenne ich sonst nur aus Berlin.“

Autofahrer aus Werne filmt sich täglich am Steuer - und bringt andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr

So filmt der Mann aus Werne seine Autofahrt bei Instagram. © Screenshot Instagram

Während der Mann sein Auto fährt, filmt er über sein Lenkrad hinweg. Man sieht den Tacho, die Straße und alles, was auch der filmende Werner sieht. Immer markiert mit der Ortsmarke „Werne an der Lippe“, damit ihn auch jeder, der will, aus Werne bei Instagram sieht.

Leichtsinnig und gedankenlos scheint der Mann seine Videos zu veröffentlichen. Auch die Polizei ist erschrocken über die Dreistigkeit, schließlich begeht der Mann dabei eine Straftat und dokumentiert sie auch noch frei zugänglich für die gesamte Öffentlichkeit - auch die Polizei.

Handy am Steuer ist einer der Hauptgründe für Unfälle

„Multimediageräte am Steuer sind ein ganz großes Problem“, sagt Pentrop. Das zu bekämpfen, sei einer der Schwerpunkte der Polizei. Denn das Handy am Steuer sei einer der Hauptgründe für Unfälle im Straßenverkehr.

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Die Konzentration sinkt, die Gefahr steigt und ein bis zwei Sekunden weggeschaut, können genügen, um einen Unfall zu verursachen. „Es muss nur ein Kind über die Straße laufen, ein Fahrrad vorbeikommen oder ein Auto kreuzen“, sagt Pentrop. Dabei muss es gar nicht so weit gehen, wie beim filmenden Mann aus Werne.

So viel kostet die Handynutzung beim Autofahren

Telefonieren am Steuer oder der Blick auf die neue Nachricht genügen, um eine Straftat zu begehen. Und das kostet. Ein Punkt in Flensburg und 100 Euro Strafe kommen auf den Übeltäter zu.

Kommen eine Gefährdung und ein Unfall obendrauf, sind es sogar zwei Punkte, 200 Euro Strafe und ein Monat Fahrverbot. Wird dabei auch noch jemand verletzt, geht es sogar vor ein Gericht.

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„Der Gesetzgeber hat das nicht umsonst verboten“, sagt Pentrop. „Das ist leichtsinnig und gefährlich.“ Letzteres unterschätzt wohl auch der Mann aus Werne, der innerhalb von einer Woche fünf Beiträge von sich am Steuer veröffentlicht hat. Immer in 15-sekündigen Videos, die nach einem Tag nicht mehr sichtbar sind. Alles für ein paar Sekunden Aufmerksamkeit. Die hat der Mann aus Werne auch von der Polizei - denn nachmachen sollte das niemand.

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