Anschlag von Halle: Werner Bündnis gegen Rechts setzt am Samstag Zeichen der Solidarität

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Nach dem Anschlag in Halle ruft das Werner Bündnis gegen Rechts zu einer Kundgebung auf. Es ist bereits die zweite Demo innerhalb von zwei Wochen gegen rechtes Gedankengut in Werne.

Werne

, 11.10.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Zeichen der Solidarität setzen: Das Werner Bündnis gegen Rechts (WBgR) ruft die Bürger auf, sich an einer Kundgebung am Samstag, 12. Oktober, zu beteiligen. Es ist bereits die zweite Demonstration gegen Rechtsextremismus in Werne innerhalb von zwei Wochen.

Nach den tödlichen Angriffen in Halle an der Saale am Mittwoch, 9. Oktober, gehen die Mitglieder des Bündnisses erneut auf die Straße. Wie in anderen Städten möchten sie auch in Werne ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen des Anschlags und den Opfern antisemitischer Gewalt zeigen. Sie gedenken der beiden Menschen, die bei dem Anschlag getötet wurden.

Angreifer von Halle gesteht die Tat

Nach derzeitigem Kenntnisstand hat der Angreifer Stephan B. die Tat gestanden. Er bestätigte demnach auch ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv.

Der 27-Jährige hatte am Mittwoch - an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag - vor einer Synagoge in Halle eine Frau und später einen Mann in einem Döner-Imbiss erschossen. Nach den Taten flüchtete der Angreifer und verletzte zwei weitere Personen durch Schüsse.

Motto „Gegen jeden Antisemitismus“

Unter dem Motto „Gegen jeden Antisemitismus“ ruft das Werner Bündnis gegen Rechts Mitbürger auf, sich an der Demonstration zu beteiligen. Treffpunkt ist 12.30 Uhr die Partnerschaftsuhr am Moormannplatz.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte das Werner Bündnis gegen Rechts gemeinsam mit der Gruppe „Youth for Future“ zu einer Kundgebung aufgerufen. Unter dem Motto „Solidarität ist die Alternative“ gingen am Samstag, 28. September, mehr als 200 Personen auf die Straße, um gegen die fortschreitende Rechtsradikalisierung in Deutschland zu demonstrieren. Damit setzten sie ein Zeichen gegen rechtsradikale Parteien in Deutschland.

Werner Bündnis gegen Rechts besteht seit fünf Jahren

Das Werner Bündnis gegen Rechts gibt es seit fünf Jahren. Auf Dauer war das Bündnis zunächst gar nicht angelegt, heißt es von der Bewegung. Zunächst ging es vor allem um die Unterstützung von Protesten gegen einen Aufmarsch von Neonazis in der Nachbarstadt Hamm.

Daraus entwickelte sich schließlich ein Team, das sich nach eigenen Angaben auch in der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit engagiert - immer mit Blick auf lokale Neonazis, heißt es weiter.

„Solidarität ist für uns eine Selbstverständlichkeit“

„Unser Ansatz war immer, klarzustellen, dass wir andere Städte unterstützen, wenn sich dort Rechte breitzumachen versuchen, weil wir in der glücklichen Lage sind, dass hiesige Neonazis kaum öffentlich auftreten. Und das handhaben wir auch weiterhin so. Diese Solidarität ist für uns eine Selbstverständlichkeit“, erklärte Philipp Müller, Sprecher des Bündnisses, zum fünfjährigen Bestehen.

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