Spargel, Erdbeeren, Kartoffeln, Wein und Spargelbratwurst: In dem Hofladen auf dem Hof Schulze Blasum gibt es vor allem selbst erzeugte und regionale Produkte. © Andrea Wellerdiek
Landwirtschaftliche Betriebe

Aufschwung in der Krise: Hofläden und Milchtankstellen werden immer beliebter

Aufschwung statt Krise: Hofläden und Milchtankstellen gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Auch der Hof Schulze Blasum in Werne freut sich über mehr neue Kunden.

Milch, Eier, Wurst und Käse direkt vom Bauernhof: Die Hofläden und Direktverkaufsstellen der landwirtschaftlichen Betriebe werden bei den Verbrauchern laut Angaben der Milchwirtschaft immer beliebter. Dafür gibt es auch gute Gründe. Der Trend zu regionalen Produkten, das Einkaufserlebnis auf dem Hof und die immer zugänglichen Verkaufsautomaten hätten bereits vor der Corona-Krise für Kundenzuwachs gesorgt, sagt ein Sprecher der Landesvereinigung der Milchwirtschaft.

Die Pandemie habe diese Entwicklung noch verstärkt. Einigen Kunden gehe es dabei insbesondere um eine Alternative beim Einkauf landwirtschaftlicher Produkte zu stärker frequentierten Supermärkten.

Hofläden verzeichnen extremen Umsatzzuwachs

Nach Erkenntnissen des Marktforschungsinstitut „Growth from Knowledge” (GfK) haben insbesondere die Hofläden an viel Zuwachs gewonnen. „Von allen Händlern haben sie die deutlich stärkste Steigerungsrate“, sagte GfK-Experte Robert Kecskes der Deutschen Presse-Agentur. Der bundesweite Umsatzzuwachs im Bereich Bauer/Erzeuger, der größtenteils aus Hofläden bestehe, betrage von Januar bis November ungefähr 29 Prozent.

Auf dem Hof Schulze Blasum in Werne werden verschiedene Produkte aus eigenem Anbau und von den auf dem Hof lebenden Tieren angeboten. Der Hofladen ist immer nur saisonal von April bis Juli geöffnet. In diesem Zeitraum werden dort unter anderem Erdbeeren und Spargel verkauft. Außerhalb der Saison besteht Selbstbedienung.

Katharina Laurenz vom Hof Schulze Blasum hat ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass das Interesse an den Produkten gestiegen ist. Die Nachfrage nach Wildfleisch werde immer größer. Auch die Erdbeeren erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. „Ich hoffe, dass die Leute mehr hinterfragen, wo die Produkte herkommen. Lieber einmal die Woche Fleisch essen, aber dafür qualitativ gutes”, sagt Laurenz.

Landwirtschaftliche Produkte in Automaten

Es gibt rund 70 Milchtankstellen in Nordrhein Westfalen, an denen frische Milch an einem Automaten gekauft werden kann. Zunehmend werden weitere landwirtschaftliche Produkte wie Eier, Wurst und Käse in Verkaufsautomaten angeboten, so die Landesvereinigung der Milchwirtschaft. Für die Milchbauern sei das Angebot eine zusätzliche Einnahmequelle.

Jedoch schätzt die Landesvereinigung, dass der Anteil des Direktverkaufes von Milch sowie Milchprodukten an der gesamten Milchmenge in NRW nur weniger als fünf Prozent ausmache. Der Hof Schulze Blasum bietet keine Milchprodukte an. „Wir sind örtlich so gelegen, dass die Nachfrage nicht groß genug ist”, erklärt Laurenz.

Kunden in NRW wünschen sich mehr regionale Angebote

„Laut einer Umfrage des NRW-Umweltministeriums wünschen sich 75 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen mehr regionale Angebote“, sagt Thomas Delschen, Präsident des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Regional erzeugte Produkte kennzeichnen sich durch kurze Wege zum Verbraucher und hohes Vertrauen in ihre Erzeugung.

„Wir sind regional und leben das was wir hier machen. Die gute Qualität der Produkte ist uns sehr wichtig. Das merkt man und schmeckt man auch”, sagt Laurenz.

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Neben dem Journalistik-Studium unterstützt Charlotte Schuster die Redaktion in Werne. Im Sommer 2020 hat sie ein Praktikum bei den Ruhr Nachrichten absolviert, welches ihr die schönen Seiten des Lokaljournalismus gezeigt hat.
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Charlotte Schuster

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