„Wir machen Freizeit zum Vergnügen!“ - das Credo der Schausteller kann in diesem Jahr nicht in die Tat umgesetzt werden. Dass auch die Mini-Sim-Jü, die unter strengen Hygieneregeln stattfinden sollte, abgesagt wurde, können die Schausteller nicht nachvollziehen. © Andrea Wellerdiek (A)
Coronavirus in Werne

Absage der Mini-Sim-Jü ist für Schausteller „katastrophal und nicht nachvollziehbar“

Die Absage der Mini-Sim-Jü in Werne trifft die Schausteller schwer. Sie müssen mit weiteren Einbußen rechnen. Die Umstände, die zur Absage geführt haben, können die Schausteller nicht nachvollziehen.

Das Aus für die Mini-Sim-Jü ist für die Schausteller ein erneuter Rückschlag in bereits sehr schwierigen Zeiten. Der Veranstalter, Patrick Arens vom Schaustellerverein Rote Erde, ist traurig, aber zugleich verärgert, dass auch die kleine Variante der Traditionskirmes in Werne abgesagt wurde.

„Die Entscheidung des Bürgermeisters kann ich nachvollziehen. Die Umstände zwingen die Lokalpolitiker dazu, solche Entscheidungen treffen zu müssen. Doch die vom Land aufgestellte Regelung können wir überhaupt nicht nachvollziehen“, sagt Arens. Man habe bei dem geplanten temporären Kirmespark auf dem Hagen alle Hygienemaßnahmen getroffen.

Fahrt im Karussell auf Sim-Jü verboten, aber im Phantasialand nicht

Dort wäre genügend Platz gewesen, um die Abstände einzuhalten und auch für die Nachverfolgbarkeit der Besucher hätte man mit dem Eintragen in Listen – ob händisch oder über einen QR-Code mit dem Smartphone – gesorgt. Was die Schausteller schon lange monieren und was auch Patrick Arens wieder verdeutlicht, ist die Vergleichbarkeit mit ähnlichen Freizeitmöglichkeiten.

„Warum sollte eine Fahrt in einem Karussell auf der Mini-Sim-Jü gefährlicher sein als eine Fahrt in einem Karussell im Phantasialand?“, fragt Arens. Neben Freizeitparks seien auch Kinos geöffnet, auch das Bewegen in der Fußgängerzone oder auf einem Kneipenfestival und auf einigen geplanten Weihnachtsmärkten in der Region sei möglich. „Das einzige, was nicht erlaubt ist, ist Sim-Jü. Das ist für uns nur sehr schwierig zu akzeptieren.“

Patrick Arens kann die Regeln der Landesregierung zu Kirmes-Veranstaltungen wie die Mini-Sim-Jü nicht nachvollziehen.
Patrick Arens kann die Regeln der Landesregierung zu Kirmes-Veranstaltungen wie die Mini-Sim-Jü nicht nachvollziehen. © Helga Felgenträger (A) © Helga Felgenträger (A)

„Viele Schicksale stecken dahinter“

Den Verantwortlichen der Stadt Werne wolle er keinen Vorwurf machen. „Da hat man wirklich alles versucht. Da hat man uns super unterstützt. Aber der Druck auf die Politik wächst“, erklärt Arens. „Keiner denkt daran, dass viele Schicksale dahinter stecken.“ Dass auch die Mini-Sim-Jü-Kirmes abgesagt wurde, sei für die betroffenen Schausteller katastrophal. „Es gibt keine Alternative. Das stürzt die Schausteller in eine große Depression. Das ist jetzt noch einmal verstärkt worden.“

Wie schnell die dramatische Entwicklung der Corona-Zahlen aber Auswirkungen auf derartige Veranstaltungen haben kann, mussten Patrick Arens und die Schausteller nun selbst erfahren. Auf der eigenen Facebook-Seite des Schaustellervereins Rote Erde hatte das Team um Patrick Arens sogar noch bis Freitagmittag mit der Mini-Sim-Jü in Werne geworben. Da war die Kirmes schon Stunden vorher längst abgesagt worden. „Das war leider ein internes Kommunikationsproblem. Ich war schon länger involviert, aber hatte noch keinen Kontakt zum Facebook-Verantwortlichen aufnehmen können“, so Arens.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
Zur Autorenseite
Andrea Wellerdiek

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.