Wir erinnern in Teil 2 unseres Werner Jahresrückblickes an Ereignisse, die die Stadt bewegt haben. U. a. die Ankündigung der Wellensurf-Anlage auf dem alten Zechengelände. © Grafik Leonie Sauerland
Jahresrückblick

Auto-Ärger, Super-Surfer, Sim-Jü-Sorgen: Der Werner Jahresrückblick (Teil 2)

Nicht alles drehte sich in der Lippestadt 2020 nur um die Corona-Krise. In Teil 2 unseres Jahresrückblicks geht‘s unter anderem um Ärger am Südring und eine Meldung, die viele für einen Scherz hielten.

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu. Ein Jahr, das – ohne Zweifel – geprägt war durch die Corona-Pandemie. Aber nicht alles drehte sich 2020 in Werne nur um das Virus. Wir blicken zurück auf besondere Ereignisse, die in der Lippestadt für Aufsehen gesorgt haben.

Manche freut‘s, andere staunen oder schütteln mit dem Kopf: Auf dem alten Zechengelände in Werne soll ein Surfpark entstehen.
Manche freut‘s, andere staunen oder schütteln mit dem Kopf: Auf dem alten Zechengelände in Werne soll ein Surfpark entstehen. © Eva-Maria Spiller (A) © Eva-Maria Spiller (A)

Im Surfpark Werne ganz oben auf der Welle

Als diese Meldung hereinflatterte, hielten sie viele für einen verspäteten Aprilscherz – und irrten sich: Auf dem alten Zechengelände soll die weltweit größte Surfanlage für Wellenreiter entstehen. Ernsthaft? In Werne? Ja, ist so. Kein Scherz. Mit bis zu 200.000 Besuchern rechnet die Stadt pro Jahr. Außerdem sollen sich Forschungseinrichtungen ansiedeln.

All das verkündete Wernes frisch wiedergewählter Bürgermeister Lothar Christ gemeinsam mit Wirtschaftsförderern, Baudezernent und Projektmanager im September bei einem Ortstermin auf dem Areal. Auf dem obligatorischen Pressefoto hielten die Protagonisten nicht nur Skizzen in die Kamera – sondern auch ein Surfbrett. Schon Ende 2022, so hieß es beim Termin, könne die Anlage voraussichtlich in Betrieb genommen werden.

Die Nachricht von der Sim-Jü-Absage schockte viele Werner. Allerdings hatte sich das Szenario abgezeichnet.
Die Nachricht von der Sim-Jü-Absage schockte viele Werner. Allerdings hatte sich das Szenario abgezeichnet. © Jörg Heckenkamp (A) © Jörg Heckenkamp (A)

Die Hoffnung währte nur kurz: Das bittere Aus für Sim-Jü 2020

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten viele Werner und Kirmesfans aus der Umgebung im Vorfeld des traditionellen Volksfestes an der Lippe. Sim-Jü in Coronazeiten – geht das überhaupt? Nein, geht nicht. Zu diesem Schluss kamen Stadt und Schausteller bereits Ende August. Eine Absage von Sim-Jü hatte es – soweit man es in den Archiven des mehr als 650 Jahre alten Volksfestes nachvollziehen kann – noch nie gegeben.

Dann der Hoffnungsschimmer Ende September: Die Verantwortlichen stellen das Konzept für ein Alternativ-Event vor. Die „Mini-Sim-Jü“ soll deutlich kleiner werden und unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen stattfinden. Dann der nächste Schock: Die steigende Zahl an Corona-Neuinfektionen lässt auch die Ersatzveranstaltung platzen. Genauso wie den geplanten Weihnachtsmarkt im Dezember.

Die Eurobahn fährt wieder zwischen Münster und Dortmund. Reibungslos läuft das aber nicht.
Die Eurobahn fährt wieder zwischen Münster und Dortmund. Reibungslos läuft das aber nicht. © Peter Fiedler (A) © Peter Fiedler (A)

Tschüss zum SEV: Die Eurobahn rollt wieder

Endlich! Bahn-Pendler müssen auf der Eurobahn-Strecke zwischen Münster und Dortmund ab Oktober nicht mehr auf den Schienenersatzverkehr (SEV) ausweichen. Mehr als zehn Monate hatten sich die umfangreichen und mehr als 30 Millionen Euro teuren Reparaturarbeiten auf zwei Teilstücken zwischen Davensberg und Lünen erstreckt. Aber ein Problem bleibt bestehen: Das lang ersehnte und immer wieder heiß diskutierte zweite Gleis gibt es immer noch nicht.

Heißt: Die Züge der Eurobahn müssen den Fernverkehrszügen also weiterhin den Vorrang lassen, sobald diese heranrauschen. Das führt nicht selten zu erheblichen Verspätungen. So sehr, dass sich manch ein Fahrgast fast schon die Alternative mit den Bussen zurückwünscht. Deren Betrieb war in den Monaten zuvor nämlich weitestgehend problemlos gelaufen.

Ein Streit zwischen mehreren Familien sorgte für einen spektakulären Polizeieinsatz in Werne.
Ein Streit zwischen mehreren Familien sorgte für einen spektakulären Polizeieinsatz in Werne. © Jörg Heckenkamp (A) © Jörg Heckenkamp (A)

Viel Polizei in kleiner Siedlung: Familienstreit mit Folgen

Ein Großaufgebot der Polizei sorgt im November für Aufsehen in Werne – und vor allem für reichlich Fake News in den sozialen Medien. Dort verbreitet sich rasant das Gerücht, ein Mann würde bewaffnet mit einer Maschinenpistole durch die Lippestadt ziehen. Die Einsatzkräfte der Polizei sperren Straßen ab und fahnden nach der flüchtigen Person. Schnell stellt sich heraus, dass der 31-jährige Werner laut Zeugenaussagen lediglich einen „Baseballschläger-ähnlichen Gegenstand“ mit sich geführt haben soll.

Zuvor war ein seit Monaten schwelender Familienstreit offenbar in einer starken verbalen Auseinandersetzung geendet. Verletzte gibt es laut Polizei nicht. Es habe auch „zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Bevölkerung“ bestanden. Zu den späteren Fahndungsmaßnahmen äußert sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Chaos am Südring in Werne - lange Staus und Wutausbrüche inklusive.
Chaos am Südring in Werne – lange Staus und Wutausbrüche inklusive. © Jörg Heckenkamp (A) © Jörg Heckenkamp (A)

Verkehrschaos am Südring – ein Dilemma mit Ankündigung

Wirklich überraschend kommt die Baustelle am Südring/Kamener Straße in Werne im Dezember eigentlich nicht. Denn, dass die alte Lippebrücke in Richtung Bergkamen abgerissen werden soll, ist schon lange bekannt. Und dennoch treibt diese Baustelle den Puls der Autofahrer besonders in die Höhe. Abgesehen von langen Staus kommt es aufgrund der unklaren Verkehrsführung nämlich teils zu heiklen Fahrmanövern.

Der Landesbetrieb Straßen.NRW versucht, durch Anpassungen ein bisschen Ordnung ins Chaos zu bringen. Er macht aber auch klar: Ganz ohne Staus geht’s nicht. Für die Verkehrsteilnehmer heißt es nun: Stark sein! Denn vor Sommer 2021 wird sich an der Situation wohl nicht viel ändern. Dann soll die neue, bereits errichtete Brücke an den Platz der alten gerückt werden. Und das beruhigt dann hoffentlich den Puls.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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