Vor La Strada

Anwohnerin der Bonenstraße kämpft für frisch gepflanzten Baum

Die Debatte um die Pflanzung eines kleines Baumes schlägt hohe Wellen. La Strada-Wirt Salvatore Macculi ist das Gewächs ein Dorn im Auge, eine Anwohnerin setzt sich fürs Bäumchen ein.
Bonenstraßen-Anwohnerin Constanze Rauert setzt sich für den Erhalt des gerade gepflanzten Baumes vor ihrer Wohnung ein. © Jörg Heckenkamp

Die Sanierung der Bonenstraße zwischen Moormannplatz und Kreisverkehr am Kino geht in die Endphase. Eigentlich ist der Bau ohne große Komplikationen gelaufen. Bis vor Kurzem der Wirt des anliegenden Restaurants La Strada Alarm schlug. Ein vor seinem Restaurant vorgesehener Baum sowie ein Spielgeräte würden mitten in seinem Biergarten stehen und die Geschäfte verderben.

Die öffentliche Klage des Gastronomen löste eine intensive Debatte aus, in die sich kürzlich auch die CDU einmischte. Sie schlug sich auf die Seite des Ristorante und forderte in einem Dringlichkeitsantrag, von der Baumpflanzung Abstand zu nehmen.

Das Bäumchen ist schon gepflanzt

Mittlerweile ist das Bäumchen, eine schlanke Hainbuche, gesetzt. Und das ist auch gut so, meint Anwohnerin Constanze Rauert. Sie wohnt im selben Gebäudekomplex, in dem auch das Ristorante La Strada untergebracht ist und freut sich, „vom Balkon auf etwas Grün schauen zu können.“

Die engagierte Wernerin hat sich in einem Offenen Brief an Bürgermeister Lothar Christ, die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat gewandt. Sie schreibt u. a.:

Anwohnerin schreibt Offenen Brief:

„Ich lebe seit über 30 Jahren in der Fußgängerzone und verfolge natürlich mit Interesse die Sanierung des Innenstadtkerns, die nun am Ende der Bonenstraße angekommen ist und damit vor ihrem Abschluss steht.

Nun lese ich, dass wohl nicht alle wahrgenommen haben, wie die Bonenstraße nach der Sanierung aussehen wird. Insbesondere ein gerade gepflanztes Bäumchen vor dem Wohn- und Geschäftshaus Nr. 37/39 scheint bis vor wenigen Tagen der Aufmerksamkeit mancher entgangen zu sein.

Das junge Grün soll nun mittels Dringlichkeitsantrag kaum gepflanzt schon wieder ausgebuddelt werden. Dies wohl dann erneut auf Kosten der Allgemeinheit, denn die Fußgängerzone ist öffentlicher Raum, nicht privater (Bier-)Garten.

Dass Veränderungen vor der eigenen Tür nicht bemerkt werden, kommt vor. Es verwundert mich in diesem Fall aber, weil sich die Sanierung der Bonenstraße, Diskussion und Berichterstattung dazu über Jahre hinziehen. Politik und Verwaltung haben die Pläne in dieser langen Zeit immer wieder mit Interessierten u.a. bei Bürgerbeteiligungen und Gesprächen vor Ort ebenso öffentlich wie breit besprochen.

Die Sanierung soll den Innenstadtkern für die Geschäftswelt und als Erlebnisraum attraktiver machen. Die Fußgängerzone ist aber auch ein Wohnquartier, und dieses wird immer stärker beansprucht durch

  • lebhaften Lieferverkehr zu fast jeder x-beliebigen Zeit,
  • Menschen, die so schlecht sehen, dass sie Müllbehälter nicht zu erkennen vermögen,
  • Tierliebhaber, die Tauben für eine vom Aussterben bedrohte Art halten und deshalb fett füttern,
  • Fans eines lebhaften Nachtlebens ohne Sperrstunde, die völlig zugedröhnt mehr als nur rumrüpeln,
  • eine veränderte Akustik nach dem Wegfall von „Lärmschluckern“ – sprich Bäumen.

Deshalb freue ich mich mit anderen sehr, dass nun erneut ein Bäumchen in der Bonenstraße gepflanzt wurde und damit der im Sturm 2006 umgeknickte Vorgänger ersetzt wird. Dass es statt der ursprünglich vorgesehenen – und im ausgehängten Plan erkennbaren – zwei Bäume nur einer in die Erde geschafft hat, ist schon ein Kompromiss.

Ich akzeptiere diesen Kompromiss und erhoffe dies auch von anderen, weil genau so etwas unseren respektvollen Umgang miteinander idealerweise kennzeichnet. Und ehe jemand fragt: Nein, ich möchte nicht aus der (Innen-)Stadt wegziehen. Ich genieße die Nähe zu fast allem und nehme die erwähnten, von uns Anwohner*innen eher nicht verursachten oder beeinflussbaren Entwicklungen hin.

Ich tue dies in der Überzeugung, dass Politik, Verwaltung und Mitbürger*innen auch unsere Sorgen im Blick behalten, ihnen Bedeutung beimessen und uns damit als Teil des Stadtlebens / Gemeinwesens Werne wahr- und ernst nehmen.“

Dorsten am Abend

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