Anzeigetafel gegen Temposünder hat einen neuen Standort – ist aber außer Betrieb

dzVerkehrsproblem

Das ist nicht im Sinne des Erfinders: Die Stadt hat die elektronische Anzeigetafel gegen Temposünder an einen neuen Standort, aber nicht ans Laufen gebracht – und ist davon selbst überrascht.

Werne

, 13.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich war der Plan recht simpel: Die elektronische Tafel, die die Geschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge misst und seit Anfang der Woche einen neuen Standort an der Lohstraße hat, sollte in dem verkehrsberuhigten Bereich zumindest ein bisschen für Ordnung sorgen.

Verkehrsteilnehmer, die sich an die Geschwindigkeit halten, werden mit dem Schriftzug „Danke“ belohnt. Wer gegen die Regeln verstößt, bekommt einen kleinen Denkzettel angezeigt: „Langsamer“ ist dann auf der Tafel zu lesen.

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Kritik in den sozialen Medien

Die konkrete Umsetzung des Konzepts hatte in den sozialen Medien zuletzt für Kritik gesorgt. „Da hat Werne schon nur eine Messtafel - und dann hängt diese in den Ferien seit mindestens zwei Wochen ohne Strom an der Uhlandschule“, schrieb etwa die Initiative „Lebendige Spielstraße“ auf ihrer Facebook-Seite.

Auch von der Wahl des Standorts war nicht jeder begeistert. Weil an der Wibbeltstraße ohnehin schon „Poller“ stünden, könnten Autofahrer dort sowieso nicht mehr „rasen“, schrieb ein Facebook-User.

„Dass die Tafel immer noch nicht funktioniert - das ist schon Realsatire.“
Thorsten Swat
Initiative Lebendige Spielstraße

Nun ist die Geschichte um ein Kuriosum reicher. Denn mittlerweile hat die Stadt den Standort der Tafel zwar wie angekündigt verlegt - doch von aufleuchtenden Schriftzügen ist gegenüber der Gaststätte Maria’s Taverne bislang noch nichts zu sehen.

„Man weiß schon gar nicht mehr, was man dazu sagen soll. Wir freuen uns natürlich, dass die Tafel jetzt dort hängt. Der Standort an sich ist schon gut. Aber dass sie immer noch nicht funktioniert, ist schon Realsatire“, sagte Thorsten Swat von der Initiative „Lebendige Spielstraße“ im Gespräch mit unserer Redaktion.

Auf Seiten der Stadt zeigte man sich überrascht von der jetzigen Situation. „Ich vermute, dass die Akkus noch nicht wieder aufgeladen wurden“, erklärte Tiefbauamtsleiter Adrian Kersting auf Anfrage.

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Mehr Standortwechsel geplant

Grundsätzlich bestätigte Kersting allerdings, dass die Stadt plant, die Anzeigetafel - sofern sie denn funktioniert - künftig an unterschiedlichen Stellen im Stadtgebiet aufzuhängen: „Wir wissen ja, an welchen Stellen zu schnell gefahren wird. Das ist eben unter anderem in der Lohstraße der Fall, die von vielen als Durchfahrtsstraße zwischen Fürstenhof und Capeller Straße genutzt wird.“

Grund für die bald regelmäßigen Standortwechsel, sei der „Gewöhnungseffekt“, den eine solche Maßnahme mit sich bringe. Die „erzieherische Wirkung“ gehe meist mit der Zeit verloren, weil Autofahrer der Tafel dann nicht mehr so viel Beachtung schenken würden.

„Wir planen außerdem, eine zweite Tafel anzuschaffen“, so Kersting weiter. Demnächst, wenn die Schule wieder losgeht, werde man auch mehr Kontrollen anregen: „Die Polizei ist nach den Ferien in der Zeit der Einschulung aber ohnehin schon immer sehr präsent.“

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Feedback der Stadt ist dürftig

Man wolle seitens der Stadt weiterhin eng mit der Polizei und auch den Mitgliedern der Initiative zusammenarbeiten. Eine Aussage, über die man sich wiederum auf Seiten der Initiative etwas überrascht zeigt. Denn deren Mitglieder wünschen sich deutlich mehr Feedback von der Kommune.

„Wir wollen natürlich auch der Stadt entgegenkommen. Das ginge in diesem Fall ja auch ganz einfach. Wir haben zum Beispiel angeboten, dass wir eine Art Kontrollpatenschaft für die Anzeigetafel übernehmen. Dann müssen die Bauhofmitarbeiter nicht ständig rausfahren, um zu kontrollieren, ob sie noch funktioniert“, so Thorsten Swat. Eine Rückmeldung habe es dazu jedoch noch nicht gegeben.

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