Ein Teil von Werne könnte künftig zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Eine entsprechende Anfrage des zuständigen Ministeriums erreichte nun die Stadtverwaltung. © Helga Felgenträger (A)
Kulturlandschaft Ruhrgebiet

Anfrage aus Ministerium: Wird ein Teil von Werne zum Unesco-Weltkulturerbe?

Die industrielle Kulturlandschaft des Ruhrgebietes könnte bald zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Nun erreicht die Stadt dazu eine Anfrage vom Land NRW: Wird ein Teil von Werne künftig zum Weltkulturerbe?

Werne wird Weltkulturerbe! So oder so ähnlich könnte bald eine Schlagzeile in der Lippestadt heißen. Denn Ende des Jahres 2020 erreichte die Stadtverwaltung eine Anfrage aus dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW. Darin gab es eine klare Botschaft: Ein Teil von Werne hat das Potenzial, künftig als Unesco-Weltkulturerbe ausgezeichnet zu werden.

Aber der Reihe nach: Das Ruhrgebiet mit seiner industriellen Historie und heutigen Kulturlandschaft soll als Unesco-Welterbe qualifiziert werden. Dieses Ziel verfolgt die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur gemeinsam mit dem Land NRW, dem Regionalverband Ruhr (RVR), den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen und der Emschergenossenschaft.

Ein entsprechender Antrag zur Aufnahme der „Industriellen Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ in die deutsche Vorschlagsliste für das Unesco-Welterbe wird erarbeitet. Und dazu benötigen die Verantwortlichen eine Einschätzung einiger Kommunen. Auch aus Werne.

Industriekultur im Ruhrgebiet

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, forderte die Stadtverwaltung der Lippestadt auf, eine politische Willensbekundung zu formulieren. „Die Stadt muss sich zu diesem Thema positionieren“, erklärt Ralf Bülte, Baudezernent der Stadt Werne. Eine Stellungnahme werde nun vorbereitet.

In der jüngsten digitalen Informationsveranstaltung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung hatte Bülte das Unesco-Weltkulturerbe-Projekt erstmals vorgestellt. Neben industriellen Wahrzeichen und Erinnerungsorten wie etwa Arbeitersiedlungen aus der Zeit der Zechen geht es dabei auch darum, wichtige Verkehrsnetze mit aufzunehmen. Und da kommt Werne ins Spiel.

Teil der Lippe könnte auf Liste kommen

„Ein kleiner Teil der Lippe in Werne soll historisch gesehen als wichtiger Transportweg nördlich des Ruhrgebiets mit in das Projekt aufgenommen werden“, erklärt Bülte. Nun müsste man intern diskutieren, wie man nun mit dieser Anfrage umgeht. „Wir sind in Werne natürlich münsterländisch geprägt. Mit unserer Zeche gab es aber auch gleichzeitig immer eine Orientierung ins Ruhrgebiet“, so der Baudezernent weiter.

Ob die Stadtverwaltung dem Antrag folgt, soll in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung bekannt gegeben werden. Dann soll sich die Stadt zu dem Projekt „outen“, wie Bülte es formuliert. Er glaubt aber, dass es eine große Zustimmung geben wird. „Das ist ein ganz schöner Ansatz. Es wäre toll, wenn wir dabei sein könnten. Es ist sicherlich ein Image-Gewinn für Werne damit verbunden“, sagt Bülte.

Denn das Projekt „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ als Vorschlag zum Unesco-Weltkulturerbe werde vermarktet werden. Zunächst einmal werde die Teilnahme am Antrag nichts kosten. Auch werden dadurch keine städtebaulichen Entwicklungen in Werne gefährdet sein, so der Baudezernent.

Überrascht über Anfrage des Ministeriums

Zunächst, so Ralf Bülte weiter, sei man von der Anfrage des Ministeriums überrascht gewesen. Denn: „Wenn man an große Industrie-Denkmäler denkt, dann fallen einem die Zeche Zollverein oder die Völklinger Hütte ein. Da denkt man nicht unbedingt sofort an Werne.“

Das könnte sich mit der Aufnahme in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes als Teil der „Industriellen Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ allerdings ändern. Ob die deutsche Vorschlagsliste zum Unesco-Weltkulturerbe auch das Ruhrgebiet mit seiner industriellen Historie berücksichtigt, wird sich spätestens im kommenden Jahr entscheiden.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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