Amazon-Mitarbeiter streiken am Prime-Day: Das bedeutet der Streik für Kunden

Prime Day

Amazon lockt am Prime-Day Millionen von Kunden mit Angeboten. Doch einige Angestellte wollen dem Konzern einen Strich durch die Rechnung machen. Was bedeutet das für Amazon-Kunden?

Werne

, 15.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Amazon-Mitarbeiter streiken am Prime-Day: Das bedeutet der Streik für Kunden

Zumindest Banner hängen am Standort in Werne: Verdi-Mitglieder wollen am Montag und Dienstag streiken. Amazon sieht’s gelassen. © Helga Felgenträger

Es sollten zwei der größten Tage im Jahr für Amazon werden: Die Prime-Days am Montag und Dienstag, 15. und 16. Juli, sollen Millionen von Kunden mit besonderen Angeboten locken. Doch einige Mitarbeiter wollen an diesem Tag ein Zeichen setzen.

Seit dem frühen Montagmorgen (15. Juli) sind Mitglieder der Gewerkschaft Verdi am Amazon-Standort in Werne im Streik. Auch an sechs anderen Amazon-Standorten in Rheinberg in Nordrhein-Westfalen, Leipzig, Graben bei Augsburg, Koblenz sowie an den zwei Standorten im osthessischen Bad Hersfeld streiken die Verdi-Mitglieder für eine bessere Bezahlung.

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Verdi-Handelsexperte Orhan Akman rechnet laut Aussagen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit einer guten Beteiligung. Die Kollegen seien „ziemlich verärgert“. Genauere Zahlen zur Streikteilnahme lagen zunächst nicht vor.

Ein Amazon-Sprecher hingegen erklärte am Morgen, nur sehr wenige Mitarbeiter hätten sich am Streikaufruf beteiligt. Der operative Betrieb laufe ohne Einschränkungen. Schon 2018 erklärte Verdi-Gewerkschaftssekretär Karsten Rupprecht, dass man nur Nadelstiche setzen könne.

So steht es um die Amazon-Lieferungen am Prime Day

„Wir sind nicht in der Lage, einen Erzwingungsstreik durchzusetzen. Sobald wir an einem Standort streiken, ist Amazon aufgrund der Technik in der Lage, mit einem Knopfdruck die Aufträge, die zum Beispiel in Werne einlaufen, über Rheinberg oder Tschechien oder Polen laufen zu lassen“, so Rupprecht.

Bereits am Sonntag hatte ein Amazon-Sprecher gegenüber dpa versichert, dass die Kundenbestellungen rechtzeitig bearbeitet werden, „wie an jedem anderen Tag“. Amazon zahle in seinen deutschen Logistikzentren Löhne am oberen Ende dessen, was sonst für vergleichbare Tätigkeiten gezahlt werde.

„Kein Rabatt auf unsere Einkommen“

In Leipzig beginne es mit mindestens 10,78 Euro die Stunde, nach zwei Jahren liege der Schnitt inklusive Boni und Sonderzahlungen bei monatlich 2275 Euro brutto.

Verdi-Handelsexperte Akman hatte hingegen kritisiert: „Während Amazon mit satten Preisnachlässen beim Prime-Day zur Schnäppchenjagd bläst, wird den Beschäftigten eine existenzsichernde tarifliche Bezahlung vorenthalten.“

Die Arbeitsniederlegungen laufen unter dem Motto „Kein Rabatt auf unsere Einkommen“. Verdi kämpft seit mehr als sechs Jahren um einen Tarifvertrag und Lohnerhöhungen.

mit dpa

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