Altkleidung: Viele Werner Haushalte werden in diesem Herbst darauf sitzenbleiben

dzKAB-Altkleidersammlung

Altkleidersammlungen sind beliebt. Mancher legt seine abgetragene Kleidung eigens für den Sammeltermin der KAB zurück. In diesem Jahr aber bleiben die Haushalte aber auf dem Stoff sitzen.

22.10.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die KAB lässt in diesem Herbst 2019 ihre alljährliche Sammlung von Altkleidern ausfallen. Der Grund sind weder fehlende Helfer noch organisatorische Probleme. Sondern es hat schlicht mit dem schnöden Mammon zu tun.

„Der Grund dafür sind die dramatisch eingebrochenen Preise, die von den Abnehmern und Verwertern derzeit gezahlt werden“, sagt Hans Beier. Er ist beim KAB-Stadtverband zuständig für die Sammlungen, die traditionell einmal im Jahr im Oktober oder November stattfinden. In diesem Jahr nicht.

Im vergangenen Jahr brachte die Tonne noch 150 Euro

Auf Anfrage der Redaktion nennt Beier einen Vergleich. „Im vergangenen Herbst haben wir 4,5 Tonnen Altkleidung gesammelt. Unser Verwerter zahlte 150 Euro pro Tonne.“ Bei der Anfrage in diesem Jahr nach den Preisen, hätte der Verwerter nur noch 50 Euro pro Tonnen bieten können. „Dafür lohnt es sich einfach nicht mehr“, sagt Beier.

Er rechnet weiter: Zwar organisiere der KAB-Stadtverband die Altkleidersammlung mit freiwilligen Helfern. Dennoch würden Kosten entstehen. „Zum Beispiel lassen wir Handzettel drucken und müssen Tagesversicherungen für die Transportfahrzeuge abschließen.“ Außerdem wolle man den rund 40 bis 45 ehrenamtlichen Helfern Verpflegung zur Verfügung stellen.

Altkleidung: Viele Werner Haushalte werden in diesem Herbst darauf sitzenbleiben

Altkleidersammlung der KAB © KAB (A)

„Wir haben es ausgerechnet. Wenn wir wieder 4,5 Tonnen sammeln, nur 50 Euro pro Tonne bekämen und alle Kosten abziehen würden, läge der Reingewinn bei 8 Euro.“ Klar, dass sich der Aufwand bei einer derartigen Konstellation nicht mehr lohnt.

Worauf ist denn eigentlich der dramatische Preisverfall innerhalb nur eines Jahres von 150 auf 50 Euro pro Tonne Altkleidung zurückzuführen. „Es gibt einfach ein Überangebot auf diesem Sektor“, gibt Beier die Aussage Verwertungsbetriebes wieder, der mit der KAB zusammenarbeitet. Und in den Sortieranlagen seien die Lager ebenfalls voll.

Absatzmärkte für Altkleidung sind eingebrochen

Hinzu käme, so der KAB-Sprecher, dass einige Absatzmärkte in Osteuropa weggebrochen seien. Das habe zum Preisverfall beigetragen. „Es ist der klassische Fall von geringer Nachfrage und starkem Angebot, der zum Preisverfall geführt hat“, so Hans Beier. Im nächsten Jahr würden die Voraussetzungen neu geprüft und ggf. wieder eine Sammlung durchgeführt.

Altkleidung stattdessen zu den Containern bringen

Altkleider, die bereits für die in den Jahresprogrammen angekündigte Sammlung zurückgelegt worden sind, können in die Altkleidercontainer von Kolping und der KAB an der Rückseite des Kolpinghauses oder am Glockenturm der Kirche St.

Johannes eingeworfen werden.

Eine Spende an das Weltnotwerk der KAB zur Unterstützung der begonnenen Projekte in Sri Lanka würden die KAB-Vereine im Stadtverband Werne jeweils selbst überweisen.

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