Ärger um Falschparker: Am Salinenparc wird weiter nach Lust und Laune geparkt

dzFalschparker

Vor zwei Jahren stellte die Stadt Blumenkübel am westlichen Ende der Steinstraße auf - auch um Falschparker zu vertreiben. Ist der Kübel-Effekt jetzt schon wieder verpufft?

Werne

, 13.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich schien die Lösung schon gefunden: Im Mai 2018 stellte die Stadt am Salinenparc im Zuge der Aktion „Werne blüht auf“ Blumenkübel mit Geranien auf. Aber nicht nur aus ästhetischen Gründen. Der Bereich am westlichen Ende der Steinstraße nahe des Kreisverkehrs sollte dadurch nicht bloß aufgehübscht werden - die Kübel sollten darüber hinaus Falschparker fernhalten.

Weil das Knöllchen-Schreiben durch die Mitarbeiter des Ordnungsamts zuvor keinen nachhaltigen Effekt und die Politik eine mögliche Pollerlösung verworfen hatte, baute man also auf den erhofften „Kübel-Effekt“. Ganz zur Freude vieler Passanten, die sich über die damalige Situation beschwert hatten.

Parkchaos

Doch nun - gut zwei Jahre später - scheint das Thema wieder stärker aufzuflammen. „Das kann doch wohl nicht sein! Jetzt parken die schon wieder alle, wie sie wollen. Da, wo man sich gerade noch so hinquetschen kann. Und vor allem gegenüber der Blumenkübel“, erklärte ein Leser, der kürzlich - mit Beweisfotos im Gepäck - unsere Redaktion aufsuchte. Auch in den Werner Facebook-Gruppen wurden zuletzt wieder entsprechende Bilder gepostet. Ist der Kübel-Effekt also schon wieder verpufft?

Nein, sagt die Stadt. Die Situation in dem Bereich habe sich seit dem Aufstellen der Kübel definitiv deutlich gebessert, wie Jürgen Menke vom Ordnungsamt auf Anfrage unserer Redaktion betonte. Man stelle seither „bedeutend weniger“ Verstöße fest - auch wenn es aktuell keine offiziellen Zahlen gebe. Damals, kurz vor der Kübellösung, hatte die Stadt allein von Januar bis Mai 2018 noch 283 Knöllchen geschrieben.

„Ich parke doch immer hier! Warum bekomme ich jetzt auf einmal ein Knöllchen?“
Ein Falschparker

„Die beiden Kollegen, die den ruhenden Verkehr kontrollieren, können aber bestätigen, dass sich die Situation gebessert hat. Wobei man so ein Fehlverhalten natürlich nie ganz unterbinden kann. Wir können auch nicht jeden Unvernünftigen erwischen“, so Menke.

Zu den „Unvernünftigen“ zählen einerseits diejenigen, die nicht wissen, dass sie in verkehrsberuhigten Bereichen nur auf den gekennzeichneten Flächen parken dürfen - und andererseits diejenigen, die das Verbot trotz besseren Wissens ignorieren. Reaktionen nach dem Schema „Ich parke doch immer hier! Warum bekomme ich jetzt auf einmal ein Knöllchen?“ seien keine Seltenheit.

Verstärkten Handlungsbedarf sieht man auf Seiten der Stadt derzeit nicht - zumal es ohnehin an Alternativen mangelt. „Man kann ja jetzt nicht den ganzen Bereich zubauen. Wir kontrollieren auch schon mehrfach am Tag dort. Und bei zwei Mitarbeitern, die für den ganzen Stadtbereich zuständig sind, kann sich natürlich keiner den ganzen Tag dort hinstellen“, sagt Menke.

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Falschparken kann teuer werden:
  • Be- und Entladen ist in verkehrsberuhigten Bereichen auch auf nicht gekennzeichneten Flächen erlaubt. Dazu gehört auch das kurze Abstellen des Fahrzeugs, um beispielsweise jemanden herauszulassen.
  • Das Fahrzeug abzustellen und es zu verlassen, um beispielsweise „mal eben“ etwas aus der Apotheke zu holen, ist jedoch nicht gestattet.
  • Verstöße können laut aktuellem Bußgeldkatalog mit einer Geldstrafe in Höhe von 10 bis 30 Euro geahndet werden.
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